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14.12.2011

Alkohol kann Allergien und Asthma verstärken

Alkohol kann allergisches Asthma und andere bestehende Allergien verstärken und die Beschwerden verschlimmern. Gerade angesichts der kommenden Weihnachtsfeiertage sollten Patienten mit einer allergischen Erkrankung sich daher bei alkoholischen Getränken lieber zurückhalten. Das empfehlen die Lungenärzte der Deutschen Gesellschaft für PneumologiePneumologie
Die Atemwegs- und Lungenheilkunde (Pneumologie) ist ein Teilgebiet der Inneren Medizin, das sich mit der Vorbeugung, Erkennung und fachärztlichen Behandlung von Krankheiten der Lunge, der Bronchien, des Mediastinums (Mittelfell) und der Pleura (Rippen- und Lungenfell) befasst.
und Beatmungsmedizin (DGP).

Im Hinblick auf die kommenden Weihnachtsfeiertage sollten Allergiker und Asthmatiker darauf achten, dass sie nicht zu viele alkoholische Getränke konsumieren. Denn Alkohol kann bestehende Allergien verstärken und die Beschwerden verschlimmern. Davor warnen die Lungenärzte der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) in Berlin. „Das Trinken alkoholischer Getränke kann gesundheitliche Beschwerden aufgrund von allergischem Asthma bronchiale und anderen Allergien wie Niesen, Juckreiz, Kopfschmerzen und Husten hervorrufen bzw. verstärken, wobei meist gar nicht der Alkohol an sich das Problem ist, sondern die Histamine, die bei der Herstellung alkoholischer Getränke von Hefen und Bakterien während der Gärung gebildet werden“, erläutert Prof. Dieter Köhler vom wissenschaftlichen Beirat der DGP und Leiter der Lungenfachklinik Kloster Grafschaft im sauerländischen Schmallenberg. „Histamine sind bekanntlich auch diejenigen Signalstoffe, die während einer allergischen Reaktion ausgeschüttet werden und die typischen allergischen Symptome verursachen. Betroffene müssen übrigens auch bei Nahrungsmitteln aufpassen, die Histamine enthalten oder bei der weiteren Verstoffwechselung im Organismus freisetzen - wie z.B. gereifte Käsesorten, sauer eingelegte oder vergorene Lebensmittel und hefehaltige Produkte wie Brot, Apfelwein und Traubensaft.“

Manche Herstellungsprozesse erfordern Stoffe, die allergen wirken können

Weine und Biere können noch weitere potenzielle Allergieauslöser (AllergeneAllergene
Das sind Stoffe, die vom Immunsystem des Körpers als „fremd" eingestuft und deshalb angegriffen werden, was zu einer übersteigerten Abwehrreaktion (= Allergie mit Überempfindlichkeit des Körpers gegen das jeweilige Allergen) führt.
Man unterscheidet tierische, pflanzliche und chemische Allergene, wobei fast jede Umweltsubstanz eine Allergie auslösen kann. Ein potenzielles Allergen ist eine Substanz, die aufgrund ihrer biochemischen Beschaffenheit häufiger als andere Substanzen eine allergische Reaktion hervorrufen kann.
 
 
 
) enthalten, entweder natürlicherweise oder weil sie zur Herstellung hinzugefügt werden. „Zum Beispiel Schwefelverbindungen (Sulfite) in Weißwein, die teilweise zur Konservierung zugesetzt werden und von denen längst bekannt ist, dass sie Asthma und andere allergische Beschwerden auslösen können“, erklärt Köhler. „Mögliche Beschwerden reichen von juckenden Augen und leichtem Ausschlag bis hin zu lebendbedrohlichen Asthmaanfällen oder anaphylaktischem Schock. Demgegenüber enthält Rotwein oft Tyramin – eine Substanz, die starke Kopfschmerzen verursachen kann. Bieren werden zur Filterung mitunter Eiweißstoffe beigemischt, die allergen wirken können. Zurückhaltung bei alkoholischen Getränken ist daher für Patienten mit einer allergischen Erkrankung besonders ratsam“, meint Köhler.