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08.03.2007

Abgase schaden Kinderlungen

Luftschadstoffe aus dem Straßenverkehr können das Lungenwachstum von Kindern so stark herabsetzen, dass ihre LungenfunktionLungenfunktion
mit 18 Jahren deutlich beeinträchtigt ist. Zu diesem Ergebnis kommen US-Forscher von der University of Southern California.

Giftige Abgase können bei Asthmatikern bekanntlich Asthmaanfälle auslösen. Jetzt haben Wissenschaftler um W.J. Gauderman von der der „University of Southern California“ festgestellt, dass Autoabgase auch die Lungen gesunder Kinder in ihrer Entwicklung beeinträchtigen und das Lungenwachstum negativ beeinflussen können. Insbesondere stark befahrene Straßen (wie Schnellstraßen und Autobahnen), die im Umkreis von 500 Metern des Wohnorts von Kindern liegen, können offenbar die Entwicklung und Ausbildung der kindlichen Lungen erheblich schädigen. Dabei seien aber nicht nur Kinder in Großstädten gefährdet. Auch diejenigen, die zwar im Grünen, aber dennoch in der Nähe einer stark befahrenen Straße wohnen, zeigen ganz ähnliche Testergebnisse.

Gauderman und seine Kollegen interessierten sich vor allem dafür, in wiefern die Entwicklung der Lungenfunktion von Kindern im Alter zwischen 10-18 Jahren durch Luftschadstoffe beeinflusst wird, da in dieser Zeit ein besonders rasches Lungenwachstum stattfindet. Deshalb untersuchten sie die Lungenfunktion von insgesamt 3.677 Kindern, indem sie diese über 8 Jahre hinweg einmal jährlich maßen. Dabei zeichnete sich der folgende Zusammenhang ab: Kinder aus Wohngegenden, die im Umkreis von 500 Metern eine Schnellstraße oder eine Autobahn aufwiesen, hatten mit 18 Jahren eine deutlich eingeschränkte Lungenfunktion im Vergleich zu Kindern, die etwa 1.500 Meter entfernt von den abgasbelasteten Straßen lebten. Vor allem Dieselabgase scheinen entzündliche Prozesse in den Bronchien zu verursachen, die über viele Jahre hinweg schließlich zu der beobachteten Beeinträchtigung der Lungenfunktion führen. Im Hinblick auf die potentiell beträchtlichen Auswirkungen dieses Untersuchungsergebnisses auf Stadtplanung und Gesundheitskosten, seien dringend weitere Untersuchungen von Nöten, meinen die Forscher, um die einzelnen Wirkmechanismen der schädlichen Abgasinhaltsstoffe noch genauer abklären zu können.

Quelle: The Lancet (2007), Band 369 (Ausgabe 9561), Seite 571-577
Zusammenfassung (abstract)