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20.08.2009

E-Zigaretten doch nicht so gesundheitlich unbedenklich wie bisher gedacht

Offenbar enthalten auch manche E-Zigaretten toxische und Krebs erregende Substanzen. Darauf machen die Lungenärzte der Deutschen Lungenstiftung e.V. (DLS) in Hannover aufmerksam unter Berufung auf eine Untersuchung der US-amerikanischen Kontrollbehörde Food and Drug Administration.

Vor dem Konsum von elektronischen Zigaretten bzw. E-Zigaretten warnt die US-amerikanische Kontrollbehörde Food and Drug Administration, da manche dieser Produkte toxische und Krebs erregende Substanzen enthalten. Darauf machen die Lungenärzte der Deutschen Lungenstiftung e.V. (DLS) in Hannover aufmerksam. „E-Zigaretten sollen nach Angaben der Hersteller dafür sorgen, dass keine Schadstoffe auβer NikotinNikotin
Mehrere Gründe sprechen dafür, dass die abhängigkeitserzeugende Substanz in Zigaretten das Nikotin ist:
  * Nikotin dringt ins zentrale Nervensystem (ZNS) ein und ist psychoaktiv.
  * Die physiologischen Effekte von Rauchen und gespritztem Nikotin sind identisch.
  * Nikotin funktioniert als „positiver Verstärker". Menschen (und auch Tiere) fügen sich in Experimenten eigenständig Nikotin zu.
  * Das Ablassen vom Suchtstoff (Tabak-Abstinenz) fällt leichter, wenn Nikotin medikamentös zugeführt (substituiert, also ersetzt) wird.
  * Raucher neigen dazu, ihr Rauchverhalten an die verschiedenen Nikotingehalte von Tabakerzeugnissen anzupassen
in den Körper gelangen“, erläutert Prof. Harald Morr, Vorstandsvorsitzender der DLS. „Insofern wurden sie bisher auch als gesünder als Tabakzigaretten erachtet. Allerdings sind jetzt in einer stichprobenartigen, chemischen Untersuchung der FDA in der Hälfte der untersuchten E-Zigaretten-Patronen NitrosamineNitrosamine
Von den bisher genauer untersuchten Nitrosaminen erwiesen sich etwa 90% als Krebs erregend. In der Stärke der karzinogenen Wirkung gibt es zwischen den einzelnen Nitrosaminen jedoch starke Unterschiede.
nachgewiesen worden, die bereits in kleinen Mengen krebserregend sind. In einer Patrone war sogar Diethylenglycol enthalten – zu welchem Zweck ist uns nicht bekannt. Jedenfalls handelt es sich um ein Frostschutzmittel, das nachgewiesenermaßen toxisch ist.“ Wie bei echten Zigaretten wird der Rauch einer E-Zigarette über ein Mundstück inhaliert, bloß wird dabei der Rauch aus einer speziellen, im Zigaretteninneren versteckten Patrone von einem Batterie angetriebenen Zerstäuber freigesetzt. Die Illusion einer glühenden Zigarettenspitze vermittelt eine LED. In Deutschland werden die Patronen in vier verschiedenen Nikotinstärken mit Normal- oder Minze-Geschmack angeboten.

Produktion unterliegt keinerlei behördlichen Kontrollen

„Ein großes Problem mit den E-Zigaretten ist, dass sie in China produziert werden und keinerlei behördlichen Kontrollen unterliegen“, betont Morr. „So können sie Schadstoffe enthalten, die nicht auf der Verpackung angegeben sind. Auch kann der tatsächliche Nikotin-Gehalt der einzelnen Patronen selbst bei angeblich gleicher Nikotinstärke erheblich schwanken. Gleichzeitig können als nikotinfrei deklarierte E-Zigaretten dennoch Spuren von Nikotin enthalten. Das ist im Hinblick auf das große Suchtpotenzials von Nikotin sehr bedenklich. Vor allem, wenn man bedenkt, dass Kinder und Jugendliche, die von angeblich nicht gesundheitsschädigenden E-Zigaretten zum Rauchen verführt und nikotinabhängig gemacht wurden, dann irgendwann auch zu den echten Zigaretten greifen werden.“