LUNGENÄRZTE

im Netz

In Zusammenarbeit mit:

Herausgeber:

13.12.2005

Bauarbeiter haben ein erhöhtes Kehlkopfkrebsrisiko

Wer täglich bei der Arbeit Straßen- und Baustellenstaub ausgesetzt ist, hat ein erhöhtes Risiko Kehlkopfkrebs zu bekommen. Das haben Wissenschaftler aus Leipzig jetzt belegt und empfehlen Gefährdeten, regelmäßig zur Vorsorgeuntersuchung zu gehen.

Bauarbeiter sind dem FeinstaubFeinstaub
Feinstaub gilt als giftig und kostet nach Schätzungen der EU-Kommission jährlich zahlreichen  Europäern das Leben. Mit einer Größe von weniger als 10 µm können Feinstäube in der Luft schweben (sog. Schwebstäube) und vom Menschen eingeatmet werden, so dass die Feinstaubteilchen in die Lunge gelangen und über die Lungenbläschen (Alveolen) in den Körper übergehen können. So stoßen sie u.a. bis in die Leber vor.
 
 
auf unseren Straßen zweifellos in besonders starkem Maße ausgesetzt. Jetzt haben Wissenschaftler von der Universität Leipzig nachgewiesen, dass sie ein erhöhtes Risiko haben, an Kehlkopfkrebs zu erkranken. Dies ergebe sich vor allem aus dem Umgang mit Stoffen wie Teer und Ruß sowie mit Zementstaub, erläutert Prof. Andreas Dietz, Direktor der Klinik und Poliklinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde in Leipzig. An der nach Angaben der Leipziger Universität weltweit größten Untersuchung zu den Risikofaktoren dieser Krebsart nahmen 293 Betroffene und 769 Vergleichspersonen im Alter von 20 bis 80 Jahren teil. Weitere Risikofaktoren für Kehlkopfkrebs seien chronischer Alkohol- und Tabakkonsum .

Dietz zufolge haben die Forscher in ihrer Untersuchung zum ersten Mal individuelle oder genetische Faktoren für die Entstehung von Kehlkopfkrebs nachgewiesen. Diese könnten künftig für die Früherkennung von Risikogruppen herangezogen werden. Es habe sich bestätigt, dass es bestimmte Reparaturmechanismen für molekulare Veränderungen gibt, die bei den Tumorpatienten nicht oder langsamer anspringen als bei Gesunden, erklärt Dietz. „Wir wünschen uns vor allem eine bessere Prävention“, betont Frank Mädler, Präsident des Bundesverbandes der Kehlkopflosen und Kehlkopfoperierten. So wäre es gut, wenn gefährdete Betroffene einmal im Jahr für eine Kehlkopfspiegelung zum Lungenfacharzt gehen.

Quelle: dpa