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23.05.2012

Asthmamedikamente auch während einer Schwangerschaft konsequent einnehmen

Asthmatikerinnen sollten - auch wenn sie schwanger werden - ihre vorbeugenden Asthmamedikamente unbedingt weiterhin einnehmen. Dazu raten die Lungenärzte der Deutschen Lungenstiftung (DLS). Denn das Schwangerschaftshormon Progesteron verstärkt Entzündungsreaktionen des Körpers. Dadurch verschlimmern sich die Asthmabeschwerden und die Gefahr von gravierenden Asthma-Anfällen, die unter Umständen Fehlgeburten oder Missbildungen des Kindes verursachen können, nimmt zu.

Schwangere Frauen, die unter Asthma bronchiale leiden, müssen ihre Asthmamedikamente während der Schwangerschaft konsequent und natürlich unter Aufsicht des Arztes weiter einnehmen. Dazu raten die Lungenärzte der Deutschen Lungenstiftung (DLS). „Atemprobleme bei einer Schwangeren können zu einem bedeutsamen Absinken des Sauerstoffgehalts im mütterlichen Blut, über das der Fötus versorgt wird, führen. In Abhängigkeit davon, wann (d.h. in welchem Entwicklungsstadium des Fötus), wie lange und wie schwerwiegend sich ein solcher Engpass bei der mütterlichen und gleichzeitig kindlichen Sauerstoffversorgung auswirkt, kann es zu Fehlgeburt, zu Missbildung oder auch zu mehreren Geburtsfehlern des Kindes kommen. Das Risiko der Sauerstoffunterversorgung lässt sich aber deutlich senken, wenn Asthmatikerinnen ihr Asthma auch während der Schwangerschaft medikamentös sicher unter Kontrolle halten“, erläutert Prof. Harald Morr, Vorstandsvorsitzender der DLS. „Es ist zwar leicht verständlich, dass werdende Mütter während der Schwangerschaft weitgehend auf „ jede Chemie“ und damit auch auf Medikamente verzichten wollen. Die heutzutage eingesetzten Asthma-Medikamente sind aber, wenn sie vorschriftsmäßig eingenommen werden, sicher und schaden dem heranwachsenden Kind nicht“, betont Morr. Diese Aussage wird belegt durch eine aktuelle dänische Studie (vorgestellt von Prof. Martin Kohlhäufl in Schwangere Asthmatikerinnen Praxis Update, Berlin 2012) an über 4000 Neugeborenen von Asthma-Patientinnen, die bis in das neunte Lebensjahr hinein nachbeobachtet wurden: Die Einnahme von inhalativen Kortikosteroiden, d.h. die Standardbehandlung des Asthma bronchiale, war weder mit einem erhöhten Risiko für Fehlbildungen noch für kardiovaskuläre, pneumologische, muskoskelettale oder psychiatrische Erkrankungen des Kindes verbunden. Allerdings war bei den Kindern asthmatischer Mütter das Risiko für Ernährungs- und Stoffwechselkrankheiten, für Krankheiten der Hormondrüsen und für Krankheiten des Verdauungssystems erhöht, wenn auch ohne Hinweise auf problembehaftete Spätfolgen.

Asthma verschlimmert sich bei jeder dritten Patientin in der Schwangerschaft

Schwangere Asthmatikerinnen zeigen infolge der hormonellen Umstellung während einer Schwangerschaft einen schlechteren Krankheitsverlauf. „Das Schwangerschaftshormon Progesteron verstärkt die Entzündungsreaktionen des Körpers und damit kommt es auch zu einer Verstärkung der Asthmabeschwerden. Vor allem die Gefahr von gravierenden Asthma-Anfällen nimmt zu“, erklärt Morr. „Tatsächlich erfährt jede dritte Patientin während der Schwangerschaft eine Verschlimmerung ihres Leidens. Wenn dann die Asthmamedikamente einfach weggelassen werden, kann das Asthma außer Kontrolle geraten - die Patientinnen haben starke Atemnot und müssen gegebenenfalls zu Notfallmedikamenten greifen. Diese wiederum können in inadäquaten Mengen tatsächlich Frucht schädigend wirken. Die größte Gefahr für Mutter und Kind geht also nicht von den vorbeugenden Medikamenten sondern vom Asthma selbst aus. Deshalb ist es also wichtig, die Grundkrankheit konsequent von Beginn bis zum Ende der Schwangerschaft medikamentös optimal einzustellen und regelmäßig zu kontrollieren. Und nach wie vor gilt das alte Prinzip: Geht es der Mutter gut, geht es auch dem Kind gut.“