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22.12.2014

COPD- und Asthmaschulungen sind sinnvoll

Wer über eine Erkrankung informiert ist und gut über sie Bescheid weiß, kann in der Regel auch besser mit ihr umgehen. Warum der Besuch einer COPD- oder Asthmaschulung sinnvoll ist und was die Patienten dort lernen, erläutert Prof. Dr. med. H. Worth aus Fürth in einem Interview.

Patienten, die mehr über ihre Erkrankung wissen, können i. d. R. besser damit umgehen. Das gilt auch für Menschen mit chronisch-obstruktiver Lungenerkrankung (COPD) oder Asthma. In einem Interview erklärt Prof. Dr. med. H. Worth aus Fürth, warum der Besuch einer COPD- oder Asthmaschulung sinnvoll ist.

Warum sollten COPD- und Asthmapatienten eine Schulung besuchen?
Patienten mit chronischen Erkrankungen, die den Betroffenen lebenslang begleiten, können besser mit der Krankheit und den krankheitsbedingten Beeinträchtigungen leben, wenn sie Informationen über ihre Erkrankung und Möglichkeiten der Krankheitsbewältigung unter Einschluss eigener Beobachtungen der Symptome und einer schweregradorientierten Anpassung der Medikation erhalten. Dies erfolgt in der Patientenschulung.

Was ist unter den Programmnamen NASA und COBRA zu verstehen?
Unter NASA wird das „Nationale Ambulante Schulungsprogramm für Erwachsene Asthmatiker“ verstanden. Es handelt sich um ein sechs Mal 60 Minuten umfassendes Schulungsprogramm. Unter COBRA (Chronisch-obstruktive Bronchitis im ambulanten Bereich) ist das Schulungsprogramm für Patienten mit chronisch-obstruktiver Bronchitis mit und ohne Lungenemphysem zu verstehen. Auch COBRA kann in sechs Mal 60 Minuten vermittelt werden. Beide Programme wurden evaluiert und sind die am längsten und besten evaluierten Programme in Deutschland.

Was können Patienten in einer solchen Schulung lernen?
In der Patientenschulung für Asthma und COPD lernen die Patienten, was Asthma und COPD ist. Sie erfahren, wie sie den Schweregrad ihrer Erkrankung anhand der Beschwerden (COPD) erfassen bzw. anhand der Beschwerden und der Peak-Flow-Werte (Asthma). Sie lernen, eine schweregrad-orientierte Anpassung der Medikation – insbesondere bei Verschlechterungen des Zustandes – selbst durchzuführen. Schließlich wird die Inhalationstechnik der wichtigsten Medikamente für die Behandlung von Asthma und COPD trainiert.

Wer darf solche Schulungen durchführen?
Solche Schulungen können durch hierfür ausgebildete Ärztinnen/Ärzte in Kombination mit ihren Helfer/-innen ambulant in Praxen durchgeführt werden. Die Helfer/-innen wie Ärztinnen/Ärzte sollten entsprechende Trainerseminare für die Schulung von Asthmapatienten bzw. COPD-Patienten besucht haben.

Welche Rolle spielt der Austausch der Patienten untereinander?
Der Austausch der Patienten bei der Schulung in Kleingruppen spielt eine große Rolle. Deswegen sollten in der NASA-Schulung Asthmatiker und in der COBRA-Schulung COPD-Patienten geschult werden - und nicht alles, was hustet oder Atemnot hat. Patienten lernen von gleichartig Betroffenen nun mal am meisten. Dies macht u. a. den positiven Effekt einer Gruppenschulung aus.

Wer übernimmt die Kosten für die Schulungen?
Die Kosten für die Schulung werden von Krankenkassen dann übernommen, wenn die betroffenen Patienten im Disease-Management-Programm Asthma/COPD eingeschrieben sind.

Quelle: COPD und Asthma 2/2014