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05.12.2007

Bei Röntgenaufnahmen wachsam sein

Patienten sollten jede Röntgenaufnahme kritisch hinterfragen und einen RöntgenpassRöntgenpass
Der Röntgenverordnung zufolge muss Patienten nach jeder radiologischen Untersuchung ein Röntgenpass angeboten werden. Ärztliche Praxen und Krankenhäuser müssen entsprechende Vordrucke bereithalten. 
 
als Gedächtnisstütze und zur Information des Arztes führen. Dazu rät das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) in Salzgitter.

Zweifellos ist der Nutzen von radiologischen Untersuchungen groß, da viele Verletzungen und Erkrankungen – wie zum Beispiel Knochenbrüche oder verengte Herzkranzgefäße - erst mittels RöntgenstrahlenRöntgenstrahlen
Röntgenstrahlung ist eine ionisierende Strahlung, die auch in der Natur auftritt, zum Beispiel  in Form kosmischer Strahlung oder beim Zerfall des Elements Radon. Dabei macht die natürliche Strahlung aber nur etwa die Hälfte der durchschnittlichen Strahlenbelastung aus, der ein Mensch ausgesetzt ist. Die andere Hälfte ist überwiegend medizinischer Herkunft.
 
überhaupt sichtbar gemacht werden können. Andererseits kann diese Art der Strahlen auch das Krebsrisiko erhöhen. Deshalb sollten Patienten jede Röntgenuntersuchung kritisch hinterfragen, bevor sie sich der Strahlung aussetzen. Dazu rät das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) , zumal insbesondere der Einsatz der Computertomografie (CT) zwischen 1996 und 2004 um 65 Prozent zugenommen hat. Dabei verursacht gerade die CT nach Angaben des BfS-Präsidenten Wolfram König mehr als die Hälfte der gesamten Strahlendosis durch Röntgenuntersuchungen, obwohl sie nur sieben Prozent der radiologischen Untersuchungen ausmache. „Eine einzige Computertomografie erzeugt eine hundert- bis tausendfache Strahlendosis einer Röntgenaufnahme“, erläutert der Radiologe Christoph Heyer vom Berufsgenossenschaftlichen Universitätsklinikum der Ruhr-Universität Bochum. So entstehe bei einer CT-Schädelaufnahme eines Standardpatienten eine effektive Dosis von 2 bis 4 Millisievert. Demgegenüber wären es bei einer Röntgenaufnahme nur 0,03 bis 0,1 Millisievert. Dennoch sollten Patienten auch Röntgenaufnahmen nicht auf die leichte Schulter nehmen. „Jede Aufnahme bedeutet Strahlung, und es gibt keinen unteren Grenzwert, bei dem wir Schäden ausschließen können“, so Heyer.

Besonders kritisch sei ein Einsatz der Röntgendiagnostik zu bewerten, wenn sie ohne Nutzen-Risiko-Abwägung erfolge oder nur der Vorsorge außerhalb der gesetzlichen Rahmenbedingungen diene. „Das CT für einen reinen Gesundheits-Check ohne klinische Symptome oder hohe Risikofaktoren einzusetzen, wäre völlig falsch“, erklärt Reinhard Loose, Chefarzt des Instituts für Diagnostische und Interventionelle Radiologie im Klinikum Nürnberg-Nord. Daher sollten Ärzte den Nutzen und die Risiken vor jeder Aufnahme abwägen. Jeder Radiologe sei dazu gesetzlich verpflichtet und müsse das auch dokumentieren.

Andererseits sollten Patienten aber auch keine übertriebene Angst vor Röntgen- oder CT-Untersuchungen haben: „In der Regel haben diese Untersuchungen ihren Sinn“, betont BfS-Präsident König. Betroffene sollten aber auch selbst dafür sorgen, die Zahl der Röntgenaufnahmen möglichst gering zu halten. König empfiehlt daher, sich vom Arzt die Notwendigkeit einer Röntgenuntersuchung und die Risiken stets erklären zu lassen. Wichtig sei zudem, den Arzt über frühere, ähnliche Untersuchungen zu informieren und diese Aufnahmen mitzubringen. Am besten sei es, sich einen Röntgenpass von seinem Arzt ausstellen zu lassen und diesen zu jeder Untersuchung mitzunehmen. In diesem Pass können dann als Gedächtnisstütze und zur Information des Arztes alle Röntgenuntersuchungen eingetragen werden.