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04.06.2021

Aktuell verfügbare Medikamente zur Behandlung der COPD

Einen Überblick, welche Medikamente aktuell und künftig gegen COPD zur Verfügung stehen, gibt Priv.-Doz. Dr. med. Michael Westhoff, Chefarzt der Lungenklinik Hemer, in seinem online-Vortrag auf dem virtuellen Symposium Lunge am 4.9.2021.

Medikamente stellen einen wesentlichen Bestandteil in der Behandlung der chronisch-obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) dar. Mittlerweile gibt es eine Vielzahl pharmakologischer Substanzen mit sich daraus ergebenden Kombinationsmöglichkeiten.

Die medikamentöse Therapie der COPD orientiert sich an den auftretenden Symptomen wie Atemnot und Husten, am klinischem Krankheitsverlauf insbesondere hinsichtlich der Häufigkeit von akuten Verschlechterungen (Exazerbationen) und an der jeweiligen Lungenfunktionseinschränkung. Man unterscheidet 4 verschiedene Funktionsgradeinschränkungen, die bei einer Lungenfunktionsprüfung (anhand des ermittelten FEV1) festgelegt werden: von leicht (FEV1FEV1
Das so genannte FEV1 (= forciertes expiratorisches Volumen in einer Sekunde) - das ist die Luftmenge, die der Patient mit aller Kraft und möglichst schnell innerhalb einer Sekunde ausatmen kann.
 
 
> 80%), mäßig (FEV1 ? 50% - < 80%), schwer (FEV1 ? 30% - < 50%) bis sehr schwer (FEV1 < 30%).

Wesentliches Ziel der medikamentösen Therapie in Kombination mit Bewegungstherapie bzw. rehabilitativen Maßnahmen ist die Symptomlinderung, die Vermeidung häufiger und schwerer Exazerbationen, sowie eine Verbesserung der körperlichen Belastbarkeit.

Im Wesentlichen - und individuell angepasst - kommen langwirksamen Beta-2-Agonisten (LABA) und langwirksamen Anticholinergika (LAMA), einzeln oder kombiniert, z.T. mit Gabe von inhalativen Corticosteroiden (ICS), aus den folgenden Medikamentengruppen zum Einsatz:

o   LAMA wie Tiotropium, Aclidinium

o   LABA wie Formoterol, Salmeterol, Indacaterol

  • Antientzündliche Substanzen

o   Inhalative Kortikosteroide (ICS)

o   systemische Steroide

o   Phosphodiesterase-4 Hemmer

o   Makrolid-Antibiotika

Außerdem stehen folgende Substanzen für die medikamentöse Therapie zur Verfügung:

  •  Schleimlösende Substanzen (Mukolytika)
  • Opioide
  • Antibiotika
  • Alpha-1-Antitrypsin
  • ImmunglobulineImmunglobuline
    Das sind Antikörper in Form von Eiweißstoffen (Glykoproteine), die der menschliche Körper nach Kontakt mit einem Fremdstoff (Antigen) bildet. Diese Antikörper können dann gezielt (in der so genannten Antigen-Antikörper-Reaktion) an die Antigene binden und die so entstehenden Immunkomplexe unschädlich gemacht werden.
    Erhöhte Ig-Mengen weisen auf eine gesteigerte Immunabwehr hin, wie sie bei akuten oder chronischen Infektionskrankheiten (allergischen und parasitären Krankheiten) häufig auftritt. Man unterteilt die Immunglobuline in vier verschiedene Klassen (Ig A, Ig E, Ig G und Ig M). Je nachdem welcher Typ vermehrt vorliegt, erlaubt dies Rückschlüsse auf die vorliegende Krankheit.

Wichtige Forschungsansätze betreffen insbesondere eine gezieltere Hemmung der bronchialen Entzündung, um dadurch den Verlauf der Erkrankung günstig zu beeinflussen.

Quelle: Vortrag von Priv.-Doz. Dr. med. Michael Westhoff, Chefarzt der Lungenklinik Hemer auf dem virtuellen Symposium Lunge am 4.9.2021

Anfragen bezüglich des Symposiums richten Sie bitte an:

Organisationsbüro Symposium-Lunge

Heike und Jens Lingemann

symposium-org@noSpam.copd-deutschland.de

Telefon: 02324 - 999 959

 

Alle Informationen zur Veranstaltung finden Sie hier: Symposium-Lunge 2021