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01.01.2008

Bestimmte Medikamente können Asthmabeschwerden verschlimmern

Manche Medikamente können bei Patienten mit Asthma, Heuschnupfen und anderen chronischen Atemwegserkrankungen die Beschwerden ihrer Krankheit verschlimmern. Darauf weisen die Lungenärzte des Bundesverbands der Pneumologen (BdP) in Heidenheim hin.

Bestimmte Medikamente können bei Asthmatikern, aber auch bei Patienten mit Heuschnupfen oder chronischen Atemwegserkrankungen, die Beschwerden ihrer Krankheit verschlimmern. Darauf weisen die Lungenärzte des Bundesverbands der Pneumologen (BdP) in Heidenheim hin. „Dazu gehören Fieber senkende und Schmerz lindernde Mittel mit dem Wirkstoff Acetylsalicylsäure - wie zum Beispiel das allerseits bekannte Aspirin - die in den Apotheken ohne Rezept erhältlich sind“, erklärt Dr. Michael Barczok, Vorstandsmitglied des BdP und praktizierender Pneumologe im Lungenzenztrum Ulm. „Etwa 5 Prozent der erwachsenen Asthmatiker und 5 Prozent der asthmatischen Kinder leiden nämlich unter einem so genannten Aspirin-induzierten Asthma, da eine Unverträglichlichkeit gegen den Wirkstoff Acetylsalicylsäure vorliegt, auf den sie allergisch reagieren. So kann bei der Hälfte dieser Patienten bereits eine geringe Arzneimenge von 80 mg einen lebensbedrohlichen Asthmaanfall auslösen. Insofern können auch die folgenden Wirkstoffe Ärger machen, da sie zu derselben Substanzklasse (so genannte nichtsteroidale Antirheumatika) gehören: Ibuprofen, Diclofenac, Indometacin. Das sollten Asthmatiker wissen und falls sie solche Medikamente benötigen, auf andere Arzneimittel ausweichen. So wird zum Beispiel das Schmerzmittel Paracetamol von Asthmatikern in der Regel gut vertragen.“

Unverträglichkeit gegenüber bestimmten Arzneimitteln
Eine individuelle Unverträglichkeit kann bei Asthmatikern gegenüber einer Vielzahl von Substanzen bestehen - wie zum Beispiel gegen KontrastmittelKontrastmittel
Computertomografie (CT)
Eventuell ist vor einer CT-Untersuchung die Gabe eines jodhaltigen Kontrastmittels nötig. Dieses kann gezielt bestimmte Organe und Erkrankungen anfärben bzw. hervorheben.  Benachbarte Organe und krankhafte Veränderungen können so besser unterschieden werden. Das Kontrastmittel ist entweder über einen bestimmten Zeitraum zu trinken oder es wird in Form eines Einlaufs oder intravenös verabreicht.
Röntgen
Mit einem jodhaltigen Kontrastmittel lassen sich gezielt bestimmte Organe und Erkrankungen anfärben bzw. hervorheben. Benachbarte Organe und krankhafte Veränderungen können so besser unterschieden werden. Das Kontrastmittel ist entweder über einen bestimmten Zeitraum zu trinken oder es wird in Form eines Einlaufs oder intravenös verabreicht.
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, die bei -4 oder Computertomografie- Untersuchungen zum Einsatz kommen. Unter den Arzneimitteln sind vor allem Antibiotika zu nennen, aber auch naturheilkundliche Mittel wie Gelee Royal oder Echinacea. „Sobald nach der Einnahme eines Medikaments oder einer anderen Substanz Symptome wie Brustenge und Atemnot oder die für Asthmatiker typischen, pfeifenden oder brummenden Atemgeräusche (das so genannte Giemen) auftreten, sollte der Arzt darüber benachrichtigt werden“, rät Barczok. Möglicherweise ist der Patient allergisch gegen die Substanz und reagiert daher mit einer übersteigerten Überempfindlichkeitsreaktion, die zu einem Asthmaanfall führen kann.“

Arzneimittel als Gegenspieler von Asthma-Medikamenten
Ebenfalls nicht ohne Rücksprache mit dem Pneumologen sollten Asthmatiker Blutdruck senkende Mittel (so genannte Beta-Blocker) einnehmen. „Denn Beta-Blocker sind Gegenspieler der Bronchien erweiternden Asthma-Medikamente (so genannte Beta-2-Sympathomimetika)“, erläutert Barczok. „Sie verengen die Bronchien, anstatt sie zu erweitern, und steigern damit die Atemnot der Patienten. Solche Beta-Blocker werden vor allem gegen BluthochdruckBluthochdruck
Laut Hochdruckliga liegt der ideale Blutdruck bei 120/80 mmHg. Bluthochdruck ist eine krankhafte Steigerung des Blutdruckes in den Arterien auf einen systolischen Wert von über 140 mmHg und einen diastolischen Wert von über 90 mmHg. Bluthochdruck ist ein wichtiger Risikofaktor für Gefäßerkrankungen, Nierenschwäche und Herzschwäche.
und Herzinsuffizienz eingesetzt, allerdings sind sie auch in manchen Augentropfen enthalten! Wiederum andere Arzneimittel gegen Bluthochdruck wie die ACE-Hemmer können die Nebenwirkungen von Asthma-Medikamenten verstärken. Auch bei der Einnahme von Steroiden, die von Asthmatikern zur Hemmung ihrer krankheitsbedingten Entzündung in den Bronchien eingenommen werden, können unerwünschte Nebenwirkungen wie Herzrasen, Zittern, Unruhe und Schlaflosigkeit vermehrt auftreten. Grundsätzlich sollten Asthmatikern über solche gefährlichen Wechselwirkungen Bescheid wissen. Im Zweifelsfall sollten sie sich vom Arzt oder Apotheker beraten lassen, bevor sie irgendetwas einnehmen.“