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09.10.2005

Impfung gegen Lungenentzündung nutzt besonders Kleinkindern

Seit 2002 steht ein neuer Impfstoff gegen Lungenentzündung zur Verfügung. Wie wirksam dieser ist, wurde jetzt nach einem mehrjährigen Impfprogramm in Atlanta überprüft. Das Ergebnis zeigt, dass nach der Impfung deutlich weniger Erkrankungen auftreten, wobei auch die Entwicklung von ResistenzenResistenzen
Bakterien können eine Resistenz gegen bestimmte Arzneistoffe entwickeln - das heißt, sie werden unempfindlich gegenüber diesen Medikamente. Die Medikamente, vor allem Antibiotika, sind nicht mehr gegen diese Bakterien wirksam.
Resistente Erreger entwickeln sich - insbesondere bei großen Erregermengen - entweder durch spontane Genveränderungen (Mutationen) oder durch selektive Vermehrung (Selektion) von natürlich vorkommenden resistenten Bakterien-Subpopulationen, z.B. aufgrund einer unzureichenden oder zu früh abgebrochenen Therapie.
offenbar gedrosselt werden kann.

In den letzen Jahren hat die Wirksamkeit von Medikamenten aus der Gruppe der Makrolide gegen einen verbreiteten Erreger der Lungenentzündung (Streptococcus pneumoniae) zunehmend abgenommen. Denn dieser Erreger bildet immer häufiger Resistenzen gegen Makrolid-Antibiotika, seitdem diese weltweit und hauptsächlich bei Kindern unter 5 Jahren eingesetzt werden. Seit 2002 steht ein neuer Impfstoff gegen Lungenentzündung zur Verfügung, der auch für Kleinkinder geeignet ist. Ob dessen Einsatz gegen das Auftreten von Lungenentzündungen und Resistenzen wirksam ist, haben jetzt US-amerikanische Wissenschaftler in Atlanta überprüft.

Sie stellten fest, dass bei einem Durchimpfungsgrad von über 80% unter Kleinkindern die Ansteckungsrate drastisch gesenkt werden konnte - und zwar von durchschnittlich 30 an Lungenentzündung Erkrankten pro 100.000 Einwohner und Jahr vor Beginn des Impfprogramms auf 13 Fälle pro Jahr nach mehrjähriger Durchimpfung. Insgesamt nahm die Häufigkeit von Lungenentzündungen um mehr als die Hälfte ab. Dabei profitierten insbesondere Kleinkinder (unter zwei Jahren) von einer Impfung: Bei ihnen verringerten sich die Fälle mit Lungenentzündung um 82%. Auch bei älteren Menschen kam es immerhin zu einer Abnahme der Erkrankungsfälle um 39%.

Aber auch das Auftreten von Resistenzen gegen Makrolid-Antibiotika wurde durch die PneumokokkenPneumokokken
Das sind kugelförmige Bakterien, die (im Gegensatz zu Legionellen) mit dem Antibiotikum Penicillin meistens gut in den Griff zu bekommen sind. Gegen die von Pneumokokken verursachte Lungenentzündung gibt es auch eine vorbeugende Impfung.
-Impfung gedrosselt. So sank die Zahl der Erkrankten von 9 (vor dem Impfprogramm) auf 3 pro 100.000 Einwohner und Jahr. Durch eine Impfung könne daher das Auftreten von schweren Lungenentzündungen, besonders bei Kleinkindern, erheblich eingedämmt werden, schlussfolgern die Wissenschaftler. Auch den Resistenzbildungen könne man ihrer Meinung nach mit diesem Mittel wirksam begegnen.

Quelle: PneumologiePneumologie
Die Atemwegs- und Lungenheilkunde (Pneumologie) ist ein Teilgebiet der Inneren Medizin, das sich mit der Vorbeugung, Erkennung und fachärztlichen Behandlung von Krankheiten der Lunge, der Bronchien, des Mediastinums (Mittelfell) und der Pleura (Rippen- und Lungenfell) befasst.
(2005), S.517