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23.06.2010

Frauen anfälliger für Gesundheitsschäden durch Rauchen

Insgesamt greifen in Deutschland zwar weniger Frauen als Männer zur Zigarette. Doch die Gesundheit von Frauen ist für Schäden infolge des Rauchens besonders anfällig. Bei ihnen reichen geringere Tabakmengen aus, um das Risiko für Krebs und Herz-Kreislauferkrankungen zu erhöhen. Darauf macht die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung aufmerksam.

Etwa ein Viertel der weiblichen Bevölkerung in Deutschland raucht. Damit greifen zwar insgesamt weniger Frauen als Männer zur Zigarette (26 Prozent gegenüber 34 Prozent). Allerdings ist die Gesundheit von Frauen für Schäden infolge des Rauchens besonders anfällig. Darauf macht die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) anlässlich des Welt-Nichtraucher-Tages am 31. Mai aufmerksam, dem die Weltgesundheitsorganisation in diesem Jahr den Themenschwerpunkt „Frauen und Rauchen mit einem Fokus auf die Vermarktung von Tabak-Produkten an Frauen“ zugeteilt hat.

„Wie wissenschaftliche Studien belegen, reichen bei Frauen geringere Tabakmengen aus, um das Risiko für chronische Erkrankungen wie Herz-Kreislauferkrankungen oder Krebs zu erhöhen“, erklärt Prof. Dr. Elisabeth Pott, Direktorin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. Insgesamt gehen zwischen 25 und 30 Prozent aller Krebserkrankungen auf das Rauchen zurück. „Seit vielen Jahren steigt dabei die Zahl der an Lungenkrebs erkrankten Frauen. Aber auch die Entstehung von Gebärmutterhalskrebs oder Brustkrebs wird durch das Rauchen wahrscheinlicher.“ Darüber hinaus beschleunigt der Tabakrauch die Hautalterung und erhöht das Risiko für Atemwegserkrankungen und Osteoporose.

Seit vielen Jahren hat die Tabakwerbung Frauen als Zielgruppe im Visier und orientiert sich gezielt an deren Wünschen, nämlich schlank und attraktiv sein zu wollen. Zu den Marketingstrategien, die vor allem Frauen ansprechen sollen, gehören z.B. das Design und die Farbgebung der Verpackung. Zudem knüpft die Werbung häufig an Eigenschaften und Werte an, die für Frauen gegenwärtig offenbar wichtig sind - wie Unabhängigkeit, Romantik, Freundschaften, Schlanksein oder Glamour. „Studien haben gezeigt, dass diese Marketing-Strategien bei Frauen wirken“, betont Prof. Dr. Pott. „Aber Frauen sollten sich bewusst machen, dass Attraktivität nicht von der Zigarette abhängt. Im Gegenteil – nach Rauch zu riechen ist eher unattraktiv. Denn wer küsst schon gerne eine Raucherin oder einen Raucher?“

Obwohl die meisten Raucherinnen die gesundheitlichen Risiken kennen, fällt es Frauen häufig schwerer als Männern mit dem Rauchen aufzuhören. Denn die Zigarette erfüllt bei Frauen offenbar eine andere Funktion. So rauchen sie angeblich vor allem, um sich in stressigen Situationen zu beruhigen. Bei einem Rauchausstieg könnte Stress daher zum Rückfallrisiko werden. Auch die Angst vor einer Gewichtszunahme ist für viele Frauen eine Hürde für den erfolgreichen Rauchausstieg und führt in einigen Fällen sogar dazu, dass ein Rauchstopp gar nicht erst in Angriff genommen wird.

Auf ihrem Internetportal zum Thema Nichtrauchen www.rauchfrei-info.de hat die BZgA zum Themenschwerpunkt „Frauen und Rauchen“ ausführliche Informationen (über frauenspezifische Gesundheitsrisiken, die Gefahren des Rauchens in der Schwangerschaft und nach der Geburt sowie über speziell auf Frauen zugeschnittene Tabak-Vermarktungsstrategien) in einem eigenen Frauengesundheitsportal unter extern_7 zusammengestellt. Aufhörwillige Raucherinnen erhalten dort außerdem Tipps und professionelle Unterstützung, um den Rauchausstieg erfolgreich zu bewältigen – z.B. mit Hilfe eines Online-Ausstiegsprogramms der BZgA.

Speziell auf Frauen zugeschnittene Präventionsangebote fordert auch der Direktor des Instituts für Epidemiologie und Sozialmedizin, Ulrich John. Während bei Männern die Raucherquote in den vergangenen zehn Jahren gesunken sei, liege sie bei Frauen weiter konstant bei knapp über 20 Prozent. John zufolge greifen Bemühungen zur Senkung des Zigarettenkonsums bei Frauen schlechter als bei Männern. Rauchende Frauen seien zudem durch medikamentöse Verhütung und Schwangerschaft von Krankheiten wie Beinvenen-Thrombosen betroffen, deren Risiken durch das Rauchen vervielfacht würden.