LUNGENÄRZTE

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Glossar

Künstliche Lunge

Das Gerät entlastet den Patienten von der konventionellen mechanischen Beatmung und sorgt dafür, dass seine Lunge schneller heilen kann. Eine konventionelle mechanische Beatmung ist nämlich für den Patienten nicht ganz unproblematisch: Während beim natürlichen Atemvorgang Luft mit Unterdruck in die Lunge gesaugt wird, muss die Atemluft von der Beatmungsmaschine in die Lungenbläschen gepresst werden und kann dadurch die bereits geschädigte Lunge noch weiter schädigen. Die Chancen einer Wiederherstellung der Lunge können sich dadurch verschlechtern.

Das neuartige, außerhalb des Körpers (extrakorporal) angeschlossene Lungenersatzsystem wird mit Kanülen über die Leistenarterie und -Vene mit dem Blutkreislauf verbunden. Der Brustkorb muss also nicht geöffnet werden. Das Blut wird dann ohne mechanische Pumpen - nur über den Druckunterschied zwischen Arterie und Vene - durch die "künstliche Lunge" getrieben. Spezielle Membranen in dem nur 14 mal 14 Zentimeter großen Kästchen ersetzen die menschlichen Lungenbläschen und entfernen das gesamte Kohlendioxid aus dem Blut. In der Regel benötigen betroffene Patienten für eine Dauer von rund zehn Tagen eine Lungenunterstützung durch das System. Es sind aber auch schon Anwendungen von über einem Monat vorgekommen.