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15.01.2020

Wann wird Husten zu Bronchitis?

"Was kann ich gegen Husten tun?" - um diese Frage dreht es sich am Mittwoch, 15. Januar, um 19 Uhr bei der Veranstaltungsreihe "Medizin am Abend" im Hörsaal der Kopfklinik des Universitätsklinikums Heidelberg.

Winterzeit ist Hustenzeit. Das sei in dieser Jahreszeit auch gar nichts Schlimmes, findet Prof. Felix Herth vom Universitätsklinikum Heidelberg. Bei einem klassischen grippalen Infekt brauche der Patient keinen Arzt, sondern warmen Tee und Bettruhe. Nur wenn der Husten länger als acht Wochen dauere, müsse die Ursache geklärt werden. Ist es Asthma, Lungenfibrose, COPD? Oder steckt ein chronischer Herzfehler dahinter? Die ganze Palette, die der Arzt dann zu klären hat, wird Prof. Herth in seinem Vortrag darstellen. Schließlich kann lang andauernder Husten auch noch chronische Erkrankungen zur Folge haben.

Der Chefarzt der Abteilung Innere Medizin–PneumologiePneumologie
Die Atemwegs- und Lungenheilkunde (Pneumologie) ist ein Teilgebiet der Inneren Medizin, das sich mit der Vorbeugung, Erkennung und fachärztlichen Behandlung von Krankheiten der Lunge, der Bronchien, des Mediastinums (Mittelfell) und der Pleura (Rippen- und Lungenfell) befasst.
an der Thoraxklinik des Universitätsklinikums kann auch erklären, warum man hustet und was dabei im Körper passiert. "Die Lunge will sich schützen", sagt Herth. Normalerweise schützt ein Schleimfilm die Flimmerhärchen in den Atemwegen. Wenn dieser von Viren angegriffen wird und austrocknet, greift der gleiche Schutzreflex, wie wenn ein kleiner Fremdkörper in die Bronchien gerät: Der Muskelring um die Bronchien zieht sich zusammen, die Muskulatur zwischen den Rippen baut so viel Druck auf, dass die Stimmbänder aufgesprengt werden – und der hohe Druck schleust alle Fremdpartikel oder Krankheitserreger in einer Hustenwolke aus. "Wer nicht angesteckt werden will, muss nur ein- bis eineinhalb Meter vom Hustenden wegbleiben", sagt Herth.

Wenn die ImmunabwehrImmunabwehr
Das körpereigene Abwehrsystem besteht aus drei Funktionskreisen:
(1) Knochenmark als Bildungsort für Immunzellen.
(2) Verschiedene zentrale Immunorgane wie Thymus (Prägung von T-Lymphozyten) und darmnahe Lymphorgane (für die Prägung von B-Lymphozyten).
(3) Sekundäre Lymphorgane wie Milz, Lymphknoten und Mandeln (Tonsillen).
Man unterscheidet die so genannte humorale Abwehr (über die Körperflüssigkeiten mit darin enthaltenen Antikörpern und Faktoren aus dem so genannten Komplementsystem) und die zellvermittelte Abwehr (mit B- und T-Zellen, Makrophagen, Antigen-präsentierenden Zellen, Granulozyten u.a.).
des Körpers schon mit den Erkältungsviren beschäftigt ist oder eine Lungengrunderkrankung vorliegt, siedeln sich gerne auch mal zusätzlich Bakterien auf den Atemwegen an. Mediziner erkennen das meist am gelben Auswurf. "Dann muss der Patient ein Antibiotikum nehmen", meint Prof. Herth. Nicht zuletzt informiert er in seinem Vortrag auch über Impfungen gegen Krankheiten, die mit Husten einhergehen, sei es die echte Grippe (Influenza) oder der Keuchhusten, gegen den viele ältere Menschen nicht geschützt sind.

Quelle: Rhein-Neckar-Zeitung (RNZ) vom 8.1.20