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18.05.2018

Auch bestimmte Balkonpflanzen können Asthmabeschwerden auslösen

Aufgepasst bei der Auswahl von Balkonpflanzen: Bestimmte Düfte können bei Menschen mit empfindlichen Atemwegen Überempfindlichkeiten hervorrufen. Davor warnt der Deutsche Allergie-und Asthmabund und gibt Tipps zur Begrünung ohne Allergieauslöser …

© Stefan Koerber_Fotolia.com

Einige Blühpflanzen können bei Menschen mit empfindlichen Atemwegen Überempfindlichkeiten auslösen – vor allem, wenn ihr Duft sehr konzentriert auftritt. Darauf weist der Deutsche Allergie-und Asthmabund (DAAB) hin. Beim Pflanzenkauf sollten Betroffene daher immer auch klären, ob das Gewächs stark duftet und ob man seinen Duft verträgt, wann und wie lange es blüht und wo es später wachsen soll.

Vorsicht ist beispielsweise geboten bei besonders stark duftenden Pflanzen wie Hyazinthen in Innenräumen oder einer blühenden Magnolie, die direkt vor einem geöffneten Fenster oder benachbart zum Sitzplatz auf der Terrasse steht. Bei Asthma-Patienten kann durch solche „Triggerfaktoren“ eine Verschlechterung des Asthmas, möglicherweise bis hin zu einem Asthmaanfall ausgelöst werden.

Auch die weiß, blass rosa blühenden Schneeballsträucher, die zu den Moschuskrautgewächsen gehören, können einen sehr intensiven durchdringenden Geruch abgeben. Ein einzelner Blütenstand kann so viel Duft in einem Raum verbreiten, dass Asthmatiker oder Menschen mit empfindlichen Bronchien Beschwerden bekommen.

Weitere Tipps, wie man seinen Balkon oder Garten ohne Allergieauslöser gestalten kann, erfährt man auf www.allergien-im-garten.de, einer Webseite des Deutschen Allergie- und Asthmabunds e.V.

Vor einiger Zeit stellten Forscher der Ruhr-Universität Bochum fest, dass fruchtiger Bananen- bzw. Aprikosen-Duft die Bronchien weiten und blumiger, öliger Geruch (in diesem Falle Maiglöckchen) die Bronchien verengen kann. Im Zuge dieser Forschung wurden zwei unterschiedliche Rezeptoren in den Muskelzellen der Bronchien entdeckt (siehe Lungenärzte-im-Netz vom 22.8.2016: Bronchien mit Düften beeinflussbar). Durch die Bindung der jeweiligen Duftmoleküle wurden die entsprechenden Reaktionen ausgelöst. Spannende Erkenntnisse, die auch genutzt werden, um die Rezeptoren und Düfte in Bezug auf neue Behandlungsoptionen bei Asthma oder einer chronisch-obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) zu untersuchen.

Quelle: Deutscher Allergie-und Asthmabund (DAAB)