LUNGENÄRZTE

im Netz

In Zusammenarbeit mit:

Herausgeber:

11.07.2006

Entwöhnung von Light-Zigaretten fällt vielen Rauchern schwerer

Das Rauchen von so genannten, leichten Zigaretten kann das Nikotinsuchtrisiko erhöhen und es den Betroffenen damit noch schwerer machen, von den Glimmstängeln wieder loszukommen. Davor warnen die Lungenärzte vom Bundesverband der Pneumologen (BdP)...

Viele Raucher wählen Light-ZigarettenLight-Zigaretten
Seit 2003 verbietet eine europäische Tabak-Produktrichtlinie Bezeichnungen wie „Light“, „Leicht“ oder „Mild“ für Zigaretten, da der Verbraucher hinsichtlich ihrer tatsächlich gesundheitsgefährdenden Inhaltsstoffe getäuscht werde. Heute tragen solche Tabak-Produkte oft Namenszusätze wie „Blue“ oder „Gentle“. 
 
, weil sie hoffen, dass diese weniger schädlich für ihre Gesundheit sind. Damit aber steigern sie womöglich nur ihre Nikotinsucht und erschweren sich dadurch die Raucherentwöhnung, warnen die Lungenärzte vom Bundesverband der Pneumologen (BdP). Eine aktuelle US-Studie von der University Pittsburgh, in der 12.000 amerikanische Raucher zu ihrem Rauchverhalten befragt wurden, zeigt auf, dass Raucher von „leichten“ Zigaretten nur halb so häufig mit dem Rauchen aufhören, wie Raucher von Zigaretten mit höherem Teer- und Nikotingehalt. Außerdem scheint die Entwöhnung von „leichten“ Zigaretten mit zunehmendem Alter immer schwerer zu fallen: So liegt die Wahrscheinlichkeit, dass ein Light-Raucher ab 65 Jahren mit dem Rauchen aufhört, 75 Prozent unter der eines Normalrauchers.

Light-Zigaretten gar nicht weniger schädlich als normale
Dass das Rauchen von Light-Zigaretten gegenüber normalen gar nicht weniger schädlich ist, hatten frühere Studien bereits nachgewiesen. „Niedrigere NikotinNikotin
Mehrere Gründe sprechen dafür, dass die abhängigkeitserzeugende Substanz in Zigaretten das Nikotin ist:
  * Nikotin dringt ins zentrale Nervensystem (ZNS) ein und ist psychoaktiv.
  * Die physiologischen Effekte von Rauchen und gespritztem Nikotin sind identisch.
  * Nikotin funktioniert als „positiver Verstärker". Menschen (und auch Tiere) fügen sich in Experimenten eigenständig Nikotin zu.
  * Das Ablassen vom Suchtstoff (Tabak-Abstinenz) fällt leichter, wenn Nikotin medikamentös zugeführt (substituiert, also ersetzt) wird.
  * Raucher neigen dazu, ihr Rauchverhalten an die verschiedenen Nikotingehalte von Tabakerzeugnissen anzupassen
- und Kondensationswerte in den Light-Varianten sollen dadurch erreicht werden, dass der Zigarettenfilter kleine Löcher enthält. Allerdings halten Raucher diese Löcher häufig zu, wenn sie einen Zug nehmen, oder aber sie ziehen stärker am Glimmstängel und inhalieren den Rauch tiefer, so dass sie letztendlich mehr Nikotin und Teer aus einer Zigarette holen, als ein Rauchautomat an Nikotin- und Kondensationswerten in der Regel ermittelt“, erläutert Dr. Michael Barczok, Medienbeauftragter des BdP und niedergelassener Lungenfacharzt im Lungenzentrum Ulm. „Außerdem enthalten Light-Zigaretten keinen leichteren Tabak, sondern lediglich weniger. Tatsächlich verwenden die Hersteller sogar einen höheren Nikotingehalt pro Gramm Tabak, um - trotz der Löcher im Filter - genügend Geschmack liefern zu können. Da sich aus einer Light-Zigarette insgesamt weniger Nikotin als aus einer normalen Zigarette holen lässt, muss ein Raucher vergleichsweise mehr Zigaretten von der leichten Sorte konsumieren, um seinen gewohnten Nikotinspiegel aufrechtzuerhalten. Daher kann das Rauchen von Light-Zigaretten das Nikotinsuchtrisiko erhöhen und es den Betroffenen damit noch schwerer machen, von den Glimmstängeln wieder loszukommen.“ Da der Verbraucher mit Bezeichnungen wie „light“, „leicht“ oder „mild“ für Zigaretten hinsichtlich der gesundheitsgefährdenden Inhaltsstoffe getäuscht werde, sind diese seit 2003 verboten. Heutzutage tragen solche Tabak-Produkte stattdessen oft Namenszusätze wie „blue“ oder „gentle“.

Vor allem Frauen glauben, sich mit Light-Zigaretten weniger zu schaden
Der aktuellen Untersuchung aus Amerika nach glauben insbesondere Frauen mit gehobenem Bildungsniveau, durch die Wahl „leichter“ Zigaretten ihrer Gesundheit weniger zu schaden. „Das ist allerdings ein böser Irrglaube - auch hierzulande erkranken immer mehr Frauen an LungenkrebsLungenkrebs
Das ist der im Brustkorb gelegene Raum zwischen den beiden Lungenflügeln, in dem die Brusteingeweide untergebracht sind - also das Herz, zugehörige Nerven, Gefäße und Lymphknoten. Die Pleuren (Rippen- und Lungenfell), welche die beiden Brustfellhöhlen mit den Lungenflügeln auskleiden, bilden eine Trennwand zwischen Mediastinum und Lunge. Nach vorne und hinten wird dieser Raum vom Brustbein und der Brustwirbelsäule begrenzt, von oben und unten erstreckt er sich etwa ab Höhe des Schlüsselbeins bis hinunter zum Zwerchfell. 
. Im Vergleich zu 1992 starben 2002 doppelt so viele Frauen an Lungenkrebs. Besonders hoch ist der Anstieg bei jungen Frauen zwischen 25 und 45 Jahren – hier sind die die stationären Behandlungsfälle mit Lungenkrebs um fast 25 Prozent gestiegen. Damit stellt das Bronchialkarzinom bereits die dritthäufigste Krebstodesursache bei Frauen dar, nach Brust- und Darmkrebs. Bei deutschen Männern steht es nach wie vor auf Platz eins. In den USA haben die Frauen sogar noch weiter aufgeholt: Dort fordert Lungenkrebs mittlerweile bei beiden Geschlechtern die meisten Toten. Da hilft es kaum etwas, weniger oder leichtere Zigaretten zu rauchen. Das einzige, was sich positiv auf die Lebenserwartung auswirkt, ist der konsequente Verzicht auf Tabakwaren – und zwar in jedem Lebensalter. Dieser Effekt ist umso größer, je früher die Betroffenen mit dem Rauchen aufhören.“ Lesen Sie hier auf unserem Patienteninformationsportal www.lungenaerzte-im-netz.de noch mehr über die gesundheitlichen Auswirkungen von Tabakrauch und die Therapiemöglichkeiten bei Nikotinsucht.