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23.12.2016

Vor Feinstaubbelastung durch Silvester-Feuerwerk in Acht nehmen

Der Rauch von Silvesterraketen kann die Atemwege reizen und stellt insbesondere für Patienten mit Asthma oder COPD ein Gesundheitsrisiko dar. Die Lungenärzte des Bundesverbands der Pneumologen (BdP) raten Lungenkranken daher, das Einatmen des Feinstaubs zu vermeiden.

© Marcin Janiec_Fotolia.com

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Feuerwerke an Silvester sind beliebt. Allerdings kann der dabei entstehende Rauch und FeinstaubFeinstaub
Feinstaub gilt als giftig und kostet nach Schätzungen der EU-Kommission jährlich zahlreichen  Europäern das Leben. Mit einer Größe von weniger als 10 µm können Feinstäube in der Luft schweben (sog. Schwebstäube) und vom Menschen eingeatmet werden, so dass die Feinstaubteilchen in die Lunge gelangen und über die Lungenbläschen (Alveolen) in den Körper übergehen können. So stoßen sie u.a. bis in die Leber vor.
 
 
für Menschen mit chronischen Lungenerkrankungen wie Asthma bronchiale oder COPD ein Gesundheitsrisiko darstellen. Darauf machen die Lungenärzte des Bundesverbands der Pneumologen (BdP) aufmerksam. Um mit den Silvesterraketen verschiedene Farbeffekte zu erzielen, werden dem Schwarzpulver unterschiedliche Metallverbindungen zugesetzt - zum Beispiel Blei oder Arsen für die Farbe Blau und Strontiumsalze für die Farbe Rot. „Insofern kann die Luft nach größeren Feuerwerken FeinstaubpartikelFeinstaubpartikel
Genauer gesagt geht es um lungengängigen Feinstaub mit einem Durchmesser von kleiner als 2,5 Mikrometer (PM 2,5).
mit bis zu dreißig giftigen Metallverbindungen enthalten, die aufgrund ihres geringen Durchmessers von wenigen Mikrometern tief in die Lunge vordringen und dort Entzündungsreaktionen hervorrufen können“, erläutert Dr. Andreas Hellmann, Vorsitzender des BdP und praktizierender Pneumologe in einer Gemeinschaftspraxis für Lungen- und Bronchialheilkunde in Augsburg. „Das stellt für Lungenkranke eine echte Herausforderung mit gesundheitlicher Gefährdung dar - vor allem für COPD-Patienten, die sowieso schon unter Atembeschwerden wie Atemnot, Husten und Auswurf leiden und infolgedessen möglicherweise einen Verschlechterungsschub (sog. Exazerbation) erfahren, wie auch für Asthmatiker, die aufgrund ihrer überempfindlichen Atemwege auf solche Reizstoffe eventuell mit einem bedrohlichen Asthmaanfall reagieren.“

Den Feinstaub möglichst nicht einatmen
Während und nach der Silvesternacht ist - gerade in Großstädten wie Berlin und Hamburg - davon auszugehen, dass die Luft stark mit inhalativen Schadstoffen belastet ist. Um möglichst wenig Feinstaub aus abgeschossenen Feuerwerksraketen einzuatmen, sollten Patienten mit einer chronischen Lungenerkrankung darauf achten, dass sie sich nicht direkt in die Windrichtung des Rauches stellen. „Noch empfehlenswerter ist es sicherlich, das Feuerwerk an Silvester aus einem gewissen Sicherheitsabstand heraus oder vom geschlossenen Fenster aus zu beobachten, um mit überempfindlichen Atemwegen bzw. vorgeschädigter Lunge möglichst kein Risiko einzugehen“, rät Dr. Hellmann.

Im neuen Jahr erst wieder spazieren gehen, wenn sich der Rauch verzogen hat
Auch einen Spaziergang im neuen Jahr sollte man besser auf eine Zeit verschieben, wenn sich der Rauch gänzlich verzogen hat und die Luft wieder sauber ist. „Die Schadstoffbelastung dürfte nämlich auch einige Tage nach dem Feuerwerk noch deutlich erhöht bleiben, weil sich manche der Metallteilchen mit Straßenstaubteilchen verbinden und dann vergleichsweise länger am Ort verbleiben, vor allem bei Inversionswetterlage oder Windstille“, erklärt Dr. Hellmann.

Dies ist eine Pressemeldung des Bundesverbands der Pneumologen (BdP). Der Abdruck dieser Pressemeldung oder von Teilen des Artikels ist unter folgender Quellenangabe möglich: www.lungenaerzte-im-netz.de. Bei Veröffentlichung in Online-Medien muss die Quellenangabe auf diese Startseite oder auf eine Unterseite des Patienteninformationsportals der Lungenärzte-im-Netz verlinken.