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29.09.2005

Auch Lachen kann Asthma auslösen

Nicht nur bekannte Auslöser wie Staub, Pollen oder Tierhaare können Asthmaanfälle verursachen. Auch Lachen kann asthmatische Beschwerden hervorrufen, vor allem bei Patienten, deren Asthma nicht optimal kontrolliert ist....

Wenn Asthmatiker lachen müssen, kommt es bei mehr als der Hälfte von ihnen (56%) zum Ausbruch von asthmatischen Beschwerden. Selbst abgeschwächtes Lachen wie Kichern oder Glucksen kann bei manchen bereits Husten oder Engegefühl im Brustbereich auslösen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung mit 235 Asthma-Patienten, die am NYU Medical Center in New York durchgeführt und im Mai diesen Jahres auf einer internationalen Fachkonferenz der „American Thoracic Society“ vorgestellt wurde. Das durch Lachen ausgelöste Asthma - abgekürzt auch LIA genannt (laughter induced asthma) - tritt auffälligerweise doppelt so häufig bei denjenigen Patienten auf, die auch zu Belastungsasthma neigen, bei denen asthmatische Beschwerden also überwiegend beim Sport auftreten.

Zugrundeliegender Mechanismus ist noch ein Rätsel
Noch verstehen Studienleiter Stuart Garay und seine Kollegen nicht genau, wie Lachen Asthma auszulösen vermag. Da Gelächter ähnlich wie Sport zu einer tieferen und verstärkten Atmung führt, liegt die Vermutung nahe, dass der damit verbundene Hyperventilationsreiz zu einer Verkrampfung der Bronchien und damit Husten und Atemnot führt. Andererseits scheint LIA nicht direkt von der Intensität des Gelächters, also von Dauer und Lautstärke des Lachens, abzuhängen, zumal in manchen Fällen selbst ein leises Kichern schon Asthmaanfälle auslösen kann.

Zumindest zeichnet sich aber ab, dass Lachen nicht häufiger zu Notfallbehandlungen oder Krankenhauseinweisungen führt als andere Asthma-Auslöser. Außerdem berichten betroffene Patienten, dass LIA nur dann auftritt, wenn sie ihr Asthma nicht optimal unter Kontrolle haben. Das heißt: zu Zeiten, wenn sie öfter als zweimal im Monat nachts mit Asthmabeschwerden aufwachen und häufiger als zweimal in der Woche zusätzliche Bedarfsmedikamente einnehmen müssen. Wenn sie hingegen ihr Asthma vollständig kontrolliert haben, können sie auch häufiger und länger lachen, ohne asthmatische Beschwerden zu bekommen. Deshalb, so folgern die Wissenschaftler, könne das Auftreten von LIA als Anzeiger dafür dienen, dass ein Patient medikamentös nicht optimal eingestellt ist. Und diese Erkenntnis lasse sich in Zukunft dazu nutzen, die Behandlung von Asthma-Patienten weiter zu verbessern.


Quelle: www.medpagetoday.com/tbprint.cfm