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29.09.2015

Lungenkranken wird Impfschutz gegen Grippe und Pneumokokken dringend empfohlen

Asthmatiker und Patienten mit COPD haben aufgrund ihrer krankheitsbedingt vorgeschädigten Lungen ein sehr hohes Risiko für ernsthafte Komplikationen, die lebensbedrohlich werden können. Sie sollten sich daher gegen Grippe und PneumokokkenPneumokokken
Das sind kugelförmige Bakterien, die (im Gegensatz zu Legionellen) mit dem Antibiotikum Penicillin meistens gut in den Griff zu bekommen sind. Gegen die von Pneumokokken verursachte Lungenentzündung gibt es auch eine vorbeugende Impfung.
impfen lassen. Dazu raten die Lungenärzte der Deutschen Lungenstiftung (DLS).

Patienten mit einer chronischen Lungenerkrankung wie Asthma bronchiale oder chronisch-obstruktiver Bronchitis (COPD) müssen sich vor Infektionen mit Grippeviren und Pneumokokken besonders vorsehen. Deshalb empfiehlt die Ständige Impfkommission (Stiko) chronisch Lungenkranken beide Schutzimpfungen: gegen Influenza und Pneumokokken. „Asthmatiker und Patienten mit COPD haben aufgrund ihrer krankheitsbedingt vorgeschädigten Lungen ein sehr hohes Risiko für ernsthafte Komplikationen, die lebensbedrohlich werden können“, betont Prof. Harald Morr, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Lungenstiftung (DLS). Beide Erreger befallen die Bronchien und Lungenbläschen - also genau das Gewebe, das bei Asthma und COPD ohnehin schon stark geschwächt ist. Dabei müssen Asthmatiker mit besonders schweren Asthma-Anfällen rechnen, Patienten mit COPD mit einer so genannten Exazerbation (das heißt: einer lebensgefährlichen Verschlechterung ihrer chronisch-obstruktiven Bronchitis), die eine Behandlung im Krankenhaus oder gar auf der Intensivstation erforderlich machen kann.

Zusätzliche bakterielle Infektionen verursachen die meisten Todesfälle

Insbesondere bei Grippe kann das ImmunsystemImmunsystem
Das körpereigene Abwehrsystem besteht aus drei Funktionskreisen:
(1) Knochenmark als Bildungsort für Immunzellen.
(2) Verschiedene zentrale Immunorgane wie Thymus (Prägung von T-Lymphozyten) und darmnahe Lymphorgane (für die Prägung von B-Lymphozyten).
(3) Sekundäre Lymphorgane wie Milz, Lymphknoten und Mandeln (Tonsillen).
Man unterscheidet die so genannte humorale Abwehr (über die Körperflüssigkeiten mit darin enthaltenen Antikörpern und Faktoren aus dem so genannten Komplementsystem) und die zellvermittelte Abwehr (mit B- und T-Zellen, Makrophagen, Antigen-präsentierenden Zellen, Granulozyten u.a.).
so sehr mit der Abwehr der Viren beschäftigt sein, dass andere Erreger (vor allem Bakterien wie Pneumokokken oder auch Streptokokken) relativ leicht eine Lungenentzündung verursachen können, die schwere bis lebensbedrohliche Auswirkungen auf die geschwächten Patienten haben kann. „In einer chronisch entzündeten und stark verschleimten Lunge haben Bakterien natürlich ein leichtes Spiel, sich einzunisten und auf die Influenzaerkrankung noch eine zusätzliche bakterielle Infektion draufzusetzen. Auf solche bakteriellen Sekundärinfektionen - nicht auf die Influenzaviren selbst - sind auch die meisten Todesfälle durch die saisonale Grippe zurückzuführen. Risikopatienten sollten daher neben der Grippeimpfung auch eine Schutzimpfung gegen Lungenentzündung (Pneumokokken) erhalten, die gut verträglich ist und bei Erwachsenen nur alle fünf Jahre aufgefrischt werden muss“, rät Prof. Morr.

Quelle: äin-red

Dies ist eine Pressemeldung der Deutschen Lungenstiftung e.V. Der Abdruck dieser Pressemeldung oder von Teilen des Artikels ist unter folgender Quellenangabe möglich: www.lungenaerzte-im-netz.de. Bei Veröffentlichung in Online-Medien muss die Quellenangabe auf diese Startseite oder auf eine Unterseite des Patienteninformationsportals der Lungenärzte-im-Netz verlinken.

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