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29.08.2022

Ernährung bei Unter- und Übergewicht und COPD

Die Ursachen und Auswirkungen von Mangelernährung bei COPD-Patienten sowie die Methoden der Ernährungstherapie bei Unter- wie auch Übergewicht werden Roxana J. Nolte-Jochheim (Ernährungstherapie Wyk auf Föhr) und Britta Ziebarth (Ökotrophologie Wyk auf Föhr) in ihren Vorträgen auf dem 14. Symposium Lunge 2022 am 3.9.2022 näher erläutern.

Die Ernährungstherapie bei COPD wird als Therapiebaustein oftmals unterschätzt. Dabei spielt der Ernährungszustand eine bedeutende Rolle im Verlauf der COPD Erkrankung: Er beeinflusst die körperliche Belastbarkeit, das ImmunsystemImmunsystem
Das körpereigene Abwehrsystem besteht aus drei Funktionskreisen:
(1) Knochenmark als Bildungsort für Immunzellen.
(2) Verschiedene zentrale Immunorgane wie Thymus (Prägung von T-Lymphozyten) und darmnahe Lymphorgane (für die Prägung von B-Lymphozyten).
(3) Sekundäre Lymphorgane wie Milz, Lymphknoten und Mandeln (Tonsillen).
Man unterscheidet die so genannte humorale Abwehr (über die Körperflüssigkeiten mit darin enthaltenen Antikörpern und Faktoren aus dem so genannten Komplementsystem) und die zellvermittelte Abwehr (mit B- und T-Zellen, Makrophagen, Antigen-präsentierenden Zellen, Granulozyten u.a.).
und nicht zuletzt das Risiko der Sterblichkeit. Eine gute Ernährungstherapie verbessert den Ernährungszustand und somit die Prognose der COPD.

Der Body Mass Index (BMI) (Gewicht in kg / Größe in m2) ist zur Erfassung des Ernährungszustandes nicht ausreichend, da er nicht die Körperzusammensetzung eines Patienten berücksichtigt. Die Diagnostik der Wahl ist hier die Bioelektrische Impedanz Analyse (BIA). Mit ihr werden die einzelnen Körperkompartimente bestimmt: Fettmasse, fett-freie Masse (Muskelmasse, Gesamtkörperwasser sowie intra- und extrazelluläres Wasser, Zellmasse) sowie der Phasenwinkel als Parameter für den Ernährungs- und Trainingszustand der Zellen. Mithilfe der BIA kann zudem eine Mangelernährung aufgedeckt werden.

Zwischen 20 und 60 % der COPD-Patienten sind mangelernährt. Eine Mangelernährung besteht, wenn eines der folgenden Kriterien erfüllt ist:

  • Body Mass Index (BMI)Body Mass Index (BMI)
    Der BMI ergibt sich aus dem Quotienten des Körpergewichts einer Person in Kilogramm und dem Quadrat der Körpergröße in Metern (Gewicht/Größe2 [kg/m2]). Als normal gelten Werte zwischen 20 und 25.
     
    < 18,5 kg/m2
  • ein ungewollter Gewichtsverlust von mehr als 5 % in den letzten 3 Monaten
  • fettfreie Masse Index (FFMI) < 15 kg/m2 (Frau en) bzw. < 17 kg/m2 (Männer)

Der fettfreie Masse Index (FFMI) zeigt die Muskelausprägung des Körpers an. Auch bei normal- oder übergewichtigen Patienten eignet er sich als Parameter zur Diagnostik einer Mangelernährung. Ein zu geringer FFMI bei COPD ist mit einer schlechteren Lungenfunktion, einem schwereren Verlauf und einer höheren Sterblichkeit assoziiert.

Welche Ursachen für eine Mangelernährung vorliegen können, welche Auswirkungen auch Übergewicht auf die COPD haben kann und mit welchen Methoden der Ernährungstherapie sowohl Untergewicht als auch Übergewicht zu behandeln sind, werden die Referentinnen in ihren Vorträgen ausführlich erläutern.

Passend zu diesem Thema hat der COPD-Deutschland e.V. einen Patientenratgeber herausgegeben, den Sie auf https://www.copd-deutschland.de/images/patientenratgeber/patientenbroschueren/copd-und-ernaehrung.pdf online lesen oder als Print Medium bestellen können.

Quelle: Vorträge von Roxana J. Nolte-Jochheim (Ernährungstherapie Wyk auf Föhr) und Britta Ziebarth (Ökotrophologie Wyk auf Föhr) auf dem 14. Symposium Lunge 2022 am 3. September 2022

Anfragen bezüglich des Symposiums richten Sie bitte an:
Organisationsbüro Symposium-Lunge
Heike und Jens Lingemann
symposium-org@copd-deutschland.de
Telefon: 02324 - 999 959

Alle Informationen zur Veranstaltung finden Sie hier: Symposium-Lunge 2022