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11.02.2013

Forschung an der einer potenziellen Achillesferse von Lungenkrebs

Würzburger Forscher sind einem möglichem Motor für MetastasenMetastasen
Vom Krebs ausstreuende Tochter-Geschwülste
bei Lungenkrebs auf die Spur gekommen. Im Visier haben sie eine bestimmte Bindungsstelle (Tyrosinkinase-Rezeptor, TrkB) und das dort angelagerte Molekül namens BDNF, die eine entscheidende Rolle bei der Wanderung und beim Überleben von Zellen – und damit möglicherweise auch ihrer Metastasierung - spielen sollen.

Patienten mit nicht-kleinzelligem LungenkrebsLungenkrebs
Das ist der im Brustkorb gelegene Raum zwischen den beiden Lungenflügeln, in dem die Brusteingeweide untergebracht sind - also das Herz, zugehörige Nerven, Gefäße und Lymphknoten. Die Pleuren (Rippen- und Lungenfell), welche die beiden Brustfellhöhlen mit den Lungenflügeln auskleiden, bilden eine Trennwand zwischen Mediastinum und Lunge. Nach vorne und hinten wird dieser Raum vom Brustbein und der Brustwirbelsäule begrenzt, von oben und unten erstreckt er sich etwa ab Höhe des Schlüsselbeins bis hinunter zum Zwerchfell. 
haben nur geringe Heilungschancen. Ein wesentlicher Grund dafür ist, dass sich beim Lungenkrebs zum Zeitpunkt der Diagnose oftmals bereits Tochtergeschwülste (Metastasen) vom Primärtumor in der Lunge abgesiedelt haben. Gegenwärtig gibt es keine wirksame Therapie zur Prävention oder Bekämpfung solcher Metastasen. Dr. Rudolf Götz und sein Team am Universitätsklinikum Würzburg untersuchen einen Mechanismus, der für die Metastasierung verantwortlich sein könnte. Im Visier haben sie einen Rezeptor, der an der Zelloberfläche ausgeprägt wird - den „Tyrosinkinase-Rezeptor“ (TrkB), und das angelagerte Molekül namens „BDNF“.

Bei Lungenkrebs sind die Tumorzellen im frühen Stadium der Erkrankung noch miteinander verbunden. Den „Klebstoff“ zwischen den Zellen bilden spezialisierte Moleküle - wie zum Beispiel das E-Cadherin. Forscher vermuten, dass die Absiedelung von Tumorzellen aus dem Primärtumor dadurch zustande kommt, dass zunächst der Kontakt der Krebszellen untereinander aufgelöst wird, so dass die Krebszellen beweglich werden und wandern können.
Von Nervenzellen weiß man, dass der Tyrosinkinase-Rezeptor (TrkB) und sein Ligand BDNF eine Rolle bei der Wanderung und beim Überleben der Zellen spielen. Außerdem wird TrkB bei Bronchialtumor-Patienten mit schlechten Heilungschancen im Lungentumorgewebe und in dessen Metastasen in den Lymphknoten produziert. Daher vermutet Dr. Götz, dass TrkB bei Lungenkrebs auch ein entscheidender Faktor bei der Auflösung der Zellkontakte und damit bei der Metastasierung sein könnte.

In Zellkulturexperimenten untersuchen die Würzburger Forscher nun, ob durch die Bildung (Expression) von TrkB in menschlichen Lungentumorzellen auch die Expression des Zell-Adhäsionsmoleküls E-Cadherin abgeschwächt wird und dadurch der Zellkontakt der Tumorzellen untereinander aufgelöst wird. „Wir hoffen, dass unsere Experimente eine Achillesferse metastasierender Lungentumorzellen offen legen und sich dadurch ein neuer therapeutischer Ansatz ergibt“, fasst Dr. Götz das Ziel des Projekts zusammen.

Quelle: Wilhelm Sander-Stiftung