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03.05.2019

COPD beschleunigt den Alterungsprozess

Forscher haben festgestellt, dass die Alterung bei COPD-Patienten im Vergleich zu Nichtrauchern und Rauchern ohne COPD um ein Vielfaches beschleunigt ist. Darauf machen die Lungenärzte der Deutschen Lungenstiftung aufmerksam. Raucher sollten also besser so bald wie möglich eine Tabakentwöhnung machen, um nicht an COPD zu erkranken.

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Die chronisch-obstruktive Lungenerkrankung COPD, die hauptsächlich durch Rauchen verursacht wird, führt bei den betroffenen Patienten zu einem vorzeitigen Altern. Darauf machen die Lungenärzte der Deutschen Lungenstiftung aufmerksam unter Berufung auf aktuelle Studienergebnisse (siehe International Journal of Environmental Research and Public Health, Online-Veröffentlichung am 13.2.2019). Griechische Forscher haben untersucht, wie zwei Biomarker, die für Alterungsprozesse kennzeichnend sind, bei Patienten mit und ohne COPD mit dem biologischen Alter zusammenhängen. Und dabei festgestellt, dass die Alterung bei COPD-Patienten im Vergleich zu Nichtrauchern und Rauchern ohne COPD um ein Vielfaches beschleunigt ist.

Hormonspiegel sinken mit COPD um ein Vielfaches schneller ab als bei gleichaltrigen Gesunden

Die Studienautoren richteten ihr Augenmerk auf die zwei Altersmarker GH (aus dem Englischen Growth Hormone = Wachstumshormon) und DHEA (aus dem Englischen Dehydoepiandrosterone, einem Vorläufer der männlichen und weiblichen Geschlechtshormone). „Ein Hauptkennzeichen von Alterungsprozessen ist, dass die Wirkung von Hormonen nachlässt, die den Stoffwechsel der Muskulatur und damit die körperliche Belastbarkeit eines Menschen maßgeblich beeinflussen“, erläutert Prof. Adrian Gillissen, Stellvertretender Vorsitzender der Deutschen Lungenstiftung und Direktor der Abteilung für Innere Medizin und PneumologiePneumologie
Die Atemwegs- und Lungenheilkunde (Pneumologie) ist ein Teilgebiet der Inneren Medizin, das sich mit der Vorbeugung, Erkennung und fachärztlichen Behandlung von Krankheiten der Lunge, der Bronchien, des Mediastinums (Mittelfell) und der Pleura (Rippen- und Lungenfell) befasst.
von der Ermstalklinik Reutlingen-Bad Urach. Nach zwei Jahren Beobachtungszeit wiesen Patienten, die an COPD erkrankt waren, deutlich geringere GH- und DHEA-Hormon-Spiegel auf als Patienten ohne COPD, unter denen sich sowohl Nichtraucher als auch Raucher befanden. Mit jedem Alterszuwachs von einem Jahr wurde ein weiteres Absinken der Hormonspiegel verzeichnet, allerdings bei den COPD-Patienten um ein Vielfaches schneller als bei den Gesunden. So waren die COPD-Patienten im Hinblick auf ihr biologisches Alter aufgrund der Differenz ihrer Biomarkerwerte um die 13 Jahre älter als Gesunde des gleichen Alters, wenn man GH betrachtet, und sogar um die 23 Jahre älter, wenn man DHEA betrachtet. Entsprechend schlechter schnitten die COPD-Patienten auch bei anderen Tests (wie z. B. beim COPD-Assessment-Test, der das Ausmaß von Atemwegsbeschwerden misst, in Fragebögen zur klinischen und qualitativen Gesundheit und bei einem Test zur Quantifizierung der Atemnot) ab.

Vorzeitige Alterung lässt sich nicht mehr umkehren

Die zu beobachtenden Veränderungen bei COPD sind offenbar nicht einfach eine Folge des Alterns. „Vielmehr scheint die chronische Lungenerkrankung selbst und die mit ihr einhergehenden Entzündungsprozesse, die ja nicht nur in der Lunge sondern auch in anderen Organen Zellschäden und Zellalterung verursachen, für die Beschleunigung der Alterungsprozesse verantwortlich zu sein“, erklärt Prof. Gillissen. „Das Fatale dabei ist, dass eine solche vorzeitige Alterung sich nicht mehr umkehren lassen dürfte, zumal COPD eine chronisch fortschreitende Erkrankung ist, so dass die Lebensqualität der Patienten in einem erheblich früheren Alter als bei Gesunden eingeschränkt wird.“ Raucher sollten also besser so bald wie möglich eine Tabakentwöhnung machen, um nicht an COPD zu erkranken.

Quelle: äin-red

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