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08.01.2020

Gute Asthma-Therapie auch während der Schwangerschaft besonders wichtig

Schwangere Asthmatikerinnen, die ihr Asthma nicht unter optimaler Kontrolle haben, erleiden häufiger Komplikationen und riskieren, dass ihr Kind zu früh, mit Untergewicht oder Missbildungen geboren wird. Moderne Asthmamedikamente sind - wenn sie vorschriftsmäßig eingenommen werden - sicher und werden dem heranwachsenden Kind nicht schaden. Darauf weisen Experten der Deutschen Lungenstiftung unter Berufung auf aktuelle Studienergebnisse hin.

Frauen mit Asthma, die schwanger werden und Verschlechterungen (sog. Exazerbationen) mit Asthma-Anfällen erleiden, haben ein höheres Risiko, Schwangerschaftskomplikationen wie Schwangerschaftsvergiftung (Präklampsie) und schwangerschaftsbedingten BluthochdruckBluthochdruck
Laut Hochdruckliga liegt der ideale Blutdruck bei 120/80 mmHg. Bluthochdruck ist eine krankhafte Steigerung des Blutdruckes in den Arterien auf einen systolischen Wert von über 140 mmHg und einen diastolischen Wert von über 90 mmHg. Bluthochdruck ist ein wichtiger Risikofaktor für Gefäßerkrankungen, Nierenschwäche und Herzschwäche.
zu entwickeln und riskieren, dass ihr Kind zu früh, mit Untergewicht oder Missbildungen geboren wird. Außerdem erkranken ihre Kinder in den ersten fünf Lebensjahren häufiger selber an Asthma oder Lungenentzündungen als die Kinder von Asthmatikerinnen, die ihre asthmatischen Beschwerden während der Schwangerschaft unter optimaler Kontrolle haben. Das geht aus einer großen Studie mit über 58.000 Asthmatikerinnen in der kanadischen Provinz Ontario hervor, die in einem Zeitraum von 10 Jahren (zwischen April 2003 und März 2012) während und im Anschluss von mehr als 100.000 Schwangerschaften beobachtet wurden (siehe European Respiratory Journal, Online-Veröffentlichung am 26.11.19). Bei über 2600 Frauen kam es zu Verschlechterungen der Asthmabeschwerden während der Schwangerschaft, die eine Behandlung in der Notaufnahme oder Klinik oder mindestens fünf Arztbesuche erforderlich machten.

Nach Vorschrift eingenommene Asthmamedikamente sind sicher

Den Studienautoren zufolge gibt es unter Asthmatikerinnen, die schwanger werden, rund 40 Prozent, die die Einnahme von Asthmamedikamenten während der Schwangerschaft reduzieren oder beenden, weil sie befürchten, sie könnten dem Kind schaden. „Es ist verständlich, dass werdende Mütter während ihrer Schwangerschaft weitgehend auf Medikamente verzichten wollen. Allerdings macht das bei einer chronischen Erkrankung wie Asthma bronchiale keinen Sinn“, erläutert Prof. Adrian Gillissen, Stellvertretender Vorsitzender der Deutschen Lungenstiftung und Direktor der Abteilung für Innere Medizin und PneumologiePneumologie
Die Atemwegs- und Lungenheilkunde (Pneumologie) ist ein Teilgebiet der Inneren Medizin, das sich mit der Vorbeugung, Erkennung und fachärztlichen Behandlung von Krankheiten der Lunge, der Bronchien, des Mediastinums (Mittelfell) und der Pleura (Rippen- und Lungenfell) befasst.
von der Ermstalklinik Reutlingen-Bad Urach. „Zum einen sind moderne Asthmamedikamente - wenn sie vorschriftsmäßig eingenommen werden - sicher und werden dem heranwachsenden Kind nicht schaden. Zum anderen entstehen u. U. lebensbedrohliche Probleme für die Mutter und das ungeborene Kind, wenn Asthmatikerinnen ihre Medikamente einfach weglassen und ihr Asthma dann so außer Kontrolle gerät, dass sie einen Asthma-Anfall erleiden.“

Hormonelle Umstellung während der Schwangerschaft erhöht die Neigung zu Asthma-Anfällen

Bei schwangeren Asthmatikerinnen kommt zusätzlich das Problem hinzu, dass sie infolge der hormonellen Umstellung während der Schwangerschaft noch mehr Asthma gefährdet sind als sonst. „Das Schwangerschaftshormon Progesteron verstärkt die Entzündungsreaktionen des Körpers und damit auch die Neigung zu Asthma-Anfällen, so dass die Gefahr für solche Anfälle während einer Schwangerschaft zunimmt“, erklärt Prof. Gillissen. „Viel besser ist es daher, das Asthma konsequent von Beginn bis zum Ende der Schwangerschaft medikamentös optimal einzustellen und regelmäßig zu kontrollieren, um Verschlechterungen der Atemwegserkrankung bis hin zu Asthma-Anfällen auszuschließen, die sowohl für die Mutter als auch das Kind lebensbedrohlich sein können.“

Autor: äin-red

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