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08.02.2007

Grippewelle genau zum Karneval – Jetzt noch impfen lassen!

Der Beginn der diesjährigen Grippewelle fällt offenbar genau mit dem Höhepunkt der Karnevalssaison zusammen. Dabei ist gerade in der Karnevalszeit das Risiko besonders hoch, sich mit Grippeviren zu infizieren, da größere Menschenansammlungen die Ansteckungsgefahr erheblich steigern. Darauf weisen die Lungenärzte vom Bundesverband der Pneumologen (BdP) hin.

Nach Angaben des Robert Koch-Instituts steht uns in den nächsten 1-2 Wochen der Ausbruch der diesjährigen Grippeepidemie bevor. Das wäre genau zum Höhepunkt der Karnevalssaison. Dabei ist gerade in der Karnevalszeit das Risiko sowieso besonders hoch, sich mit Grippeviren anzustecken. Darauf weist der Bundesverband der Pneumologen (BdP) hin. „Größere Menschenansammlungen steigern die Ansteckungsgefahr erheblich“, erläutert Dr. Michael Barczok, Medienbeauftragter des BdP und niedergelassener Lungenfacharzt im Lungenzentrum Ulm. „Besonders in überfüllten, schlecht gelüfteten Kneipen und Bars können sich die Viren in der Atemluft anreichern und dann entsprechend leicht auf weitere Menschen, die dort feiern, mittels Tröpfcheninfektion übertragen werden. Aber auch Schmierinfektionen sind häufig, da die Erreger quasi überall lauern – zum Beispiel auf Türgriffen, Gläsern und Flaschen. Wer viel auf Karnevalsfesten aktiv ist, sollte sich daher besser gegen Grippe impfen lassen. Schließlich bietet diese Impfung den besten Schutz vor einer Erkrankung an der humanen Influenza. Außerdem kann der menschliche Körper mit einer zu luftigen Kostümierung plus übermäßigen Alkoholkonsum bei den jetzt herrschenden, tiefen Außentemperaturen sehr schnell auskühlen. Dann ziehen sich unter anderem die Schleimhäute im Nasen-Rachen-Raum zusammen und werden weniger durchblutet, so dass Krankheitserreger, die in die oberen Atemwege eindringen, schlechter abgewehrt werden können. Wenn dann noch - wie im Fasching häufig - zu wenig Schlaf, zu viele alkoholische Getränke und womöglich Zigaretten die Abwehrkraft des körpereigenen Immunsystems zusätzlich schwächen, kann man sich nicht nur schnell eine gewöhnliche Erkältung einfangen, sondern eben auch eine ernsthafte Influenza-Grippe “, warnt Barczok.

Beginn der Grippewelle in etwa 1-2 Wochen erwartet
In den letzten Wochen ist die Häufigkeit von Atemwegsinfektionen und Grippeerkrankungen hierzulande nach Angaben des Robert Koch-Instituts weiter angestiegen - aber auch die internationale Situation weist darauf hin, dass sich in den nächsten Wochen eine Influenza-Welle aufbaut. „Wann diese auch bei uns anrollt, ist nur eine Frage der Zeit. Wahrscheinlich müssen wir aber in etwa 1 bis 2 Wochen mit dem Beginn der Grippe-EpidemieEpidemie
Tritt eine Erkrankung örtlich und zeitlich stark gehäuft auf, spricht man von einer Epidemie. Trifft beispielsweise eine neue Variante des wandelbaren Influenza-Virus auf eine Bevölkerungsgruppe, die noch keine Abwehr gegen diesen bestimmten Erreger aufgebaut hat, kann diese Virus-Variante sich schnell verbreiten. Die Ausbreitung stoppt erst, wenn der Erreger Menschen befällt, die z.B. aufgrund einer Grippe-Schutzimpfung Antikörper dagegen gebildet haben.
Das amerikanische Center for Disease Control spricht von einer Grippe-Epidemie, wenn die Todesrate durch Influenza und Lungenentzündung (die so genannte Übersterblichkeit) um mehr als 7,5% höher liegt als in einem durchschnittlichen Winter.
Eine Epidemie bleibt im Gegensatz zur Pandemie auf eine bestimmte Region begrenzt.
in Deutschland rechnen“, betont Barczok. „Zum Glück ist es trotzdem noch nicht zu spät, sich jetzt schnell noch gegen Grippe impfen zu lassen, da sich der Grippeschutz nach etwa 10 bis 14 Tagen aufgebaut hat. Während der närrischen Tage ist es zur Stärkung des Immunsystems außerdem ratsam, eine vitaminreiche Nahrung mit viel frischem Obst und Gemüse zu sich zu nehmen und sich möglichst viel an der frischen Luft zu bewegen. Wichtig ist dabei vor allem, keine kalten Füße zu bekommen: Dicke Socken und trockene Schuhe halten die Füße warm und schützen vor einer Unterkühlung des Körpers. Bei häufig wechselnden Innen- und Außentemperaturen sollte man am besten „Zwiebellook“ tragen – also mehrere dünne Kleidungsschichten übereinander, die sich dann je nach Bedarf flexibel kombinieren lassen. Zur Pflege der Schleimhäute und generellen Vorbeugung von Atemwegsinfekten ist viel Trinken (nicht-alkoholischer Getränke) angesagt und das regelmäßige Inhalieren von Kochsalzlösungen“, empfiehlt Barczok.