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15.07.2019

Doppelt so hohes Risiko für Tod durch Herzleiden schon bei Wenig-Rauchern

Auch Raucher, die im Mittel nur vier bis sechs Zigaretten täglich rauchen, haben ein doppelt so hohes Risiko wie lebenslange Nichtraucher, an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung zu sterben.

Menschen, die Zigaretten rauchen, haben einer aktuellen australischen Studie zufolge ein etwa dreimal so hohes Risiko wie lebenslange Nichtraucher, an Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu sterben. Das Risiko, einen Schlaganfall oder Herzinfarkt zu erleiden, sei bei ihnen doppelt so hoch, berichten Forscher aus Australien über die Ergebnisse einer großangelegten Langzeitstudie (siehe BMC Medicine 2019, Band 17, Seite 128).

Das Team um Emily Banks von der Australian National University in Canberra hatte sieben Jahre lang rund 190.000 Raucher und Nichtraucher im Alter ab 45 Jahren begleitet und analysiert, welchen Einfluss das Rauchen auf ihr Herz-Kreislaufsystem hatte. Berücksichtigt wurden 36 Krankheiten.

Alarmierend sei die Erkenntnis, dass schon ein Raucher, der im Mittel nur vier bis sechs Zigaretten täglich rauche, ein doppelt so hohes Risiko wie ein lebenslanger Nichtraucher habe, an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung zu sterben. „Viele Menschen unterschätzen die Gefahren geringfügigen Rauchens“, so Banks.

Die gute Nachricht sei, dass bei einem Rauchstopp das Risiko für Herzattacken, SchlaganfallSchlaganfall
Schlaganfälle ereignen sich gehäuft während des Blutdrucktiefs gegen 3 Uhr nachts (midnight stroke) oder während des zweiten Blutdrucktiefs am Nachmittag. Die Krankheitsanzeichen setzen meist plötzlich ein und hängen vom Ort des Infarktes ab. Erste Anzeichen können heftige Kopfschmerzen, ausgeprägte Bewusstseinstrübung bis hin zu Bewusstlosigkeit sein. Es entwickelt sich eine meist im Arm- und Gesichtsbereich betonte einseitige Lähmung. Zunächst ist die gelähmte Seite erschlafft (im Gesicht z.B. als hängender Mundwinkel und Aufblähung der Wange auf der gelähmten Seite beim Ausatmen = "Tabakblasen"), später können auch unkontrollierte Zuckungen hinzu kommen. Eine Hirndurchblutungsstörung ist entweder Folge eines thrombotischen oder embolischen Gefäßverschlusses (ischämischer Hirninfarkt) oder eines spontanen Gefäßrisses mit nachfolgender Einblutung (hämorraghischer Hirninfarkt).
Ischämischer Schlaganfall: Hirninfarkt, der durch eine Blutstauung aufgrund verstopfter Gefäße verursacht wird und deshalb zu einer Unterversorgung der Hirnzellen mit Sauerstoff führt. Ein ischämischer Hirninfarkt auf Grund von Minderdurchblutung eines Endarterienareals bei plötzlichem Gefäßverschluss der Arterie ist mit 80-85% die häufigste Ursache eines Schlaganfalls. 
Hämorraghischer Schlaganfall: Verkalkte Blutgefäße im Gehirn brechen auf, was zu Gehirnblutungen führt. Dabei wird die Blutzufuhr und damit Sauerstoffversorgung der betroffenen Gehirnzellen unterbrochen bzw. abgebrochen und sie sterben ab.
 
 
und Herz-Kreislauferkrankungen merklich schwinde. Wer es schaffe, vor dem 45. Lebensjahr mit dem Rauchen aufzuhören, könne etwa 90 Prozent des durchs Rauchen verursachten Risikos für Herz-Kreislaufprobleme schwinden lassen.

Banks sagte, mit dem Rauchen verbundene Todesursachen und Krankheiten fänden sich quer durch die gesamte Bevölkerung Australiens - „Männer, Frauen, Stadt, Land, reich, arm“. Jährlich stürben dort mehr als 6400 Raucher - im Mittel mehr als 17 täglich - an vermeidbaren Herz-Kreislauf-Krankheiten wie Herzinfarkt oder Schlaganfall. Auf dem fünften Kontinent gibt es unter den 25 Millionen Einwohnern demnach geschätzt 2,7 Millionen Raucher.

Quelle: dpa vom 7.1.19