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26.08.2009

Behandlung von COPD-Patienten in einer Lungenfachklinik

Eine fachstationäre Behandlung wird notwendig, wenn es aufgrund eines Infekts zu einer lebensbedrohlichen Verschlechterung des gesundheitlichen Zustands von Patienten mit COPD oder Lungenemphysem kommt. Was dies beinhaltet, wird Prof. Dr. med. Kurt Rasche, Direktor des Lungenzentrums Kliniken St. Antonius in Wuppertal, im einzelnen auf dem Symposium Lunge 2009 erläutern, das am 3.10. in Hattingen für Patienten stattfindet.

Zusammenfassung des Vortrags Prof. Dr. med. Kurt Rasche, Direktor des Lungenzentrums Kliniken St. Antonius in Wuppertal und des Akad. Lehrkrankenhauses der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf , zum Thema „Der COPD-/Emphysempatient in fachstationärer Behandlung“:

Dank eines mittlerweile dichter gewordenen Netzwerks von niedergelassenen Lungenfachärzten (Pneumologen) kann das so genannte Management des COPD- bzw. Emphysempatienten heutzutage überwiegend ambulant erfolgen. Die fachstationäre Behandlung eines COPD-Patienten wird aber häufig dann erforderlich, wenn es zu einer akuten Verschlechterung der Erkrankung, die vielfach durch einen Infekt hervorgerufen wird, kommt.

Eine solche Verschlechterung (Exazerbation) führt aufgrund vermehrter Bronchialschleimbildung (Hypersekretion) und Atemwegsverengung (Atemwegsobstruktion) zu einer zunehmenden Atmungsschwäche (respiratorische Insuffizienz), die aus Sicherheitsgründen, aber auch wegen der erweiterten Behandlungsmöglichkeiten im Krankenhaus, nicht mehr ambulant behandelt werden sollte.

In der Klinik wird zunächst an Hand der klinischen Befunde und der Blutgasanalyse festgelegt, ob der Patient auf einer Normalstation oder der Überwachungs- bzw. Intensivstation behandelt werden muss. Ist letzteres der Fall, so wird neben der Intensivierung der medikamentösen Therapie einschließlich der Gabe von Antibiotika bei niedrigem Sauerstoffdruck ggf. auch eine Sauerstofftherapie und bei zusätzlich erhöhtem Kohlendioxiddruck sogar eine Beatmungstherapie (möglichst nicht-invasiv, also mit einer Beatmungsmaske) notwendig.

Kommt es zu einer Stabilisierung der Atmungsfunktionen, kann der Patient wieder auf der Normalstation ohne dauerhafte Überwachung behandelt werden. Sofern dies nicht bereits im ambulanten Bereich geschehen ist, werden hier dann ergänzende Untersuchungen zur Feststellung von Art, Ursache und Ausmaß der COPD durchgeführt. Hierzu zählen eine umfassende Lungenfunktionsprüfung, eine Computertomographie der Brustkorborgane, eine Ultraschalluntersuchung des Herzens, eine Allergietest wie aber auch Blutuntersuchungen - wie z. B. die Bestimmung des sog. α1-Antitrypsins, einem Eiweiß, das bei bestimmten erblich bedingten Formen des Lungenemphysems erniedrigt ist. Darüber hinaus muss entschieden werden, ob der Patient auf Dauer eine Sauerstofftherapie oder sogar eine häusliche Beatmung, z. B. über eine Nasen- oder Gesichtsmaske benötigt. Die Entscheidung zur Sauerstoff-Langzeit- oder zur Beatmungstherapie sollte möglichst in Zusammenarbeit mit dem niedergelassenen Pneumologen erfolgen, da sich während einer akuten Exazerbation hierüber oft noch keine endgültige Aussage machen lässt.

Die fachstationäre Behandlung umfasst überdies die Intensivierung und Erlernung spezieller krankengymnastischer und atemtherapeutischer Techniken, die der Patient dann auch nach seiner Entlassung aus der Klinik im ambulanten Bereich fortführen kann. Außerdem sollte, wenn erforderlich, durch Beratung eine Weichenstellung in Richtung einer langfristigen Raucherentwöhnung erfolgen. Schließlich muss in der Klinik sehr rasch über die Notwendigkeit einer anschließenden Rehabilitationsmaßnahme entschieden und von hier aus bereits der entsprechende Antrag beim zuständigen Kostenträger gestellt werden.

3. Symposium Lunge
"COPD und Lungenemphysem" - Welches sind die entscheidenden Therapiesäulen? Von der Prophylaxe bis zur operativen Behandlung“
am Samstag, 3. Oktober 2009
09.00 Uhr bis 18.00 Uhr
Westfälisches Industriemuseum
Henrichshütte - Gebläsehalle -
Werksstraße 31-33
45527 Hattingen/Ruhr

Anfragen bezüglich des Symposiums Lunge 2009 richten Sie bitte an die Organisationsleitung Jens Lingemann
Lindstockstraße 30
45527 Hattingen
Telefon: 02324 - 999 959
symposium-org@lungenemphysem-copd.de