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18.06.2015

Eine Bremse gegen das Fortschreiten eines frühen Lungenemphysems?

Die regelmäßige Einnahme von Aspirin (mindestens dreimal die Woche) über einen Zeitraum von zehn Jahren kann offenbar dazu beitragen, das Fortschreiten eines Lungenemphysems abzubremsen. Dieses Studienergebnis präsentierten Forscher des Columbia University Medical Center in New York kürzlich auf der Jahreskonferenz der American Thoracic Society, die vom 15.-20.5. in Denver stattfand.

Emphysem-CT; Foto: Prof. Dr. Dr. R. Loose, Klinikum Nürnberg

Das Lungenemphysem ist eine chronisch-obstruktive, fortschreitende Lungenerkrankung, die vornehmlich durch Rauchen verursacht zu zunehmender Atemnot mit Husten und Auswurf führt, wobei der Gasaustausch aufgrund einer Überblähung und Zerstörung der Lungenbläschen zunehmend gestört ist. Patienten mit einem Lungenemphysem im Anfangsstadium, die über zehn Jahre hinweg regelmäßig (an drei oder mehr Tagen pro Woche) Aspirin eingenommen haben, weisen bei der Computertomografie (CT) weniger durch Überblähung (Emphysem) zerstörte Lungenbereiche auf als Patienten, die kein Aspirin eingenommen haben. Zu diesem Ergebnis kommen Forscher des Columbia University Medical Center in New York, die ihre Studienergebnisse vor kurzem auf der Jahreskonferenz der American Thoracic Society (siehe ATS 2015, Poster Board 1022, Abstract Nr. 69159) präsentierten, die vom 15.-20.5. in Denver stattfand. Dieser durch Aspirin vermittelte Unterschied hielt auch nach Überprüfung auf mögliche zusätzliche Einflussfaktoren - wie das Ausmaß des Zigarettenkonsums, BluthochdruckBluthochdruck
Laut Hochdruckliga liegt der ideale Blutdruck bei 120/80 mmHg. Bluthochdruck ist eine krankhafte Steigerung des Blutdruckes in den Arterien auf einen systolischen Wert von über 140 mmHg und einen diastolischen Wert von über 90 mmHg. Bluthochdruck ist ein wichtiger Risikofaktor für Gefäßerkrankungen, Nierenschwäche und Herzschwäche.
, Alter und Geschlecht der Patienten - stand.

Möglicherweise kann Aspirin (Acetylsalicylsäure) durch eine Aktivierung der Blutplättchen (ThrombozytenThrombozyten
Das sind bestimmte Blutzellen, die bei der Blutgerinnung eine wesentliche Rolle spielen.
) und aufgrund seiner entzündungshemmenden Wirkung dazu beitragen, das Fortschreiten eines Lungenemphysems abzubremsen, meint Erstautor Dr. Carrie Aaron. Dies müsse jetzt näher untersucht werden, bevor Empfehlungen ausgesprochen werden könnten – schließlich hat Acetylsalicylsäure ja auch unerwünschte Nebenwirkungen wie z.B. eine erhöhte Blutungsgefahr aufgrund Hemmung der Blutgerinnung. Empfindliche Menschen reagieren auch mit Reizungen der Magen- und Darmschleimhaut sowie Sodbrennen. Eine längerfristige Einnahme von Aspirin kann außerdem zu Schwindel, Übelkeit, eingeschränktem Hörvermögen, Sehstörungen und Ohrensausen führen.