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26.09.2019

Chronische Volkserkrankungen der Lunge

Eine Informationsveranstaltung mit dem Thema „Chronische Volkserkrankungen der Lunge“ findet am Donnerstag, 26. September am Nardini Klinikum St. Johannis statt, bei dem es sich um ein Schwerpunktkrankenhaus für die Lunge handelt.

Rund fünf Prozent der Erwachsenen und zehn Prozent der Kinder sind in Deutschland an Asthma erkrankt. Dabei gibt es eine allergische und eine nichtallergische Reaktion der Lunge.

„Wir atmen ständig unsere Umgebung ein, so interagiert unser Körper in der Lunge mit unserer Umwelt. Wenn die Lunge überreagiert, kommt es zu einer chronischen Entzündung, die Atemwege verengen sich“, fasst Dr. Matthias Stopp, Chefarzt der Inneren Medizin 2 das allergische Asthma zusammen.

Das nichtallergische Asthma kommt hingegen häufig bei Sportlern wie Radfahrern oder Schwimmern vor. Beim Asthma ist der Patient je nach Schweregrad bis zu einem Anfall beschwerdefrei. Einteilen lässt sich die Erkrankung in fünf Schweregrade, sie beginnt häufig bereits im jungen Alter.

Eine weitere häufig auftretende Lungenerkrankung ist die COPD (Chronic Obstructive Pulmonary Disease). Bei dieser chronischen Erkrankung ist die Lunge dauerhaft entzündet und gereizt, die Lungenfunktion verschlechtert sich kontinuierlich. Durch die dauerhafte Verengung der Atemwege kommt es entweder dazu, dass Patienten wegen der Anstrengung sehr stark abmagern oder übergewichtig werden und sich ständig schlapp fühlen.

„Die COPD wird in 90 Prozent der Fälle durch das Rauchen ausgelöst. Wir gehen davon aus, dass jeder dritte Raucher erkrankt“, so Dr. Stopp, der erläutert: „Die Krankheit bleibt meist lange unentdeckt, da es lange dauert, bis sich Symptome zeigen. Daher ist die Dunkelziffer der Erkrankten auch sehr hoch“.

Zehn bis 15 Prozent der Erwachsenen leiden an der Krankheit, die nach Herzinfarkt und SchlaganfallSchlaganfall
Schlaganfälle ereignen sich gehäuft während des Blutdrucktiefs gegen 3 Uhr nachts (midnight stroke) oder während des zweiten Blutdrucktiefs am Nachmittag. Die Krankheitsanzeichen setzen meist plötzlich ein und hängen vom Ort des Infarktes ab. Erste Anzeichen können heftige Kopfschmerzen, ausgeprägte Bewusstseinstrübung bis hin zu Bewusstlosigkeit sein. Es entwickelt sich eine meist im Arm- und Gesichtsbereich betonte einseitige Lähmung. Zunächst ist die gelähmte Seite erschlafft (im Gesicht z.B. als hängender Mundwinkel und Aufblähung der Wange auf der gelähmten Seite beim Ausatmen = "Tabakblasen"), später können auch unkontrollierte Zuckungen hinzu kommen. Eine Hirndurchblutungsstörung ist entweder Folge eines thrombotischen oder embolischen Gefäßverschlusses (ischämischer Hirninfarkt) oder eines spontanen Gefäßrisses mit nachfolgender Einblutung (hämorraghischer Hirninfarkt).
Ischämischer Schlaganfall: Hirninfarkt, der durch eine Blutstauung aufgrund verstopfter Gefäße verursacht wird und deshalb zu einer Unterversorgung der Hirnzellen mit Sauerstoff führt. Ein ischämischer Hirninfarkt auf Grund von Minderdurchblutung eines Endarterienareals bei plötzlichem Gefäßverschluss der Arterie ist mit 80-85% die häufigste Ursache eines Schlaganfalls. 
Hämorraghischer Schlaganfall: Verkalkte Blutgefäße im Gehirn brechen auf, was zu Gehirnblutungen führt. Dabei wird die Blutzufuhr und damit Sauerstoffversorgung der betroffenen Gehirnzellen unterbrochen bzw. abgebrochen und sie sterben ab.
 
 
die dritthäufigste Todesursache ist. Daher wird bei der heutigen Diagnose nicht nur die LungenfunktionLungenfunktion
gemessen, auch die Exazerbationsrate (die akute Verschlimmerung der Beschwerden), sei ein wesentlicher Faktor. „Wir wollen dafür sensibilisieren, dass bestehende Probleme von einem Arzt untersucht werden“, so Stopp, der von einem COPD-Patienten erzählt, der sich während des Essens beim Husten verschluckt hat. Mit seinen Beschwerden habe er sich erst nach einer Woche ins Krankenhaus begeben. Bei der Untersuchung wurden in der Lunge zwei Erbsen und ein Pfefferkorn gefunden, die mit Ansaugen und einer Fasszange entfernt werden mussten. „So viel habe ich in einer Lunge noch nie gefunden“, erzählt Stopp und appelliert: „Wer nach dem Essen einen anhaltend starken Hustenreiz hat, muss daran denken, dass sich etwas in der Lunge befinden könnte und sollte einen Arzt aufsuchen“.

Um genauer über die unterschiedlichen Krankheitsformen und Medikamente zu informieren, wird am 26. September, 17 Uhr, eine kostenlose Infoveranstaltung angeboten. Sie dauert rund zwei Stunden und findet im Fortbildungsraum (UG) des Nardini Klinikums statt. Dr. Matthias Stopp wird zunächst über Asthma und COPD informieren und Diagnose- sowie Therapiemöglichkeiten vorstellen. Dr. Dominik Legner, Oberarzt der Inneren Medizin 2, geht in seinem Vortrag auf die Sauerstofftherapie bei Lungenerkrankungen ein. Die Schlussworte übernimmt Dr. Markus Schumacher, Leitender Arzt der Kardiologie der Inneren Medizin 2.

Nach den Vorträgen besteht die Möglichkeit zur Diskussion oder persönlichen Beratung. Eine Industrieausstellung zeigt, welche verschiedenen Inhalationssysteme auf dem Markt sind, wie man diese verwendet und wie man das geeignete Modell für sich findet.