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25.10.2017

Antibiotika sind zur Behandlung einer Bronchitis meistens nicht erforderlich

Eine akute Bronchitis wird in 90 Prozent der Fälle von Viren verursacht. In solchen Fällen bringen Antibiotika nichts, vielmehr fördert eine sinnlose Verordnung die Resistenzbildung. Darauf weist der BdP hin.

© Photographee.eu - Fotolia.com

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Zur Behandlung einer akuten Bronchitis sind im Normalfall keine Antibiotika notwendig. Darauf machen die Lungenärzte des Bundesverbands der Pneumologen (BdP) aufmerksam – auch im Hinblick auf die Gefahr, dass Bakterien zunehmend unempfindlich gegenüber Antibiotika (resistent) werden, wenn diese Medikamente unsachgemäß zum Einsatz kommen. „In neun von zehn Fällen wird eine akute Bronchitis von Viren verursacht. In solchen Fällen bringen Antibiotika nichts, vielmehr fördert eine sinnlose Verordnung die Resistenzbildung“, erläutert Dr. Andreas Hellmann, Vorsitzender des Bundesverbands der Pneumologen (BdP) und praktizierender Lungenfacharzt in einer Augsburger Gemeinschaftspraxis. „Patienten sollte bewusst sein, dass Husten aufgrund einer akuten Bronchitis bis zu sechs Wochen anhalten kann – dies lässt sich auch durch die Einnahme von Antibiotika nicht verkürzen. Diese Medikamente sind eigentlich nur in schweren Bronchitis-Fällen mit Verdacht auf eine Lungenentzündung oder bei Risiko-Patienten mit einer Herz- oder Lungenvorerkrankung wie COPD oder Asthma angezeigt.“

Gelb-grüner Auswurf ist keine Indikation

Lange Zeit galt die Farbe des Auswurfs beim Husten – insbesondere gelbes und grünes Sputum - als Hinweis auf eine bakterielle Infektion. „Allerdings kann sich das Sputum auch nach einer viralen Atemwegsinfektion gelb oder grün verfärben, das ist eine Folge des physiologischen Abwehrprozesses, macht aber per se keine antibiotische Therapie erforderlich“, betont Dr. Hellmann. Einen Hinweis auf eine bakterielle Infektion und die Notwendigkeit einer Antibiotikatherapie kann die Bestimmung des CRP (C reaktiven Proteins) liefern. Das Akute-Phase-Protein Procalcitonin (PCT) - ist dazu noch deutlich besser geeignet, gehört aber nicht zum Leistungsumfang der gesetzlichen Krankenkassen.

Bei Nasennebenhöhlenentzündung ebenfalls sorgfältig abwägen

Bei gleichzeitiger Entzündung der Schleimhaut der Nasenhöhlen und der Nasennebenhöhlen (Rhinosinusitis), was sich typischerweise beim Vorbeugen durch eine Verstärkung der Kopfschmerzen bemerkbar macht, sollten Antibiotika ebenfalls nur in bestimmten Fällen zum Einsatz kommen. Denn auch eine Rhinosinusitis wird nur in drei von zehn Fällen durch Bakterien verursacht. Insofern müssen - damit zumindest ein Patient von einer Antibiotika-Therapie profitiert - durchschnittlich 18 Patienten behandelt werden (number needed to treat = 18). Allerdings tritt dann bei acht antibiotisch behandelten Patienten auch eine nicht unerheblich Nebenwirkung auf (number needed to harm = 8). „Die Verordnung von Antibiotika bei Rhinosinusitis muss also sorgfältig abgewogen werden, zumal 60-80 Prozent der Patienten auch ohne Behandlung nach zwei Wochen wieder beschwerdefrei sind“, bekräftigt Dr. Hellmann.

Quelle: äin-red

Dies ist eine Pressemeldung des Bundesverbands der Pneumologen (BdP). Der Abdruck dieser Pressemeldung oder von Teilen des Artikels ist unter folgender Quellenangabe möglich: http://www.lungenaerzte-im-netz.de. Bei Veröffentlichung in Online-Medien ist diese Quellenangabe (in Form eines aktiven Links entweder auf die Startseite oder auf eine Unterseite der Webseite der Lungenärzte-im-Netz) erforderlich, bei Veröffentlichung in Printmedien ist ebenfalls ein Hinweis auf diese Webadresse notwendig.