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17.02.2021

Corona-Viren in der Luft mit UV-Strahlung bekämpfen

In Innenräumen ist die Gefahr, sich mit SARS-CoV-2 anzustecken, besonders groß. Jetzt soll es Abhilfe geben: Tübinger Forscher wollen die Viren mit UV-C-Strahlung unschädlich machen.

© psdesign1_Fotolia.com

Die Gefahr einer Corona-Infektion ist in geschlossenen Räumen nach bisherigen Erkenntnissen im Vergleich zu einer an der frischen Luft extrem erhöht. In winzig kleinen Tröpfchen kann das SARS-CoV-2-Virus minutenlang in der Luft schweben. Tübinger Virologen haben bereits nachgewiesen, dass CoronaCorona
-Viren auf festen Oberflächen mittels UV-C-Strahlung unschädlich gemacht werden können. Ob das auch für Corona-Viren in der Luft gilt, wollen nun Ingenieure der Hochschule Heilbronn und Virologen vom Universitätsklinikum Tübingen in einem Projekt nachprüfen.

Mit UV-C-Einheiten könnten persönliche Kontakte in Schulen, Kindergärten, Hochschulen, aber auch das Zusammentreffen von Menschen in Büros, Krankenhäusern und Praxen, in Verwaltungs- und Produktionsstätten, oder in Hotels, Gaststätten und kulturellen Einrichtungen sicherer werden, meint Michael Schindler, Leiter der Tübinger Forschungssektion Molekulare Virologie.

Hintergrund ist, dass als wichtiger Übertragungsweg von Sars-CoV-2 sogenannte AerosoleAerosole
Aerosole sind Mischungen von festen oder flüssigen Partikeln in einem Gasgemisch wie der Luft. Die winzigen Teilchen können längere Zeit darin schweben.
, Mischungen winziger Teilchen in der Luft, gelten. Befinden sich Krankheitserreger wie etwa Sars-CoV-2-Viren in den Atemwegen eines Menschen, können die ausgeatmeten AerosoleAerosole
Aerosole sind Mischungen von festen oder flüssigen Partikeln in einem Gasgemisch wie der Luft. Die winzigen Teilchen können längere Zeit darin schweben.
diese enthalten. Im Fall des aktuellen Coronavirus ist die Bildung solcher Aerosole besonders problematisch, weil auch infizierte Personen ohne Symptome Viren ausscheiden können.

An der Universitätsklinik Tübingen wird für das Projekt ein sogenannter Aerosolprüfstand gebaut und in die Sterilbank eines Hochsicherheitslabors integriert. Schindler und sein Team arbeiten dann mit infektiösen Corona-Viren und überprüfen, ob und mit welcher dieser UV-C-Bestrahlungsdosis Coronaviren in Aerosolen inaktiviert werden können. „Wir erwarten bis zum Frühsommer erste Ergebnisse. Ich bin optimistisch, dass das funktioniert“, erklärt Schindler. Der Einsatz von energiereicher UV-C-Strahlung im Kampf gegen Viren auf Oberflächen sei seit langem ein etabliertes Verfahren etwa in Laborbetrieben oder OP-Sälen.

Das Land Baden-Württemberg fördert das Projekt „Testaerosole“ mit knapp 1,6 Millionen Euro. Beteiligt sind die Universität Stuttgart, das Karlsruher Institut für Technologie, das Universitätsklinikum Tübingen und die Hochschule Heilbronn.

Quelle: dpa vom 2.2.21