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01.07.2009

Deutscher Lungenforscher in den USA ausgezeichnet

Der Thomas Mercer Award - ein gemeinsam von zwei amerikanischen Fachgesellschaften gestifteter Preis, der bisher nur drei Europäern überreicht worden ist, ging in diesem Jahr an Prof. Dieter Köhler, Leiter der Lungenklinik Kloster Grafschaft im sauerländischen Schmallenberg. Prämiert wurden damit seine langjährigen, außergewöhnlichen und maßgebenden Forschungsarbeiten auf dem Gebiet der Aerosolmedizin und Inhalationstoxikologie.

Kürzlich wurde einem deutschen Lungenforscher, Prof. Dr. med. Dieter Köhler, der Thomas Mercer Award in Monterey, USA überreicht – eine Auszeichnung, die bisher nur an drei Europäer verliehen worden ist. Der mit 5.000 Euro dotierte Preis wird einmal jährlich gemeinsam von der amerikanischen Aerosolgesellschaft (American Association for AerosolAerosol
Aerosole sind Mischungen von festen oder flüssigen Partikeln in einem Gasgemisch wie der Luft. Die winzigen Teilchen können längere Zeit darin schweben.
Research, AAAR
) und der internationalen Aerosolgesellschaft in der Medizin (International Society of Aerosols in Medicine, ISAM) vergeben für außergewöhnliche Forschungsergebnisse im Bereich der AerosoleAerosole
Aerosole sind Mischungen von festen oder flüssigen Partikeln in einem Gasgemisch wie der Luft. Die winzigen Teilchen können längere Zeit darin schweben.
(d.h. kleine in der Luft schwebende, flüssige oder feste Teilchen) sowie in der Inhalationstoxikologie.

Hintergrund für die Preisverleihung waren Forschungsarbeiten von Dieter Köhler zur Inhalation von Insulin in den 80er Jahren, die maßgebend für die spätere Entwicklung wurden. „Außerdem habe ich eine Methode zur radioaktiven Markierung von Aerosolpartikeln aus Dosieraerosolen entwickelt, die heute weltweiter Standart ist - Dosieraerosole und Pulverinhalatoren zur Behandlung von Asthma bronchiale und COPD sind schließlich weit verbreitet“, erläutert Köhler. „Mit dieser Methode gelang es erstmalig zu bestimmen, wie viele der beim Inhalieren freigesetzten Partikeln bzw. Tröpfchen tatsächlich auch in der Lunge ankommen, um dort ihre therapeutische Wirkung zu entfalten. So ließ sich zum Beispiel feststellen, dass die Bioverfügbarkeit von inhaliertem Insulin bei Rauchern deutlich größer ist als bei Nicht-Rauchern. Ein weiterer Schwerpunkt meiner Forschungsarbeiten war die Messung der Lungenreinigung durch die Flimmerhärchen in der Atemwegsschleimhaut und durch Husten. Diese so genannte alveoläre Clearance spielt eine große Rolle bei vielen Lungenerkrankungen, insbesondere auch in der Intensivmedizin bei beatmeten Patienten.“

Interessanterweise stammt Prof. Dieter Köhler ursprünglich aus einer ganz anderen Sparte als der Medizin: 1970 machte er sein Diplom in Elektrotechnik und arbeitete zunächst auch einige Jahre auf diesem Gebiet in der Industrie. „Nach dieser Erfahrung wollte ich aber Medizin studieren, erhielt 1978 meinen Dr.-Titel und habilitierte dann 1985 über das Thema Aerosoldeposition und bronchiale Clearance“, berichtet Köhler. „ Nach einigen Jahren als Professor an der Uni Freiburg habe ich dann 1986 die Leitung der Lungenklinik Kloster Grafschaft im sauerländischen Schmallenberg übernommen. Dort befand sich auch das damalige Fraunhofer-Institut für Toxikologie und Aerosolforschung, so dass ich meine Studien auf dem Gebiet der Aerosolmedizin in Schmallenberg fortsetzen konnte.“

Dieter Köhler ist nicht nur seit über 20 Jahren Mitglied der International Society of Aerosols in Medicine (ISAM), sondern auch in vielen anderen Gesellschaften politisch aktiv – wie zum Beispiel als wissenschaftlicher Beirat und ehemaliger Präsident der Deutschen Gesellschaft für PneumologiePneumologie
Die Atemwegs- und Lungenheilkunde (Pneumologie) ist ein Teilgebiet der Inneren Medizin, das sich mit der Vorbeugung, Erkennung und fachärztlichen Behandlung von Krankheiten der Lunge, der Bronchien, des Mediastinums (Mittelfell) und der Pleura (Rippen- und Lungenfell) befasst.
und Beatmungsmedizin (DGP), als Chairman der Sektion Imaging innerhalb der European Respiratory Society und als Mitglied im Expertenrat der European Medicines Agency (EMA).