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24.07.2017

COPD-Patienten haben oft Gewichtsprobleme

Patienten mit COPD sind oft entweder übergewichtig oder untergewichtig. Vor allem bei starkem Untergewicht verschlechtert sich die Prognose erheblich. Es gibt aber Tricks, um den erhöhten Kalorien- und Eiweißbedarf ohne viel Aufwand zu decken.

Patienten mit chronisch-obstruktiver Lungenerkrankung (COPD) sind häufig entweder übergewichtig (adipös) oder stark untergewichtig. Dabei ist starkes Übergewicht (Adipositas) bei COPD-Patienten trotz vieler Begleiterkrankungen ein prognostisch eher günstiger Faktor. Trotzdem sollten Patienten mit einer massiven Adipositas abnehmen, um den damit verbundenen Zwerchfellhochstand zu minimieren und Störungen wie Diabetes und Schlafapnoe zu verhindern.

„Ein wesentlich größeres Problem ist die bei COPD sehr häufig anzutreffende Untergewichtigkeit“, erklärt Primar Josef Bolitschek, Chef der Pneumologischen Abteilungen der Elisabethinen und des Landeskrankenhauses in Steyr. Mediziner sprechen auch von Kachexie oder COPD-wasting, also einem schnellen Gewichtsverlust. Niedriges Körpergewicht bei COPD ist auch ein Hinweis dafür, dass es sich um eine systemische Erkrankung handelt. Dabei ist für das Untergewicht nicht nur die vermehrte Atemarbeit und der damit verbundene erhöhte Energiebedarf verantwortlich, sondern auch der chronische Infektionsstatus.

Untergewicht bei COPD-Patienten ist zudem verbunden mit einer schlechteren Lebensqualität, verminderter körperlicher Belastbarkeit und letztendlich mit einer erhöhten Sterblichkeit. „Der Gewichtsverlauf der Patienten entscheidet über die Lebensqualität“, erläutert Diätologe Klaus Nigl. Deshalb sollte man von Anfang an auf das Gewicht achten. In einem Kochkurs können Patienten und deren Angehörige z. B. lernen, einer Mangelernährung vorzubeugen und Symptome zu lindern.

„Für COPD-Patienten sind der erhöhte Eiweißbedarf und die Eiweißqualität wichtig“, berichtet Nigl. Milchprodukte, Fleisch und Fisch sollten deshalb häufig auf dem Speiseplan stehen. Auch die Fettquelle ist zu beachten. Raps- und Olivenöl mit ungesättigten Fettsäuren sollten Standard sein, Butter (und andere tierische Fette) aber nur wenig verwendet werden.

Für untergewichtige Patienten gilt außerdem, fünf bis sechs kleinere Mahlzeiten am Tag einzuplanen. Mit Joghurt, Mehlspeisen oder auch Suppen mit beigemengtem Eiweißpulver könne man ohne viel zusätzlichen Aufwand die Kalorien- und Eiweißzufuhr erhöhen.

Quelle: nachrichten.at