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08.11.2017

Impfschutz für Asthmatiker wegen ihres erhöhten Infektionsrisikos besonders wichtig

Asthmatiker haben ein erhöhtes Infektionsrisiko und sollten sich gegen Grippe und PneumokokkenPneumokokken
Das sind kugelförmige Bakterien, die (im Gegensatz zu Legionellen) mit dem Antibiotikum Penicillin meistens gut in den Griff zu bekommen sind. Gegen die von Pneumokokken verursachte Lungenentzündung gibt es auch eine vorbeugende Impfung.
impfen lassen. Dazu raten die Lungenärzte der Deutschen Lungenstiftung unter Berufung auf die Ergebnisse einer aktuellen, groß angelegten Studie aus Dänemark.

Asthmatiker haben ein erhöhtes Infektionsrisiko und sollten sich gegen Grippe und Pneumokokken impfen lassen. Dazu raten die Lungenärzte der Deutschen Lungenstiftung e.V. in Hannover unter Berufung auf die Ergebnisse einer aktuellen, groß angelegten Studie aus Dänemark mit über 100.000 Teilnehmern, die über einen Zeitraum von durchschnittlich sechs Jahren beobachtet wurden (siehe Journal of Internal Medicine 2017, Band 282/3, Seite 254-267). Dieser Studie zufolge haben Patienten mit Asthma – insbesondere wenn sie vor dem 50. Lebensjahr an Asthma erkranken – ein im Vergleich zu Menschen ohne allergische Erkrankungen um 44-65 % erhöhtes Risiko für Infektionen im Allgemeinen und ein um 99-144 % erhöhtes Risiko für Lungenentzündungen im Besonderen. Das Risiko, wegen einer Infektion im Krankenhaus behandelt werden zu müssen, ist dabei für Patienten mit frühem Asthma (das vor dem 50. Lebensjahr diagnostiziert wird) ähnlich hoch wie für Diabetiker.

Auch das Risiko zu sterben ist durch Infektionen erhöht

Infektionen stellen eine erhebliche gesundheitliche Bedrohung nicht nur für COPD-Patienten, sondern auch für Asthmatiker dar. „Insbesondere Atemwegsinfektionen sind die Hauptverursacher von akuten Verschlechterungsschüben (sog. Exazerbationen), in deren Verlauf Asthmatiker mit besonders schweren Asthmaanfällen rechnen müssen“, erläutert Prof. Adrian Gillissen, Stellvertretender Vorsitzender der Deutschen Lungenstiftung und Chefarzt der Abteilung für Innere Medizin in der Ermstalklinik Reutlingen-Bad Urach. „Daher müssen sie wegen Infektionen und deswegen verursachter Asthmaanfälle oder anderer Komplikationen nicht nur häufiger als Gesunde im Krankenhaus behandelt werden, sondern sie sterben auch häufiger an den Folgen einer Infektion, vor allem an Lungenentzündung. Umso wichtiger ist es, dass Asthmatiker – ebenso wie COPD-Patienten - die verfügbaren Präventionsmaßnahmen zum Impfschutz nutzen und sich gegen Grippe-Erreger und Pneumokokken impfen lassen“, betont Prof. Gillissen. Grundsätzlich empfiehlt die Ständige Impfkommission (Stiko) diesen Impfschutz allen Menschen mit einer chronischen Grunderkrankung. Der optimale Zeitpunkt für eine Grippeschutzimpfung ist jedes Jahr im Oktober oder November. 10 bis 14 Tage nach der Impfung hat der Körper einen ausreichenden Schutz aufgebaut. Die Pneumokokkenimpfung muss nur alle sechs Jahre aufgefrischt werden. „Da das Infektionsrisiko von Asthmatikern umso höher zu sein scheint, je schlechter sie ihr Asthma unter Kontrolle haben, sollten betroffene Patienten außerdem darauf achten, ihre Asthmatherapie korrekt zu befolgen und ihre Asthma-Medikamente regelmäßig und wie vom Arzt verordnet einzunehmen“, rät Prof. Gillissen.

Quelle: äin-red

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