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27.08.2014

E-Zigaretten als Ausstiegshilfe weniger geeignet als geprüfte Methoden zur Tabakentwöhnung

Einer aktuellen US-Studie zufolge sind E-Zigaretten von ungewissem Nutzen dafür, sich das Rauchen abzugewöhnen. Da E-Zigaretten den Tabakzigaretten hinsichtlich Aussehen und Handhabung ähneln, wird durch ihren Gebrauch das gewohnte Rauchritual, aber auch das Sucht- und Rauchverhalten aufrechterhalten. Dadurch wird ein Rauchstopp möglicherweise sogar erschwert, warnen die Lungenärzte der Deutschen Lungenstiftung.

Viele Raucher wollen mithilfe der E-Zigarette mit dem Rauchen aufhören oder die Anzahl der gerauchten Tabakzigaretten zumindest reduzieren. Zum Rauchstopp sind andere, wissenschaftlich abgesicherte Methoden zur Tabakentwöhnung (Verhaltenstherapie in Kombination mit Präparaten gegen die anfänglichen NikotinNikotin
Mehrere Gründe sprechen dafür, dass die abhängigkeitserzeugende Substanz in Zigaretten das Nikotin ist:
  * Nikotin dringt ins zentrale Nervensystem (ZNS) ein und ist psychoaktiv.
  * Die physiologischen Effekte von Rauchen und gespritztem Nikotin sind identisch.
  * Nikotin funktioniert als „positiver Verstärker". Menschen (und auch Tiere) fügen sich in Experimenten eigenständig Nikotin zu.
  * Das Ablassen vom Suchtstoff (Tabak-Abstinenz) fällt leichter, wenn Nikotin medikamentös zugeführt (substituiert, also ersetzt) wird.
  * Raucher neigen dazu, ihr Rauchverhalten an die verschiedenen Nikotingehalte von Tabakerzeugnissen anzupassen
-Entzugserscheinungen wie Nikotin-Kaugummis, -Pflaster und/oder bestimmte Medikamente) aber sicherlich besser geeignet. Darauf machen die Lungenärzte der Deutschen Lungenstiftung (DLS) aufmerksam unter Berufung auf die Ergebnisse einer aktuellen US-Studie (siehe Otolaryngology - Head and Neck Surgery (Online-Vorabveröffentlichung am 4.6.2014), der zufolge die E-Zigaretten von ungewissem Nutzen dafür sind, sich das Rauchen abzugewöhnen. „Da E-Zigaretten den Tabakzigaretten hinsichtlich Aussehen und Handhabung ähneln, wird durch ihren Gebrauch das gewohnte Rauchritual, aber auch das Sucht- und Rauchverhalten aufrechterhalten. Dadurch wird ein Rauchstopp möglicherweise sogar erschwert“, warnt der Vorsitzende der DLS, Prof. Harald Morr. „Auch die propagierten Vorteile einer Reduktion des Tabakkonsums sind nur gering, und der zusätzliche Einsatz der E-Zigarette mindert das Risiko für den starken Raucher, ernsthaft krank zu werden, sicher nicht. Hinzu kommt, dass die Langzeitwirkungen von E-Zigaretten auf die Gesundheit nach wie vor unbekannt sind. E-Zigaretten sind den Studienautoren zufolge nicht einheitlich reguliert, ihr Sicherheitsstaus ist unbekannt.“

Krebsgefährdung kann nicht ausgeschlossen werden

E-Zigaretten, die Nikotin enthalten, sind gesundheitlich bedenklich, weil Nikotin abhängig macht, das Wachstum von Tumoren fördert und vermutlich selbst Krebs verursacht. „Zudem besteht die Gefahr einer Nikotin-Überdosierung und tatsächlich nimmt die Zahl der Vergiftungsfälle aufgrund des Konsums von E-Zigaretten zu“, betont Prof. Morr. „Aber auch andere Inhaltsstoffe von E-Zigaretten können der Gesundheit schaden: Beim Inhalieren kann das AerosolAerosol
Unter Aerosolen versteht man allgemein ein Gemisch (bzw. ein mehrphasiges System) von Gasen (insbesondere Luft) mit unregelmäßig verteilten Feststoff-Teilchen (zum Beispiel Staub, Faserstaub, Rauch) oder mit Flüssigkeits-Anteilen. Stäube sind Gemische aus unregelmäßig verteilten festen Teilchen in Gasen, die durch mechanische Arbeiten oder Aufwirbelung entstehen. Faserstäube sind Gemische aus unregelmäßig verteilten Fasern (organischen oder anorganischen Ursprungs – zum Beispiel Asbest) in Gasen. Rauche sind feinste Gemische aus festen Teilchen in Gasen, die durch thermische Prozesse entstehen (zum Beispiel Schweißrauch oder Metalloxidrauch) oder bei Verbrennungsvorgängen (zum Beispiel Ruß oder Flugasche).
aus Propylenglykol und Glycerin die Atemwege akut oder auch chronisch reizen und zur chronischen Bronchitis führen. Beigemischte Aromastoffe können Kontaktallergien hervorrufen. In geringen Mengen sind in mehreren getesteten Liquids und Aerosolen auch Kanzerogene nachgewiesen worden, für die kein Schwellenwert angegeben und somit eine Krebsgefährdung - vor allem bei regelmäßigem Konsum - nicht ausgeschlossen werden kann.“

Quelle: äin-red

Dies ist eine Pressemeldung der Deutschen Lungenstiftung e.V. Der Abdruck dieser Pressemeldung oder von Teilen des Artikels ist unter folgender Quellenangabe möglich: www.lungenaerzte-im-netz.de. Bei Veröffentlichung in Online-Medien muss die Quellenangabe auf diese Startseite oder auf eine Unterseite des Patienteninformationsportals der Lungenärzte-im-Netz verlinken..