LUNGENÄRZTE

im Netz

In Zusammenarbeit mit:

Herausgeber:

07.05.2019

Experten-Hotline zum Weltasthmatag

Anlässlich des Weltasthmatags am 7.5.19 bieten Experten des Deutschen Allergie und Asthma Bund e.V. (DAAB) die Beantwortung von Fragen zum Thema Asthma an - von 11-15 Uhr unter der Telefonnummer 0 21 66/ 64 788-42 oder per Email an info@daab.de.

Im Alter von 0-17 Jahren, bestätigen Studien, sind Atemwegserkrankungen die häufigsten Krankheitsursachen. Aktuelle Umfrage-Ergebnisse zeigen: Bei Kindern mit frühem Heuschnupfen steigt das Risiko für ein allergisches Asthma deutlich. Experten sprechen von einem Asthma-Tsunami. Der DAAB nutzt den Welt-Asthmatag zur Aufklärung um diesen erschreckenden Anstieg zu stoppen.

Da das Meiden der Allergieauslöser (Pollen, Hausstaubmilben, Schimmelpilze) meist nicht ausreichend möglich ist, stehen zur Behandlung mehrere Strategien zur Verfügung, die sich gut ergänzen. Bei häufigen Allergieauslösern, wie beispielsweise Frühblüher- (Hasel-, Erle, Birke) oder Gräserpollen-Allergien, greift langfristig nur die sogenannte Hyposensibilisierung an der Ursache an. Dabei wird der Patient regelmäßig mit seinem Allergieauslöser konfrontiert, um ihn daran zu gewöhnen. Die Beschwerden können gelindert und die Medikamenteneinnahme reduziert werden. Die Therapie sollte am besten frühzeitig nach dem ersten Auftreten der Allergiebeschwerden erfolgen. Besonders Kinder mit Heuschnupfen profitieren von einer frühzeitigen HyposensibilisierungHyposensibilisierung
Behandlungsform von Allergien, bei der dem Körper das Allergen in steigender Dosis injiziert wird, um die Allergieempfindlichkeit herabzusetzen bzw. ganz auszuschalten; erstreckt sich über mehrere Jahre.
Man spricht auch von spezifischer Immuntherapie mit Allergenen (SIT), Allergen-Immuntherapie, Allergie-Impfung oder Desensibilisierung.
. Dadurch senkt sich das Asthmarisiko deutlich.

Beschwerden wie ständiges Räuspern, Hustenreiz oder Atemnot bei Anstrengung können erste Warnzeichen sein. Typische Asthma-Symptome sind dann Engegefühl in der Brust, die anfallsweise auftretende Atemnot, starker Hustenreiz und eine pfeifende Atmung.

Die wirksamsten und wichtigsten Wirkstoffe bei der Behandlung von Asthma sind entzündungshemmende Glukokortikoide (CortisonCortison
Dies ist ein Hormon, das der Körper in der Nebenniere auch selber herstellt. Es wird vor allem in Stresssituationen gebildet, reguliert aber auch das Immunsystem und kann überschießende Entzündungsreaktionen abschwächen. Cortison bewirkt ein Abschwellen der Bronchialschleimhaut, verringert die Schleimproduktion, hemmt die allergische Reaktion und vermindert die Überempfindlichkeit (Hyperreagibilität) der Bronchien. Während Cortisontabletten in Abhängigkeit von der Dauer der Einnahme und der Dosis schwere Nebenwirkungen haben können, ist die Inhalation moderner Cortisonsprays auch in der Langzeitanwendung unproblematisch, auch wenn immer wieder in den Medien das Gegenteil behauptet wird.
). Die regelmäßige Inhalation der Medikamente lindert die Schleimhautentzündungen an den unteren Atemwegen und verhindert so Folgeschäden. Entzündungshemmenden Wirkstoffe zeigen bereits in geringer Dosierung eine gute Wirkung. Hier gilt: So wenig wie möglich, so viel wie nötig. Prof. Eckard Hamelmann, Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin, Kinder-PneumologiePneumologie
Die Atemwegs- und Lungenheilkunde (Pneumologie) ist ein Teilgebiet der Inneren Medizin, das sich mit der Vorbeugung, Erkennung und fachärztlichen Behandlung von Krankheiten der Lunge, der Bronchien, des Mediastinums (Mittelfell) und der Pleura (Rippen- und Lungenfell) befasst.
, Allergologie und Infektiologie; Immunologe aus Bielefeld erklärt hierzu: „Während ein typisches Kortison-Zäpfchen für Babys 100 mg Wirkstoff enthält, sind es bei einem typischen Asthma-Spray für Kleinkinder und Schulkinder 100 µg – also nur ein Tausendstel. Zudem wirkt ein inhalatives Kortison gezielt in der Lunge und wird nicht über den Magen-Darm-Trakt aufgenommen."

Zusätzlich zur medizinischen Versorgung ist es wichtig, die kleinen Patienten im Umgang mit ihrer Erkrankung zu schulen und so das Asthma-Management zu optimieren. In Asthmaschulungen für Kinder und Eltern wird daher die richtige Inhalationstechnik zur Medikamenteneinnahme geübt, die Eigenkontrolle mit Hilfe eines Asthma-Tagebuches oder der Einsatz eines Asthma-Notfallplans erklärt.

Quelle: Deutscher Allergie und Asthma Bund e.V. (DAAB)