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01.08.2007

Altbewährte Atemtechnik von großem Nutzen

Mit der so genannten Papworth-MethodePapworth-Methode
Dies ist eine physiotherapeutische Behandlungsmethode, bei der Patienten mit Atemwegsbeschwerden bestimmte Entspannungs- und Atemübungen erlernen. Dabei wird vor allem auf die Nasenatmung (statt Atmung durch den Mund) und auf die Bauch- oder Zwerchfellatmung im Gegensatz zur flacheren Brustatmung gelegt, sowie auf die Einhaltung eines regelmäßigen, entspannten Atemrhythmus. 
 
, die bereits in den 60er Jahren in einem englischen Krankenhaus entwickelt worden ist, können Asthmatiker das Auftreten von asthmatischen Beschwerden und Gefühle der Angst und Depression offenbar wirksam verringern.

In stressigen Situationen neigen viele Menschen dazu, flach und oberflächlich zu atmen. Das ergeht insbesondere auch Asthmatikern so, die einen Asthmaanfall erleiden. Mit bestimmten Entspannungs- und Atemtechniken können Asthmatiker aber lernen, auch unter Stress die flache Atmung zu vermeiden und stattdessen durch tiefe und entspannte Atemzüge zu ersetzen. Das Ziel solcher Therapien besteht darin, die an der Atmung beteiligten Muskeln so zu trainieren, dass der in der Atemluft enthaltene Sauerstoff wieder effizienter genutzt werden kann. Außerdem sollen die Patienten durch die Übungen eine bessere Kontrolle über ihre Atemwegserkrankung erlangen. Jetzt haben britische Wissenschaftler um Dr. Elizabeth Holloway und Robert West vom University College in London nachgewiesen, dass Asthmatiker mit Hilfe der so genannten Papworth-Methode die bereits in den 60er Jahren in England im Papworth Hospital von Cambridgeshire entwickelt worden ist, neben ihren asthmatischen Beschwerden auch Gefühle der Angst und Depression wirksam verringern können.

An der Untersuchung, deren Ergebnisse im Fachjournal Thorax veröffentlicht wurden, nahmen 85 Patienten mit leichtem Asthma bronchiale teil. Ein Teil der Patienten erhielt zusätzlich zur bisherigen medikamentösen Therapie fünf Behandlungen nach der Papworth-Methode. Die übrigen Teilnehmer fungierten als Kontrollgruppe und wurden ausschließlich mit Medikamenten behandelt. Dann wurde mit Hilfe eines speziellen Fragebogens (St. George’s respiratory Symptom Questionnaire) ermittelt, in welchem Ausmaß die Patienten unter asthmatischen Beschwerden leiden. Dabei zeichnete sich ab, dass sich die Symptome nach der Papworth-Behandlung gebessert hatten – so sank der durchschnittlich im Fragebogen erzielte Wert von 32,8 auf 21,8 Punkte. Dabei hielt diese Verringerung der asthmatischen Beschwerden auch ein Jahr später noch an. Nach Angaben des Forscherteams um Holloway und West, konnten mit der Papworth-Methode falsche Atemtechniken insgesamt verringert und der Anteil tiefer und entspannter Atemzüge erhöht werden. Messbare Verbesserungen der Lungenfunktion ließen sich allerdings nicht nachweisen. „Soweit wir wissen, wurde in unserer Studie die Wirksamkeit der Papworth-Methode zum ersten Mal wissenschaftlich untersucht und bewiesen“, schreiben die Wissenschaftler im Fachblatt Thorax. Eigentlich seien aber alle Methoden, die dazu beitragen, die Atemtechnik der Patienten zu verbessern, essentiell und wertvoll - hat dazu der Präsident der American Association of Cardiovascular and Pulmonary Rehabilitation, Jody Hereford, gegenüber der Los Angeles Times bemerkt.

Quelle: Thorax, Online-Ausgabe vom 15.6.07. Zusammenfassung (abstract)