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03.09.2015

Regelmäßiges Ergometertraining verbessert Atemnot bei COPD-Patienten

Ein regelmäßiges Training auf dem Ergometer verringert die Atemnot und steigert die Lebensqualität von Patienten mit COPD.

Ein intensives Training auf dem Ergometer über den Zeitraum von zwei Jahren hinweg verbessert deutlich die Beschwerden und die Lebensqualität von Patienten mit fortgeschrittener Raucherbronchitis – im Fachjargon auch chronisch-obstruktive Lungenerkrankung oder COPD genannt. Darauf macht die Deutsche Lungenstiftung unter Berufung auf aktuelle Studienergebnisse aufmerksam.

Das Ergometer-Training in einer Studie aus Thailand (siehe International Journal of COPD 2015, Band 10, Seite 133-144) setzte sich zusammen aus einer zweimonatigen intensiven Aufbauphase mit 16 Kursen (zwei pro Woche über acht Wochen), die von Physiotherapeuten überwacht wurden, und einer Erhaltungsphase (ab dem 3. Monat) mit der Anweisung, dasselbe Programm alleine zu Hause fortzuführen. Vor jedem Kurs erfolgte ein 10- bis15- minütiges Aufwärmprogramm, anschließend wurde das Training mit einer 5- bis 10-minütigen Abkühlphase abgeschlossen. Teilgenommen haben Patienten mit mittelschwerer bis sehr schwerer COPD (Stadium II bis IV nach GOLD-Einteilung für COPD-Schweregrade) - allesamt in einem Alter über vierzig Jahre, Exraucher mit einer Vergangenheit von über zehn Päckchenjahren (d.h. mit einem durchschnittlichen Konsum von mindestens einer Zigarettenpackung pro Tag über zehn Jahre hinweg) und mindestens einer COPD-Verschlechterung im vergangenen Jahr.

„Das Training in den ersten zwei Wochen wurde für die Dauer von 30-40 Minuten bei geringer Intensität durchgeführt und dann bezüglich Dauer und Intensität schrittweise (alle zwei Wochen) gesteigert, bis in den letzten zwei Wochen der Aufbauphase eine Trainingseinheit von 50-60 Minuten bei mittlerer Intensität erreicht wurde“, berichtet Dr. Barbara Wagener, Stellvertretende Vorsitzende des Beirates der Deutschen Lungenstiftung und Leiterin der Lungenklinik Ballenstedt. „Dabei sollten sich die Patienten immer an ihrer persönlichen Herzrate (maximaler Puls bei körperlicher Belastung abzüglich Ruhepuls) orientieren. Das Ziel bestand darin, während des Trainings etwa 45-55 Pedalumdrehungen pro Minute aufrechterhalten. Zusätzlich ermunterten die Physiotherapeuten die Patienten auch immer wieder dazu, die Grenze ihrer Atemnot auszuloten, wobei dann anschließend freilich eine kurze Verschnaufpause erlaubt war. Im Vergleich zu Patienten, die kein Training absolviert hatten, waren die Erfolge in der Ergometergruppe nach zwei Jahren sehr erfreulich: Zum einen wiesen sie eine deutliche Verbesserung der Muskelkraft, Ausdauer und beim 6-Minuten-Gehtest auf, ihre Atemnot war weniger ausgeprägt als vor dem Training und ihre Lebensqualität insgesamt nach eigenen Angaben im Fragebogen sehr viel besser. Wir Lungenärzte möchten daher allen COPD-Patienten - und zwar auch dann, wenn die Krankheit schon weiter fortgeschritten ist - ein regelmäßiges Ergometertraining nahelegen; am besten in einer Lungensportgruppe, in der man unter ärztlicher Kontrolle trainieren kann und unter Gleichgesinnten ist.“

Quelle: äin-red

Dies ist eine Pressemeldung der Deutschen Lungenstiftung. Der Abdruck dieser Pressemeldung oder von Teilen des Artikels ist unter folgender Quellenangabe möglich: www.lungenaerzte-im-netz.de. Bei Veröffentlichung in Online-Medien muss die Quellenangabe auf diese Startseite oder auf eine Unterseite des Patienteninformationsportals der Lungenärzte-im-Netz verlinken.