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04.09.2018

Biomarker im Blut kann Risiko für Verschlechterungen bei COPD vorhersagen

COPD-Patienten, die ein erhöhtes Risiko für eine Verschlechterung (Exazerbation) haben, weisen kürzere Telomere (Schutzkappen an den Chromosomenenden) auf, was sich per Blutprobe leicht bestimmen lässt. Darauf weisen die Lungenärzte der Deutschen Lungenstiftung hin.

Die chronisch-obstruktive Lungenerkrankung COPD kann mit Verschlechterungsschüben (sog. Exazerbationen) und beschleunigten Alterungsprozessen einhergehen. Um COPD-Patienten, die ein erhöhtes Risiko für einen sich verschlechternden Krankheitsverlauf haben, frühzeitig zu erkennen, lässt sich ein Biomarker aus dem Blut gut heranziehen: die Länge der Telomere von weißen Blutkörperchen. Darauf weisen die Lungenärzte der Deutschen Lungenstiftung unter Berufung auf die Ergebnisse einer aktuellen Studie aus Kanada hin, in der die Telomerlänge von 576 Patienten mit mittelschwerer bis schwerer COPD gemessen wurde (siehe Chest, Online-Veröffentlichung am 21.7.2018).

Kurze Telomere weisen auf ein neunmal höheres Sterblichkeitsrisiko hin

„Telomere sitzen wie Schutzkappen an den Chromosomenenden und verkürzen sich mit jeder Zellteilung, bis sie sich in höherem Alter gar nicht mehr teilen. Die Telomerlänge ist insofern ein Maß für die Zellalterung und ist aus einer Blutprobe leicht zu bestimmen“, erläutert Prof. Dr.med. Berthold Jany, Vorsitzender des Wissenschaftlichen Beirats der Deutschen Lungenstiftung und Past-Präsident der Deutschen Gesellschaft für PneumologiePneumologie
Die Atemwegs- und Lungenheilkunde (Pneumologie) ist ein Teilgebiet der Inneren Medizin, das sich mit der Vorbeugung, Erkennung und fachärztlichen Behandlung von Krankheiten der Lunge, der Bronchien, des Mediastinums (Mittelfell) und der Pleura (Rippen- und Lungenfell) befasst.
und Beatmungsmedizin (DGP). Kürzere Telomere sind nicht nur mit häufigeren Begleiterkrankungen wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs verbunden. Wie die Forscher der University of British Columbia in Vancouver berichten, ist bei COPD-Patienten mit kürzeren Telomeren auch das Risiko für Verschlechterungen um 50 Prozent erhöht und das Sterblichkeitsrisiko neunmal höher. Per Fragebogen wurde außerdem ermittelt, dass der Gesundheitszustand der Patienten mit kurzen Telomeren vergleichsweise schlechter und ihre Lebensqualität geringer ist als bei Patienten mit langen Telomeren.

Patienten mit kurzen Telomeren profitieren von Makrolid-Antibiotika-Therapie

Die gute Nachricht: In der Studie hat sich auch abgezeichnet, dass COPD-Patienten mit kurzen Telomeren ihr erhöhtes Risiko für eine Verschlechterung deutlich - und sogar bis auf das Niveau normaler Telomerlängen - senken können, wenn sie zur Vorbeugung von Exazerbationen ein Makrolid-Antibiotikum (Azithromycin) einnehmen. „Durch Messung der Telomerlänge aus weißen Blutkörperchen lassen sich dieser Studie zufolge diejenigen Patienten gut und einfach selektieren, die ein erhöhtes Exazerbationsrisiko haben und von einer Behandlung mit Azithromycin am meisten profitieren“, fasst Prof. Jany zusammen. Durch Förderung der pneumologischen Forschung und Öffentlichkeitsarbeit für pneumologische Themen will die Deutsche Lungenstiftung Patienten – aber auch Ärzten, die einen pneumologischen Fachrat wünschen - helfen, unter Berücksichtigung neuester Erkenntnisse aus der Wissenschaft Lungenerkrankungen besser zu verstehen und Therapien optimal zu nutzen.

Quelle: äin-red

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