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30.07.2015

Naturstoff kann allergische Sensibilisierung durch Umweltpartikel verringern

Ectoin aus extremophilen Bakterien kann die SensibilisierungSensibilisierung
Darunter versteht man eine erhöhte Abwehrbereitschaft gegenüber bestimmten Antigenen (Allergenen), die beim ersten Kontakt mit einer Fremdsubstanz ausgelöst wird und zur Bildung von Antikörpern gegen deren Antigene führt (primäre Immunantwort). Beim nächsten Kontakt mit dem Allergen kann dann eine verstärkte Abwehrreaktion erfolgen unter Bildung großer Mengen von passenden Antikörpern gegen die Substanz-Antigene (sekundäre Immunantwort). Hierzu reicht bereits eine geringe Menge des Allergens aus. Eine Sensibilisierung kann vom Arzt mittels Allergietest (Nachweis von Antikörpern) festgestellt werden. Es kommt aber auch vor, dass sich Menschen sensibilisiert haben, ohne allergische Symptome aufzuweisen.
gegen AllergeneAllergene
Das sind Stoffe, die vom Immunsystem des Körpers als „fremd" eingestuft und deshalb angegriffen werden, was zu einer übersteigerten Abwehrreaktion (= Allergie mit Überempfindlichkeit des Körpers gegen das jeweilige Allergen) führt.
Man unterscheidet tierische, pflanzliche und chemische Allergene, wobei fast jede Umweltsubstanz eine Allergie auslösen kann. Ein potenzielles Allergen ist eine Substanz, die aufgrund ihrer biochemischen Beschaffenheit häufiger als andere Substanzen eine allergische Reaktion hervorrufen kann.
 
 
 
deutlich reduzieren.

Luftgetragene Schadstoffe können zur Entstehung von allergischen Erkrankungen des Menschen beitragen, vor allem von Allergien der Atemwege wie z. B. dem allergischen Asthma. Zu solchen Schadstoffen gehören vor allem ultrafeine Kohlenstoffpartikel aus Verbrennungsprozessen, wie man sie im so genannten Feinstaub findet. Aber auch moderne Kohlenstoffnanopartikel, die Verwendung bei der Herstellung von schwarzen Pigmenten und Druckereiprodukten finden, stehen im Verdacht, zu solchen Reaktionen beizutragen. Dass die durch Kohlenstoffpartikel ausgelöste Entzündungsreaktion der Lunge maßgeblich die allergische Sensibilisierung gegenüber einem Fremdeiweiß begünstigt, haben Forscher um Dr. Klaus Unfried des IUF – Leibniz-Institut für umweltmedizinische Forschung in Düsseldorf - jetzt gezeigt (siehe Particle and Fibre Toxicology 2015, Band 12: Seite 20). Außerdem ist der in verschiedenen Medizinprodukten enthaltene Naturstoff Ectoin in der Lage, den schädlichen Effekten der Umweltpartikel entgegenzuwirken. 

Die vorbeugende Verabreichung von Ectoin, einem Naturstoff aus extremophilen Bakterien, der der Entstehung der Lungenentzündung durch Umweltpartikel vorbeugt, konnte die Sensibilisierung gegen das Allergen deutlich reduzieren. Auch die allergische Reaktion in der Lunge nach wiederholter Gabe des allergenen Fremdeiweißes war deutlich niedriger, wenn Ectoin präventiv während der Sensibilisierung eingesetzt wurde.

Der von einem Biotechnologie-Unternehmen in Witten hergestellte Naturstoff Ectoin hatte bereits in klinischen Studien positive Effekte auf allergische Symptome der Atemwege gezeigt. Ebenso konnten in vorklinischen Studien vielversprechende Ergebnisse im Zusammenhang mit umweltinduzierter Lungenentzündung und chronisch-obstruktiver Lungenerkrankung (COPD) erzielt werden. Da für Atemwegspräparate auf der Basis von Ectoin bereits die Zulassung als Medizinprodukt vorliegt, besteht die Möglichkeit, Ectoin-haltige Produkte als Präventivstrategie gegen allergische Erkrankungen der menschlichen Atemwege zu testen. Nasensprays und Augentropfen auf der Basis von Ectoin sind bereits jetzt im Apothekenhandel erhältlich.

Quelle: Leibniz-Institut für umweltmedizinische Forschung