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13.11.2017

Feinstaubbelastung durch Öfen verringern

Fahrzeuge gelten zwar als die größten Verursacher von FeinstaubFeinstaub
Feinstaub gilt als giftig und kostet nach Schätzungen der EU-Kommission jährlich zahlreichen  Europäern das Leben. Mit einer Größe von weniger als 10 µm können Feinstäube in der Luft schweben (sog. Schwebstäube) und vom Menschen eingeatmet werden, so dass die Feinstaubteilchen in die Lunge gelangen und über die Lungenbläschen (Alveolen) in den Körper übergehen können. So stoßen sie u.a. bis in die Leber vor.
 
 
. Auch das Heizen mit Holz sorgt aber für einen hohen Gehalt der winzigen Partikel in der Luft.

© maho_Fotolia.com

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Heizen mit Holz ist unter Umständen nicht umweltfreundlich. Zwar handelt es sich bei Holz um einen nachwachsenden Rohstoff, der damit eine gute Alternative zu Erdöl, Gas und Kohle ist. Bei der Verbrennung entstehen aber Ruß und Feinstaub. Letzterer gilt als gesundheitsgefährdend. Die winzigen Partikel können Atemwegsprobleme und Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems verursachen.

In einigen Regionen ist das Problem mit Feinstaub besonders groß: An Deutschlands schmutzigster Straßenkreuzung in Stuttgart wurden 2016 an 63 Tagen die EU-Grenzwerte überschritten. Die Stadt ruft daher regelmäßig Feinstaubalarm aus. Dann ist die Nutzung von Kaminen verboten, die allein der Gemütlichkeit dienen - wenn sie nicht bestimmte Grenzwerte einhalten. Außerdem werden Autofahrer aufgerufen, ihr Fahrzeug in der baden-württembergischen Landeshauptstadt freiwillig nicht zu nutzen.

So einen Alarm gibt es zwar nur in Stuttgart, aber nach Angaben des Bundesumweltamtes wurden auch an Messstationen in Halle, Gelsenkirchen und Esslingen (26 Tage), Leipzig und Tübingen (21), Reutlingen (20) und Berlin-Neukölln (18) häufig schon Überschreitungen gemessen.

Auch wenn die Überschreitungen vor allem auf alte Autos zurückgehen: Holzöfen und -heizungen tragen auch dazu bei. Hausbesitzer können aktiv etwas gegen Feinstaub tun - mit der Wartung und Aufrüstung ihrer Öfen, aber auch mit dem richtigen Anzünden.

DER OFEN: Vor allem alte Öfen verursachen viele Emissionen. Um diese zu verringern, greift der Gesetzgeber ein: Seit Jahren werden schrittweise Ofengenerationen den gesetzlichen Regelungen in der Ersten Bundesimmissionsschutz-Verordnung (1.BImSchV) unterworfen.

So müssen zum Jahresende 2017 Heizungsanlagen, die mit Festbrennstoffen wie Holzscheiten, Pellets, Hackschnitzel oder Kohle befüllt werden und vor 1985 zugelassen wurden oder mit keiner Datumsangabe versehen sind, einen Grenzwert erfüllen. Dieser liegt bei 150 Milligramm pro Kubikmeter für Feinstaub. Für Kohlenmonoxid liegt er bei 4 Gramm pro Kubikmeter. Ist das nicht der Fall, müssen die Anlagen stillgelegt und ausgetauscht oder mit einem Staubfilter nachgerüstet werden. Andernfalls drohen laut Industrieverband Haus-, Heiz- und Küchentechnik (HKI) Bußgelder von bis zu 50 000 Euro.

Bereits seit 2010 wurden ältere Ofengenerationen entsprechend reguliert. Auch in den kommenden Jahren sind viele weitere Modelle betroffen: Für Geräte, die von 1985 bis 1994 gebaut wurden, muss die Regelung bis Ende 2020, für Baujahre seit 1995 bis Ende 2024 umgesetzt werden. Ausnahmen gibt es dem HKI zufolge für Grundöfen, Kochherde, Backöfen, Badeöfen und offene Kamine, die nur gelegentlich benutzt werden, sowie für Öfen, die vor 1950 gebaut wurden.

Kontrolliert werden die Maßnahmen vom Bezirksschornsteinfeger bei seiner üblichen Feuerstättenschau. Er kann die Besitzer auch im Vorfeld darüber informieren, ob ihr Modell die Grenzwerte einhält. Alternativ können bereits gewonnene Messdaten von Ofentypen einer HKI-Datenbank bezogen werden. Die Angaben finden Verbraucher oft auch in den Geräteunterlagen. Allerdings weist die Deutsche Umwelthilfe darauf hin, dass der reale Ausstoß meist deutlich höher sei als der Hersteller angibt.

DER SCHORNSTEIN: Auch die Pflege des Ofens hat Einfluss auf den Emissionsausstoß. Dieser wird zum Beispiel höher, wenn sich im Ofenrohr sowie im Schornstein eine Rußschicht festsetzt, erklärt der Bundesverband des Schornsteinfegerhandwerks in St. Augustin bei Bonn. Daher ist die regelmäßige Wartung wichtig.

DAS HOLZ: Feuchtes Holz verbrennt nicht vollständig, was zur Folge hat, dass viele Schadstoffe freigesetzt werden. Es gibt auch hierfür Vorschriften: Der sogenannte Feuchtegehalt des Holzscheites darf zum Zeitpunkt des Verbrennens maximal 25 Prozent betragen. Das entspricht einem Wassergehalt von rund 20 Prozent, erklärt der Eigentümerverband Haus & Grund Deutschland in Berlin. Die Holzscheite müssen daher erst entsprechend austrocknen, ehe sie in den Ofen dürfen - je nach Größe der Scheite und Holzart kann das etwa zwei Jahr dauern.

Die Experten von Haus & Grund empfehlen sogar einen Feuchtegehalt des Holzes von weniger als 22 Prozent (weniger als 18 Prozent Wassergehalt). Messen lässt sich der Wert mit günstigen Geräten aus dem Baumarkt. Oder man nimmt einen Nagel und drückt ihn in das Holz ein. Geht das leicht, sind die Fasern noch zu feucht. Ist das Holz verschmutzt oder gar schimmelig, ist der Schadstoffausstoß auch hoch, erläutert die Deutsche Umwelthilfe.

DAS ANZÜNDEN: Auch falsche Handhabung der Öfen kann für Feinstaub in Wohnräumen verantwortlich sein - und das nicht zu knapp. So gibt die Deutsche Umwelthilfe an, dass ein Kaminofen durchschnittlich 100 Milligramm pro Kubikmeter Feinstaub ausstößt. Wird ein alter Ofen mit einfacher Technik auch noch falsch betrieben, kann der Wert mehr als 5000 Milligramm pro Kubikmeter betragen.

Warum? Brennt das Holz am Anfang zu langsam ab, gibt es vergleichsweise viele unverbrannte Kleinstoffe in die Luft ab. Daher gilt meist der Tipp, das Holz von oben anzuzünden. So rät der Bundesverband des Schornsteinfegerhandwerks, ganz unten in den Brennraum zwei bis drei Holzscheite zu legen. Oben drauf kommen ein Anzünder sowie mehrere zum Gitter gelegte Anzündhölzer. Diese brennen schnell an, da sie dünner und meist auch aus Weichholz sind.

Für eine saubere Verbrennung brauchen die Flammen ausreichend Sauerstoff. Erst wenn das Holz im Ofen gut brennt, sollte die Luftzufuhr soweit verringert werden, wie es in der Anleitung des Ofenbauers steht.

Quelle: dpa