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04.12.2017

Auf der Suche nach neuen Therapieansätzen für Sarkoidose

Ob sich die Lungenkrankheit Sarkoidose mit vorhandenen Medikamenten behandeln lässt, wollen Ärzte des Universitätsklinikums Freiburg erforschen.

© fotoliaxrender – Fotolia.com

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Ein trockener, lang anhaltender Reizhusten kann in seltenen Fällen auf eine Sarkoidose hindeuten. Dabei führen lokale Entzündungsreaktionen zu Gewebeknötchen, die vorwiegend in der Lunge auftreten, aber alle Organe des Körpers betreffen können. Eine gezielte Therapie gibt es bislang nicht. Oft ist eine Kortisontherapie die einzige Option. In einer bundesweiten Studie, die von der Klinik für PneumologiePneumologie
Die Atemwegs- und Lungenheilkunde (Pneumologie) ist ein Teilgebiet der Inneren Medizin, das sich mit der Vorbeugung, Erkennung und fachärztlichen Behandlung von Krankheiten der Lunge, der Bronchien, des Mediastinums (Mittelfell) und der Pleura (Rippen- und Lungenfell) befasst.
des Universitätsklinikums Freiburg geleitet wird, soll nun untersucht werden, ob ein Medikament den Hustenreiz lindern kann, das bisher unter anderem bei Potenzstörungen eingesetzt wird. In einer zweiten Studie soll erforscht werden, ob ein Arthritis-Medikament Patienten helfen kann, bei denen Kortison nicht wirkt.

„Der lang andauernde, schwere Husten bei Sarkoidose führt oft zu sozialer Isolation, was die Lebensqualität der Betroffenen deutlich mindert. Deshalb haben wir die beiden Studien auf den Weg gebracht, um den Patienten schnell und zuverlässig zu helfen“, erklärt Studienleiter Prof. Dr. Joachim Müller-Quernheim, Ärztlicher Direktor der Klinik für Pneumologie des Universitätsklinikums Freiburg.

Bei beiden Studien handelt es sich um sogenannte „Investigator Initiated Trials“, bei denen Ärzte und Wissenschaftler des Universitätsklinikums Freiburg dringenden Handlungsbedarf erkannt haben und die Zulassung von Medikamenten vorantreiben.

Die Klinik für Pneumologie des Universitätsklinikums Freiburg befasst sich seit vielen Jahren mit der Sarkoidose. In einer Vorstudie konnten die Freiburger Ärzte beobachten, dass die Inhalation von Aviptadil den Husten lindert. Aviptadil ist ein Peptid-Hormon, das auf vielfältige entzündliche Mechanismen dämpfend einwirkt, wegen seiner gefäßerweiternden Wirkung aber auch in einigen Ländern bei Potenzstörungen eingesetzt wird. Die von Prof. Müller-Quernheim geleitete doppelblinde, Placebo-kontrollierte Studie zur Therapie der Sarkoidose mit Aviptadil wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert und läuft im April 2018 an. Insgesamt sollen 200 Patienten an bis zu 10 Studienzentren in Deutschland behandelt werden.

„Wir möchten herausfinden, ob Aviptadil langfristig den Husten bei Sarkoidose lindern kann. Diese Studie ist der erste Schritt auf dem Weg für die Zulassung eines Medikaments für Sarkoidose“, erläutert Prof. Müller-Quernheim. Andere Parameter der Lebensqualität, der Krankheitsausprägung und der Entzündungsreaktion werden ebenfalls über den Studienverlauf analysiert.

Mit einer weiteren Studie soll vor allem den Patienten geholfen werden, bei denen nicht einmal die unspezifische Kortisontherapie wirkt. Für diese Patienten gibt es derzeit keine Behandlungsoption. Vorstudien an der Klinik für Pneumologie des Universitätsklinikums Freiburg zeigen, dass bei diesen Patienten auf der Oberfläche der weißen Blutkörperchen das Molekül CTLA4 fehlt. Dieses Molekül ist eigentlich dafür zuständig, Entzündungsreaktionen zu dämpfen. Fehlt es, werden die Entzündungen chronisch. Bei Patienten mit Rheumatoider Arthritis hat sich das Molekül bereits bewährt, um die Entzündungen zu lindern.

„In der Studie werden wir die Sicherheit des Medikaments sowie die entzündungshemmende Wirkung des Medikaments bei Sarkoidose prüfen“, berichtet Prof. Müller-Quernheim. Ab Dezember 2017 können Patienten in diese Studie aufgenommen werden.

Quelle: Universitätsklinikum Freiburg