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07.08.2014

COPD - Besonderheiten im Alter

Mit zunehmendem Alter spielen Begleiterkrankungen und Therapienebenwirkungen eine größere Rolle. Welche vorbeugenden Maßnahmen die Prognose der COPD beim älteren Menschen verbessern und ein selbstbestimmtes Leben ermöglichen könne, wird Prof. Dr. Susanne Lang, Chefärztin im SRH Wald-Klinikum Gera in ihrem Vortrag auf dem 7. Symposium Lunge am Samstag, den 13. September 2014 in Hattingen darlegen.

Im Alter nimmt der Anteil der Patienten mit COPD (chronisch-obstruktive Bronchitis mit oder ohne Lungenemphysem) zu. Aber auch Lungenfibrose, Lungenkrebs und Lungenentzündungen treten häufiger auf. Während der Verlust an LungenfunktionLungenfunktion
, gemessen am FEV1FEV1
Das so genannte FEV1 (= forciertes expiratorisches Volumen in einer Sekunde) - das ist die Luftmenge, die der Patient mit aller Kraft und möglichst schnell innerhalb einer Sekunde ausatmen kann.
 
 
Wert, lange Zeit als wesentliches Kriterium genutzt wurde, um den Schweregrad der Erkrankung COPD zu bestimmen, sind in den letzten Jahren andere Faktoren in den Mittelpunkt gerückt, die die Prognose der Erkrankung besser widerspiegeln. Die Häufigkeit von Exazerbationen (akute Verschlechterung, die eine Behandlung im Krankenhaus notwendig macht) spielt für den Verlauf eine große Rolle. Ein weiterer Faktor sind Begleiterkrankungen, die sich negativ auf die Lungenerkrankung auswirken.

Im Alter sind Exazerbationen schwerer und Begleiterkrankungen häufiger. Im Vergleich zu Menschen unter 65 Jahren steigt die Häufigkeit der Lungenentzündung ab dem 65ten Lebensjahr um das Vierfache an. Die Notwendigkeit einer Krankenhausbehandlung ist sogar um das Fünffache erhöht. Das Risiko, an der Lungenentzündung zu versterben, ist doppelt so hoch.

Neben Alterungsvorgängen der Lunge und des Immunsystems tragen zu dieser negativen Prognose auch typische Alters-Begleiterkrankungen wie SchlaganfallSchlaganfall
Schlaganfälle ereignen sich gehäuft während des Blutdrucktiefs gegen 3 Uhr nachts (midnight stroke) oder während des zweiten Blutdrucktiefs am Nachmittag. Die Krankheitsanzeichen setzen meist plötzlich ein und hängen vom Ort des Infarktes ab. Erste Anzeichen können heftige Kopfschmerzen, ausgeprägte Bewusstseinstrübung bis hin zu Bewusstlosigkeit sein. Es entwickelt sich eine meist im Arm- und Gesichtsbereich betonte einseitige Lähmung. Zunächst ist die gelähmte Seite erschlafft (im Gesicht z.B. als hängender Mundwinkel und Aufblähung der Wange auf der gelähmten Seite beim Ausatmen = "Tabakblasen"), später können auch unkontrollierte Zuckungen hinzu kommen. Eine Hirndurchblutungsstörung ist entweder Folge eines thrombotischen oder embolischen Gefäßverschlusses (ischämischer Hirninfarkt) oder eines spontanen Gefäßrisses mit nachfolgender Einblutung (hämorraghischer Hirninfarkt).
Ischämischer Schlaganfall: Hirninfarkt, der durch eine Blutstauung aufgrund verstopfter Gefäße verursacht wird und deshalb zu einer Unterversorgung der Hirnzellen mit Sauerstoff führt. Ein ischämischer Hirninfarkt auf Grund von Minderdurchblutung eines Endarterienareals bei plötzlichem Gefäßverschluss der Arterie ist mit 80-85% die häufigste Ursache eines Schlaganfalls. 
Hämorraghischer Schlaganfall: Verkalkte Blutgefäße im Gehirn brechen auf, was zu Gehirnblutungen führt. Dabei wird die Blutzufuhr und damit Sauerstoffversorgung der betroffenen Gehirnzellen unterbrochen bzw. abgebrochen und sie sterben ab.
 
 
, Morbus Parkinson oder Herzschwäche bei. Die Alterung des Immunsystems wird als Immunseneszenz bezeichnet. Sie bewirkt, dass Infekte schwerer verlaufen. Das Erregerspektrum bei alternden Menschen unterscheidet sich von dem jüngerer Menschen, was bei der Auswahl der Antibiotika berücksichtigt werden muss. Impfungen gegen Grippe, gegen Keuchhusten und gegen PneumokokkenPneumokokken
Das sind kugelförmige Bakterien, die (im Gegensatz zu Legionellen) mit dem Antibiotikum Penicillin meistens gut in den Griff zu bekommen sind. Gegen die von Pneumokokken verursachte Lungenentzündung gibt es auch eine vorbeugende Impfung.
werden als Schutzmaßnahme empfohlen.

Im Zusammenhang mit Medikamenten, die ja meist für eine effektive Behandlung erforderlich sind, beobachtet man bei alternden Patienten zum einen ein zunehmendes Misstrauen gegenüber Arznei im Allgemeinen und zum anderen aber auch vermehrte alters-typische Nebenwirkungen. Wie dies bei der Therapie berücksichtigt werden sollte, wird Frau Prof. Lang näher erläutern.

Quelle: Vortrag von Prof. Dr. Susanne Lang, Chefärztin im SRH Wald-Klinikum Gera, auf dem 7. Symposium Lunge am Samstag, den 13. September 2014 in Hattingen von 15:00 - 15:25 Uhr.

Anfragen bezüglich des Symposiums richten Sie bitte an:
Organisationsbüro Symposium-Lunge 2014
Jens Lingemann
symposium-org@copd-deutschland.de
Telefon: 02324 - 999 959

Alle Informationen zur Veranstaltung finden Sie hier: Symposium-Lunge 2014

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