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10.11.2017

Chorsingen und Bewegung – das kann bei COPD helfen

Neben Medikamenten tragen auch mehr Bewegung im Alltag und Chorsingen dazu bei, besser mit der Lungenerkrankung COPD zurechtzukommen. Darauf weisen Lungenärzte anlässlich des Welt-COPD-Tags am 8.11. hin.

© Photographee.eu - Fotolia.com

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Bei Patienten mit COPD sind die Atemwege geschädigt und chronisch verengt. Weil die Betroffenen nicht richtig ausatmen können, überbläht ihre Lunge - was auf Dauer oft auch dem Herzen schadet. Heilbar ist die Krankheit nicht, ihr Verlauf lässt sich aber verlangsamen.

·       Konsequente Therapie: Ihre Medikamente müssen COPD-Patienten unbedingt regelmäßig nehmen. Denn dadurch verringern sie auch ihr Risiko für Herzerkrankungen, erklärt der Bundesverband der Pneumologen (BdP). Der Grund: Bronchienerweiternde Medikamente sorgen dafür, dass Betroffene wieder richtig ausatmen können. Dadurch verbessert sich die Lungenfunktion, und auch das Herz kann wieder normal arbeiten.

·       Bewegung: Die krankheitsbedingte Atemnot hält COPD-Patienten oft von Sport und Spaziergängen ab. So geraten sie aber in einen Teufelskreis, warnt der BdP. Denn Bewegungsmangel verschlimmert die Krankheit noch. Deshalb raten Lungenärzte zu mehr Bewegung, zum Beispiel durch Spazierengehen, Nordic Walking, Radfahren, Gymnastik oder Tanzen.

·       Aus ähnlichen Gründen können gerade auch ältere Patienten, die wegen einer erworbenen Lungenentzündung auf der Intensivstation behandelt werden müssen, deutlich von einer früh einsetzenden Physiotherapie profitieren: Wer bereits am ersten Tag nach der Krankenhausaufnahme täglich Physiotherapie (u.a. mit aktivem Abhusten und Atemtraining) erhält, kann früher aus der Intensivstation wie auch aus dem Krankenhaus entlassen werden und anschließend seine Alltagsaktivitäten wieder erheblich besser bewältigen als Patienten, die erst eine Woche nach der Aufnahme physiotherapeutisch behandelt werden. Darauf weist Dr. med. Thomas Voshaar, Vorstandsvorsitzender des Verbands Pneumologischer Kliniken (VPK) und Chefarzt des Lungenzentrums am Krankenhaus Bethanien in Moers hin.

·       Insofern sollten COPD-Patienten nach Entlassung aus einer Reha ihr Gehtraining auch zu Hause fortführen. So können sie verhindern, dass die während der Reha erzielte Leistungsfähigkeit wieder verloren geht. Dazu raten die Lungenärzte der Deutschen Gesellschaft für PneumologiePneumologie
Die Atemwegs- und Lungenheilkunde (Pneumologie) ist ein Teilgebiet der Inneren Medizin, das sich mit der Vorbeugung, Erkennung und fachärztlichen Behandlung von Krankheiten der Lunge, der Bronchien, des Mediastinums (Mittelfell) und der Pleura (Rippen- und Lungenfell) befasst.
und Beatmungsmedizin (DGP) und geben an, was das Trainingsprogramm umfassen sollte.

·       Singen in der Gruppe: Studien zeigen, dass es COPD-Patienten häufig besser geht, wenn sie im Chor singen. Denn dabei lernen sie eine gute Atemtechnik und trainieren das Zwerchfall, erklärt der BdP. Zwar wird dadurch die LungenfunktionLungenfunktion
an sich nicht verbessert. Die Patienten üben aber, ihren Atem optimal zu nutzen. Das Zusammensein mit anderen im Chor schützt außerdem vor Depressionen, in die COPD-Patienten manchmal rutschen.

·       Auch eine spezielle Atemtechnik kann gegen Atemnot helfen – die dosierte Lippenbremse. Drauf macht die Deutsche Lungenstiftung aufmerksam.

Quelle: dpa