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10.10.2018

Antidepressiva können bei COPD-Patienten unter Umständen das Sterberisiko erhöhen

Patienten mit einer chronisch-obstruktiven Lungenerkrankung (COPD), die bestimmte Antidepressiva (Serotonin-Wiederufnahme-Hemmer) einnehmen, sollten mögliche Nebenwirkungen der Medikamente stärker beachten und dann ihrem behandelnden Arzt mitteilen. Dazu raten die Lungenärzte der Deutschen Gesellschaft für PneumologiePneumologie
Die Atemwegs- und Lungenheilkunde (Pneumologie) ist ein Teilgebiet der Inneren Medizin, das sich mit der Vorbeugung, Erkennung und fachärztlichen Behandlung von Krankheiten der Lunge, der Bronchien, des Mediastinums (Mittelfell) und der Pleura (Rippen- und Lungenfell) befasst.
und Beatmungsmedizin (DGP).

Patienten mit einer chronisch-obstruktiven Lungenerkrankung (COPD), die bestimmte Antidepressiva (Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer = serotonerge Antidepressiva) einnehmen, weisen einer aktuellen Studie zufolge eine um 20 Prozent höhere Sterblichkeit auf im Vergleich zu COPD-Patienten, die solche Medikamente nicht verabreicht bekommen (siehe European Respiratory Journal, Online-Veröffentlichung am 25.6.2018). Auch müssen laut der Studie Betroffene, die diese Medikamente neu verordnet bekommen, innerhalb von 90 Tagen um 15 Prozent häufiger in der Notaufnahme oder im Krankenhaus behandelt werden als Patienten, die keine Antidepressiva nehmen. „COPD-Patienten, die serotonerge Antidepressiva einnehmen, müssen jetzt nicht beunruhigt sein. Schließlich sind die gezeigten Effekte nur gering. Sie sollten aber vorsichtshalber mögliche Nebenwirkungen der Medikamente stärker beachten und dann ihrem behandelnden Arzt mitteilen“, rät Prof. Dr. Klaus F. Rabe, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) und Ärztlicher Direktor der LungenClinic Grosshansdorf. Mögliche Nebenwirkungen von serotonergen Antidepressiva sind Schläfrigkeit, Erbrechen und eine Beeinträchtigung des Immunsystems. Neben Atemproblemen kann dies für COPD-Patienten unter Umständen auch mit einer größeren Anfälligkeit für Atemwegsinfektionen und damit Verschlechterungen (sog. Exazerbationen), Lungenentzündungen u.a. Komplikationen verbunden sein.

Rund 40 Prozent der COPD-Patienten leiden unter erhöhter Depressivität

Bis zu 70 Prozent der Patienten mit COPD leiden krankheitsbedingt unter Symptomen einer gedrückten Stimmung und Angst. Rund 40 Prozent weisen eine erhöhte Depressivität auf, wobei Beschwerden einer Depression unabhängig vom Schweregrad der Lungenerkrankung auftreten können – also in frühen Stadien ebenso häufig wie in fortgeschrittenen. Für die erwähnte Studie aus Kanada wurden die Daten von 28.360 Patienten mit COPD in einem Alter über 66 Jahren, die Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer einnehmen, analysiert. Die bei den Studienteilnehmern beobachtete Erhöhung der Sterblichkeit durch diese Medikamentenklasse war statistisch signifikant, wenn auch gering. Auch ließ sich kein ursächlicher Zusammenhang belegen. Sollten Nebenwirkungen durch serotonerge Antidepressiva auftreten, kann der Arzt entweder die Dosis erniedrigen, oder ein anderes Präparat verschreiben oder auch eine alternative Therapieform wählen. Bei einer manifesten Depression sollte der Patient fachärztlich betreut werden und eventuell eine Psychotherapie machen. Zur Vorbeugung von Depressionen bei COPD-Patienten können auch Lungensport, Selbsthilfegruppen und Rehabilitationsprogramme beitragen.

Quelle: äin-red

Dies ist eine Pressemeldung der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie ud Beatmungsmedizin (DGP). Der Abdruck dieser Pressemeldung oder von Teilen des Artikels ist unter folgender Quellenangabe möglich: www.lungenaerzte-im-netz.de. Bei Veröffentlichung in Online-Medien ist diese Quellenangabe (in Form eines aktiven Links entweder auf die Startseite oder auf eine Unterseite der Webseite der Lungenärzte-im-Netz) erforderlich, bei Veröffentlichung in Printmedien ist ebenfalls ein Hinweis auf diese Webadresse notwendig.