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22.11.2019

COPD-Patienten sollten auf eine ausreichende Versorgung mit Vitamin D achten

Gerade in den Wintermonaten, wenn man sich seltener im Sonnenlicht aufhält, kann es zu einer Unterversorgung mit Vitamin DVitamin D
Vitamin D ist die Vorstufe (Provitamin) für eine Reihe von Hormonen, die den Kalziumhaushalt wesentlich mitbestimmen. Der menschliche Körper kann dieses Provitamin selbst aus Cholesterin herstellen. Voraussetzung dafür ist aber eine ausreichende Bestrahlung der Haut mit Sonnenlicht (UV-Licht). Ist diese nicht gegeben, muss Vitamin D über die Nahrung bzw. ergänzende Präparate aufgenommen werden.
Vitamin D3 = Calcitrol – d.h. diejenige Vitamin D-Form, die der Körper direkt nutzen kann. 
 
kommen, was die ImmunabwehrImmunabwehr
Das körpereigene Abwehrsystem besteht aus drei Funktionskreisen:
(1) Knochenmark als Bildungsort für Immunzellen.
(2) Verschiedene zentrale Immunorgane wie Thymus (Prägung von T-Lymphozyten) und darmnahe Lymphorgane (für die Prägung von B-Lymphozyten).
(3) Sekundäre Lymphorgane wie Milz, Lymphknoten und Mandeln (Tonsillen).
Man unterscheidet die so genannte humorale Abwehr (über die Körperflüssigkeiten mit darin enthaltenen Antikörpern und Faktoren aus dem so genannten Komplementsystem) und die zellvermittelte Abwehr (mit B- und T-Zellen, Makrophagen, Antigen-präsentierenden Zellen, Granulozyten u.a.).
schwächt. COPD-Patienten können infolgedessen mehr Atemwegsinfekte erleiden, die ernsthafte Krankheitsverschlechterungen (Exazerbationen) begünstigen und das Sterberisiko erheblich erhöhen. Deshalb raten die Lungenärzte der Deutschen Lungenstiftung COPD-Patienten, ihren Vitamin-D-Status beim Arzt überprüfen zu lassen.

Für Patienten mit der chronisch-obstruktiven Lungenerkrankung COPD ist eine ausreichende Vitamin-D-Versorgung besonders wichtig, deshalb sollten sie ihren Vitamin-D-Status beim Arzt überprüfen lassen. Dazu raten die Lungenärzte der Deutschen Lungenstiftung. „Gerade in den Wintermonaten, wenn man sich seltener im Sonnenlicht aufhält, kann es zu einer Unterversorgung mit Vitamin D kommen. Dadurch ist die Immunabwehr geschwächt, so dass COPD-Patienten mehr Atemwegsinfekte erleiden, die ernsthafte Krankheitsverschlechterungen (Exazerbationen) begünstigen und das Sterberisiko erheblich erhöhen“, warnt Prof. Adrian Gillissen, Stellvertretender Vorsitzender der Deutschen Lungenstiftung und Direktor der Abteilung für Innere Medizin und PneumologiePneumologie
Die Atemwegs- und Lungenheilkunde (Pneumologie) ist ein Teilgebiet der Inneren Medizin, das sich mit der Vorbeugung, Erkennung und fachärztlichen Behandlung von Krankheiten der Lunge, der Bronchien, des Mediastinums (Mittelfell) und der Pleura (Rippen- und Lungenfell) befasst.
von der Ermstalklinik Reutlingen-Bad Urach.

Vitamin D senkt Exazerbationsrate – allerdings nur bei vorliegendem Vitamin-D-Mangel

Eine Metanalyse (siehe Thorax 2109, Band 74/4, Seite: 337-345) hat gezeigt, dass sich die Exazerbationsrate bei COPD-Patienten durch die Einnahme eines Vitamin-D-Präparats um 45 Prozent senken lässt – allerdings nur, wenn tatsächlich eine Vitamin-D-Unterversorgung (< 25 nmol/l) vorliegt. Bei Patienten mit normalen Vitamin-D-Spiegeln (> 25 nmol/l) ist hingegen keinerlei Nutzen durch Substitution festzustellen.

Vitamin-D-Depot über das Sonnenlicht auffüllen, ist nicht immer möglich

Mithilfe des Sonnenlichts ist der menschliche Körper zwar grundsätzlich in der Lage, selber Vitamin D herzustellen. Dazu soll es in unseren Breiten angeblich genügen, im Sommerhalbjahr von April bis September die Haut an Gesicht, Händen, Unterarmen und Unterschenkeln täglich für etwa 20 Minuten der Sonne auszusetzen. Allerdings halten chronisch Kranke mit Mobilitätsproblemen sich wahrscheinlich nicht so häufig im Freien auf. Und falls doch, werden sie sich womöglich mit einem Sonnenschutzmittel gegen Hautkrebs schützen wollen, wobei auch die meisten Tagescremes bereits einen UV-Filter enthalten, der die Vitamin-D-Produktion unterbindet. So dürfte nicht jeder die Möglichkeit haben, sein Vitamin-D-Depot über das Sonnenlicht aufzufüllen. Auch über die Nahrung lässt sich maximal nur 20 Prozent des täglichen Vitamin-D-Bedarfs decken.  

Mit einfacher Blutuntersuchung feststellen, ob ein Vitamin-D-Präparat erforderlich ist

Studien zufolge sind mehr als die Hälfte der Patienten mit einer fortgeschrittenen COPD von einem Vitamin-D-Mangel betroffen. Auch ältere COPD-Patienten mit einer zusätzlichen koronaren Herzerkrankung haben ein erhöhtes Risiko. „Ob bei COPD-Patienten eine Unterversorgung mit Vitamin D vorliegt, lässt sich mithilfe einer einfachen Blutuntersuchung feststellen. Der Arzt sollte dann entscheiden, ob eine Substitution mit einem Vitamin-D-Präparat erforderlich ist. Von eigenmächtigen Selbsttherapien ist hingegen dringend abzuraten, da Überdosierungen mit Vitamin D der Gesundheit schaden können“, betont Prof. Gillissen.     

Autor: äin-red

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