LUNGENÄRZTE

im Netz

In Zusammenarbeit mit:

Herausgeber:

30.08.2021

Grippeimpfung kann auch vor Komplikationen durch Covid-19 schützen

Die Grippeimpfung kann vor schweren Auswirkungen von CovidCovid
siehe "Was ist Covid?"
-19 schützen. Das macht sie auch für Menschen interessant, die sich noch nicht gegen CoronaCorona
impfen lassen konnten. Darauf weisen Experten der Deutschen Lungenstiftung hin unter Berufung auf die Ergebnisse einer aktuell publizierten Studie.

Die Grippewelle ist im vergangenen Winter dank der Corona-Schutzmaßnahmen - Lockdown, Mund-Nasen-Schutzmasken und Desinfektion – weitaus geringer ausgefallen als in anderen Jahren: Im Vergleich zur Saison 2019/2020 mit 187.500 bestätigten Influenzavirusinfektionen und knapp 1000 grippebedingten Todesfällen wurden hierzulande in der Saison 2020/2021 nur 585 Infektionen und 17 Tote registriert. Aufgrund der geringeren Infektionszahlen dürfte allerdings auch die Immunität der Bevölkerung gegenüber Grippeviren in der kommenden Saison niedriger ausfallen als üblich. Umso wichtiger ist es – insbesondere für Risikogruppen wie Patienten mit chronischen Erkrankungen wie COPD, Asthma, Krebs, Aids etc. – sich nicht nur gegen Corona, sondern auch gegen Grippe impfen zu lassen. Zumal die Grippeimpfung zusätzlich auch vor schweren Auswirkungen von Covid-19 schützt – wie eine aktuelle, retrospektive Studie mit 74.754 Teilnehmern aus den USA jetzt belegt (siehe PlosOne, Online-Veröffentlichung am 3.8.2021).

Seltener Thrombosen, Schlaganfälle und Sepsis nach Corona-Infektion

Den Forschenden der Universität Miami zufolge erlitten Menschen, die 6 Monate bis zwei Wochen vor einer Infektion mit SARS-CoV-2 gegen Grippe geimpft worden waren, seltener Komplikationen aufgrund einer schweren Covid-19-Erkrankung wie tiefe Venenthrombosen, SchlaganfälleSchlaganfälle
Schlaganfälle ereignen sich gehäuft während des Blutdrucktiefs gegen 3 Uhr nachts (midnight stroke) oder während des zweiten Blutdrucktiefs am Nachmittag. Die Krankheitsanzeichen setzen meist plötzlich ein und hängen vom Ort des Infarktes ab. Erste Anzeichen können heftige Kopfschmerzen, ausgeprägte Bewusstseinstrübung bis hin zu Bewusstlosigkeit sein. Es entwickelt sich eine meist im Arm- und Gesichtsbereich betonte einseitige Lähmung. Zunächst ist die gelähmte Seite erschlafft (im Gesicht z.B. als hängender Mundwinkel und Aufblähung der Wange auf der gelähmten Seite beim Ausatmen = "Tabakblasen"), später können auch unkontrollierte Zuckungen hinzu kommen. Eine Hirndurchblutungsstörung ist entweder Folge eines thrombotischen oder embolischen Gefäßverschlusses (ischämischer Hirninfarkt) oder eines spontanen Gefäßrisses mit nachfolgender Einblutung (hämorraghischer Hirninfarkt).
Ischämischer Schlaganfall: Hirninfarkt, der durch eine Blutstauung aufgrund verstopfter Gefäße verursacht wird und deshalb zu einer Unterversorgung der Hirnzellen mit Sauerstoff führt. Ein ischämischer Hirninfarkt auf Grund von Minderdurchblutung eines Endarterienareals bei plötzlichem Gefäßverschluss der Arterie ist mit 80-85% die häufigste Ursache eines Schlaganfalls. 
Hämorraghischer Schlaganfall: Verkalkte Blutgefäße im Gehirn brechen auf, was zu Gehirnblutungen führt. Dabei wird die Blutzufuhr und damit Sauerstoffversorgung der betroffenen Gehirnzellen unterbrochen bzw. abgebrochen und sie sterben ab.
 
 
und Sepsis. Außerdem mussten Grippe-Geimpfte seltener wegen Covid-19 notfallmedizinisch oder intensivmedizinisch versorgt werden. „Dieser gleichzeitige Schutz vor Komplikationen durch Covid-19 macht die Grippeimpfung auch für Menschen interessant, die sich noch nicht gegen Corona impfen lassen konnten“, kommentiert Prof. Gillissen, Stellvertretender Vorsitzender der Deutschen Lungenstiftung und Direktor der Abteilung für Innere Medizin und PneumologiePneumologie
Die Atemwegs- und Lungenheilkunde (Pneumologie) ist ein Teilgebiet der Inneren Medizin, das sich mit der Vorbeugung, Erkennung und fachärztlichen Behandlung von Krankheiten der Lunge, der Bronchien, des Mediastinums (Mittelfell) und der Pleura (Rippen- und Lungenfell) befasst.
von der Ermstalklinik Reutlingen-Bad Urach die Studienergebnisse.  

Grippeimpfung in den Herbstmonaten empfohlen

Die jährliche Influenza-Welle beginnt in der Regel zum Jahreswechsel und erreicht ihren Höhepunkt üblicherweise zwischen Januar und März. Grundsätzlich wird eine Impfung gegen Influenza vorzugsweise in den Monaten Oktober und November empfohlen, da es etwa 10 bis 14 Tage dauert, bis ein vollständiger Impfschutz aufgebaut wird. Doch wird sie auch noch später in der Saison von der STIKO als sinnvoll erachtet.

Autor: äin-red

Dies ist eine Pressemeldung der Deutschen Lungenstiftung. Der Abdruck dieser Pressemeldung oder von Teilen des Artikels ist unter folgender Quellenangabe möglich: www.lungenaerzte-im-netz.de. Bei Veröffentlichung in Online-Medien ist diese Quellenangabe (in Form eines aktiven Links entweder auf die Startseite oder auf eine Unterseite der Webseite der Lungenärzte-im-Netz) erforderlich, bei Veröffentlichung in Printmedien ist ebenfalls ein Hinweis auf diese Webadresse notwendig.