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08.07.2015

COPD und mögliche Begleiterkrankungen

Über die Ursachen, Auswirkungen und Möglichkeiten der Behandlung von Begleiterkrankungen bei COPD-Patienten wird Prof. Dr. Heinrich Worth, Vorsitzender der AG Lungensport in Deutschland e.V., in seinem Vortrag auf dem 8. Symposium Lunge am 12. September 2015 berichten.

Der chronisch-obstruktiven Lungenkrankheit (COPD) liegt eine dauerhaft bestehende (chronische) Entzündung zu Grunde, die zunächst in den Atemwegen beginnt, aber auch andere Organsysteme beeinträchtigen kann und auch mit weiteren Erkrankungen in der Lunge vergesellschaftet ist. So beobachtet man bei Patienten mit COPD häufiger als bei gleichaltrigen lungengesunden Personen Lungenkarzinome, Asthma, Lungenfibrosen, Bronchiektasen, LungenhochdruckLungenhochdruck
Typisch für das Fortschreiten dieser Erkrankung ist, dass die verschiedenen Zellarten in den Wänden der Lungengefäße zu wuchern beginnen und so die Blutgefäße verengen - ein Vorgang, den die Wissenschaftler Remodeling (struktureller Umbau) nennen. In der Folge muss die rechte Herzkammer das Blut gegen den zunehmenden Widerstand der enger werdenden Gefäße in die Lunge pumpen, was wiederum zu Umbauprozessen des Herzmuskels und schließlich zum Versagen des Herzens führt.
 
sowie Atemstörungen im Schlaf. Diese Erkrankungen können vom Lungenfacharzt erfasst und behandelt werden.

Nach Angaben der größten deutschen Registerstudie (DACCORD-Studie) an mehr als 6000 von Lungenärzten ambulant betreuten COPD–Patienten finden sich am häufigsten folgende Begleiterkrankungen (Komorbiditäten) außerhalb der Lunge:
• Herz-Kreislauf-Erkrankungen einschließlich BluthochdruckBluthochdruck
Laut Hochdruckliga liegt der ideale Blutdruck bei 120/80 mmHg. Bluthochdruck ist eine krankhafte Steigerung des Blutdruckes in den Arterien auf einen systolischen Wert von über 140 mmHg und einen diastolischen Wert von über 90 mmHg. Bluthochdruck ist ein wichtiger Risikofaktor für Gefäßerkrankungen, Nierenschwäche und Herzschwäche.
bei 51,4% der Patienten,
• Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) bei 14,3% der Patienten,
• Erkrankungen der Psyche, insbesondere Angstzustände und Depressionen, bei 11,1 % der Patienten,
• vermehrte Knochenbrüchigkeit (Osteoporose) bei 7,0 % der COPD- Patienten.
Diese Begleiterkrankungen, deren Ursachen, Auswirkungen und Behandlungsmöglichkeiten Prof. Worth in seinem Vortrag im Einzelnen darstellen wird, beeinflussen den Krankheitsverlauf ungünstig und senken die Lebenserwartung. Deshalb sollte bei COPD- Patienten gezielt nach den häufigsten Komorbiditäten gesucht werden. Falls sie auftreten, sind sie neben einer individuellen, der Schwere der COPD angepassten Therapie bei der Behandlung zu berücksichtigen. Hierzu gehört eine enge Zusammenarbeit der Haus- und Lungenärzte mit den Kollegen der internistischen und psychologischen Fachdisziplinen. Außerdem sollte verstärkte körperliche Aktivität, die ebenfalls zur Behandlung der genannten Begleiterkrankungen hilfreich ist, in das Behandlungskonzept einbezogen werden, z. B. durch die Teilnahme an ambulanten Lungensportgruppen

Quelle: Vortrag von Prof. Dr. Heinrich Worth, Vorsitzender der AG Lungensport in Deutschland e.V., auf dem 8. Symposium Lunge am Samstag, den 12. September 2015 von 9:00-17:00 Uhr in Hattingen (NRW).

Anfragen bezüglich des Symposiums richten Sie bitte an:
Organisationsbüro Symposium-Lunge
Jens Lingemann
symposium-org@copd-deutschland.de
Telefon: 02324 - 999 959

Alle Informationen zur Veranstaltung finden Sie hier: Symposium-Lunge 2015
Hier können Sie Ihr kostenloses Programmheft bestellen

Passend zum Thema hat der COPD-Deutschland e.V. in Zusammenarbeit mit der Patientenorganisation Lungenemphysem-COPD Deutschland einen Patientenratgeber mit dem Titel „COPD und mögliche Begleiterkrankungen“ herausgegeben, den Sie sich auf dem Symposium (im Ausstellungszelt 3 am Stand 1) kostenlos mitnehmen können.