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23.11.2020

App erkennt Corona-Infizierte am Husten-Geräusch

Eine neue, KI-gestützte App des Massachusetts Institute of Technology kann anhand des Geräusches, das beim Husten entsteht, COVID-19 diagnostizieren.

© Photographee.eu_Fotolia.com

Forscher am Massachusetts Institute of Technology (MIT) haben eine KI-gestützte, mobile App entwickelt, die anhand des Geräusches, das beim Husten entsteht, COVID-19 diagnostiziert. Das Team um Juan Brian Subirana hat die Analyse-Software hierzu mit zehntausenden Husten-Geräuschen von Gesunden und Infizierten trainiert. Parallel dazu wurden die Probanden auf COVID-19 getestet.

„Unser Tool könnte die Ausbreitung der PandemiePandemie
Unter einer Pandemie versteht man eine sich weit verbreitende und dabei ganze Länder oder Kontinente erfassende Krankheit.
Vermischen sich beispielsweise die Erbinformationen von zwei verschiedenen Influenza-Viren in einem Zwischenwirt (z.B. Schwein), tritt ein neuer Virus-Typ mit noch unbekannten Eigenschaften auf. Dieser so genannte Subtyp kann sich schnell ausbreiten, da die Menschen gegen diesen Erreger weder über natürliche noch infolge einer Schutzimpfung aufgebaute Antikörper verfügen. Der jährliche Grippe-Impfschutz erfasst zwar neue Varianten des Influenza-Virus (d.h. leichteVeränderungen in der Oberflächenstruktur), aber keine komplett neuartigen Subtypen. Bricht eine Pandemie aus, muss daher schnell ein Impfstoff gegen den neuen Subtyp entwickelt werden und/oder ein antiviral wirksames Medikament flächendeckend eingesetzt werden.
verringern, wenn jeder es nutzt, bevor er in ein Klassenzimmer, eine Fabrik oder ein Restaurant geht“, meint Subirana. Das Team arbeitet nun mit der japanischen Takeda Pharmaceutical Company und Krankenhäusern auf der ganzen Welt zusammen, um eine kostenlose Pre-Screening-App zu entwickeln, die auf dem KI-Modell basiert.

Schon vor dem Beginn der SARS-CoV-2-Pandemie am Anfang dieses Jahres hatten die MIT-Wissenschaftler Husten-Geräusche als Möglichkeit zur zielgerichteten Diagnose untersucht. Sie zielten auf das Erkennen von Lungenentzündungen und Asthma ab. Am MIT befasste man sich dann mehr und mehr mit der Möglichkeit, Alzheimer anhand von Husten-Geräuschen zu erkennen. Diese Krankheit ist nicht nur von einer Zerstörung der Gehirnzellen gekennzeichnet, sondern auch durch Veränderungen der Stimmbänder durch neuromuskulären Abbau.

Beim Ausbruch der CoronaCorona
-Pandemie gab es Hinweise darauf, dass auch bei Corona-Infizierten neurologische Symptome wie vorübergehende neuromuskuläre Probleme auftreten. „Also dachten wir uns, warum probieren wir diese Alzheimer-Biomarker nicht auch für COVID-19 aus“, berichtet Subirana. Es gab Übereinstimmungen zwischen den Husten-Geräuschen bei Menschen mit Alzheimer und jenen, die mit dem Virus infiziert sind. Tests zeigten, dass das auf Künstlicher Intelligenz (KI) basierende Verfahren 98,5 Prozent der Infizierten erkennt.

Quelle: pressetext