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20.09.2021

Frühe Rasselgeräusche beim Einatmen deuten auf COPD

Das Timing der Rasselgeräusche – früh im Prozess des Einatmens – weist auf eine Erkrankung an COPD hin und ist offenbar noch stärker mit COPD assoziiert als die Geräuschqualität. Das hat Vorteile für die Diagnose. Denn der Zeitpunkt des Auftretens ist eindeutig zu ermitteln, während die Qualität der Geräusche Interpretationsspielraum zulässt.

Sind beim Abhören der Lunge (Auskultation) früh im Prozess der Einatmung Rasselgeräusche hörbar, kann das ein Hinweis auf eine chronisch-obstruktive Lungenerkrankung (COPD) sein. Denn das Timing solcher Laute hat einen hohen Vorhersagewert.

Frühe inspiratorische Rasselgeräusche können v.a. der bronchialen Obstruktion zugeordnet werden, späte eher restriktiven Erkrankungen. Dies hat damit zu tun, dass sich die Lungen beim Einatmen (Inspiration) sequenziell von oben nach unten entfalten. Man unterscheidet Rasselgeräusche außerdem nach ihrer Qualität in fein- oder grobblasige. Als typisch für die COPD gelten grobblasige inspiratorische Rasselgeräusche, also in den großen Atemwegen beim Einatmen.

Hasse Melbye von der Universität Tromsø und Kollegen haben den Nutzen der Charakteristika von Rasselgeräuschen in der Diagnostik der COPD evaluiert (siehe BMJ Open Respiratory Research, Online-Veröffentlichung am 29.6.2021). Zwei Untersucher auskultierten unabhängig voneinander die Lungen von insgesamt 3684 Erwachsenen über 40 Jahre. Eine COPD wiesen 204 (5,5 %) der Teilnehmer auf. Basale inspiratorische Rasselgeräusche hörte Untersucher 1 bei 306 und Untersucher 2 bei 323 Teilnehmern.

Wurde dieser Befund bilateral festgestellt, war dies ein Prädiktor für eine COPD (mit einer Odds Ratio von 2,59 bzw. 3,20). Als ähnlich starker Prädiktor stellten sich grobblasige bilaterale Rasselgeräusche heraus (Odds Ratio: 2,65 bzw. 3,67). Als deutlich prädiktiver erwies sich aber das Timing: Für das Auftreten von Rasselgeräuschen in der frühen Inspirationsphase lagen die Odds Ratio bei 6,88 bzw. 7,63. Frühe Rasselgeräusche über einer oder beiden Lungen waren mit einem positiven prädiktiven Wert für eine COPD von 23 % verbunden.
Das Timing der Rasselgeräusche war in dieser Untersuchung stärker mit der COPD assoziiert als die Geräuschqualität. Der Vorteil: Der Zeitpunkt des Auftretens ist eindeutig zu ermitteln, während die Qualität der Geräusche Interpretationsspielraum zulässt.

Quelle: Medical Tribune am 22.6.2021