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17.09.2015

Rauchen verschlechtert die Wundheilung nach operativen Eingriffen

Tabakkonsum vermindert die Sauerstoffversorgung, erschwert die Wundheilung und erhöht die Komplikationsrate nach Operationen.

Raucher erleiden häufiger Komplikationen nach Operationen als Nichtraucher und haben weitaus mehr Probleme mit der Wundheilung. Deshalb sollten sie unbedingt bereits einige Wochen vor einer bevorstehenden Operation mit dem Rauchen aufhören. Darauf weisen die Lungenärzte der Deutschen Lungenstiftung (DLS) hin. Eine aktuelle Studie (siehe The Journal of Bone and Joint Surgery 2015, Band 97 (13), Seite: 1049 -1058) hat ergeben, dass z.B. tiefe Wundinfektionen nach dem Einsatz eines künstlichen Hüft- oder Kniegelenks bei Rauchern doppelt so häufig auftreten. „Rauchen erhöht den Kohlenmonoxid-Gehalt im Blut, dadurch kann das HämoglobinHämoglobin
Ein eisenhaltiges Transportprotein, an das 4 molekulare Sauerstoffteilchen (O2) binden können.
 
weniger Sauerstoff transportieren. In der Folge verringert sich die Sauerstoffversorgung des Körpers, was natürlich auch Sauerstoff verbrauchende Vorgänge wie die Wundheilung erschwert. Dieses Risiko einer schlechten Wundheilung lässt sich aber halbieren, wenn Raucher mindestens vier Wochen vor einer OP auf das Rauchen verzichten“, erläutert Prof. Dr. T.O.F. Wagner, Vorstandsmitglied der Deutschen Lungenstiftung und Facharzt für PneumologiePneumologie
Die Atemwegs- und Lungenheilkunde (Pneumologie) ist ein Teilgebiet der Inneren Medizin, das sich mit der Vorbeugung, Erkennung und fachärztlichen Behandlung von Krankheiten der Lunge, der Bronchien, des Mediastinums (Mittelfell) und der Pleura (Rippen- und Lungenfell) befasst.
, Innere Medizin und Internistische Intensivmedizin am Klinikum der Johann Wolfgang Goethe-Universität in Frankfurt.

Geringere Komplikationsrate mit Nikotinersatzpräparaten

Rauchen erhöht außerdem den Puls und den Blutdruck und belastet insofern das Herz, wobei eine Narkose und die OP dem Kreislauf ohnehin schon zu schaffen machen. Diese und weitere Faktoren können sich bei Rauchern in einer höheren postoperativen Komplikationsrate niederschlagen. Auch Exraucher haben ein im Vergleich zu Nichtrauchern höheres Risiko für Komplikationen wie z.B. aufgrund der stärkeren Tendenz zur Bildung von Thrombosen oder Embolien. „Durch eine Raucherentwöhnung z.B. mithilfe von Nikotinersatzpräparaten, lässt sich die Komplikationsrate nach Operationen aber reduzieren: Bereits 24 Stunden nach dem Rauchstopp beginnt das Kohlenmonoxid aus dem Blut zu verschwinden. Zudem ist der Nikotingehalt von Ersatzpräparaten geringer als der von Zigaretten, so dass Herz und Kreislauf der Patienten weniger belastet werden“, erklärt Prof. Wagner.

Quelle: äin-red

Dies ist eine Pressemeldung der Deutschen Lungenstiftung. Der Abdruck dieser Pressemeldung oder von Teilen des Artikels ist unter folgender Quellenangabe möglich: www.lungenaerzte-im-netz.de. Bei Veröffentlichung in Online-Medien muss die Quellenangabe auf diese Startseite oder auf eine Unterseite des Patienteninformationsportals der Lungenärzte-im-Netz verlinken.