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01.12.2015

Langzeit-Sauerstoff-Therapie schützt COPD-Patienten vor der Entwicklung kognitiver Defizite

Beeinträchtigungen der kognitiven Funktion bei COPD-Patienten kann eine Langzeit-Sauerstoff-TherapieLangzeit-Sauerstoff-Therapie
Eine Sauerstofflangzeittherapie (LTOT - abgekürzt aus dem Englischen long time oxygen therapy) ist der Ansicht von Spezialisten zufolge nur dann angezeigt und sinnvoll, wenn bereits mehrmals eine Sauerstoffmessung (meist anhand einer Blutprobe aus dem Ohrläppchen) durchgeführt wurde und die Sauerstoffwerte dabei immer wieder zu niedrig ausgefallen sind. Dann allerdings muss die Anwendung des Naturstoffes Sauerstoff (O2) über einen längeren Zeitraum, evtl. sogar dauernd erfolgen. Eine kurzzeitige Anwendung für lediglich ein paar Minuten pro Tag, ist zwar im Allgemeinen nicht schädlich, medizinisch gesehen aber sinnlos.
 
 
effektiv abmildern. Darauf weist der BdP hin.

Die chronisch-obstruktive Lungenerkrankung (COPD) ist eine systemische Krankheit, das heißt sie beschränkt sich nicht nur auf die Lunge, sondern betrifft auch andere Organe, wie z.B. das Gehirn. So ist bereits bekannt, dass COPD mit zunehmender Krankheitsdauer und steigendem Schweregrad auch zur Entwicklung von verschiedenen kognitiven Defiziten führt. Die korrekte Durchführung einer Langzeit-Sauerstoff-Therapie (aus dem Englischen long time oxygen therapy als LTOT abgekürzt) kann solche Beeinträchtigungen der kognitiven Funktion bei COPD-Patienten allerdings effektiv abmildern, betont die Deutsche Lungenstiftung unter Berufung auf die Ergebnisse einer aktuellen Studie von Forschern aus der Türkei (siehe International Journal of Chronic Obstructve Pulmonary Disease 2015, Band 10/1). An dieser nahmen 45 COPD-Patienten teil, davon 21 regelmäßige Anwender der LTOT und 24 Patienten ohne LTOT. Sie unterzogen sich zwei standardisierten Tests zur Ermittlung ihrer kognitiven Fähigkeiten. Dabei schnitten Patienten mit regelmäßiger LTOT in beiden Tests erheblich besser ab. Wer demgegenüber auf die Zufuhr auf Sauerstoff im Rahmen einer regelmäßigen LTOT verzichtete, erhöhte sein Risiko für die Entwicklung kognitiver Defizite deutlich. „COPD-Patienten ist zur Prävention kognitiver Defizite eine LTOT zu empfehlen - und zwar den Studienautoren zufolge am besten schon ab einer Erkrankungsdauer von etwa fünf Jahren“, erklärt Dr. Andreas Hellmann, Vorsitzender des Bundesverbands der Pneumologen (BdP) und praktizierender Pneumologe in einer Gemeinschaftspraxis für Lungen- und Bronchialheilkunde in Augsburg.

Zufuhr von Sauerstoff sollte über mindestens 16 Stunden erfolgen

Insbesondere bei höheren Schweregraden der Erkrankung mit nachweisbarem Sauerstoffmangel im Blut, der meist anhand einer Blutprobe aus dem Ohrläppchen ermittelt wird, kann eine Dauertherapie mit Sauerstoff den krankheitsbedingten Verlust von kognitiven Fähigkeiten bei COPD-Patienten verhindern und – wie man schon länger weiß - auch die Lebenserwartung der Betroffenen deutlich verlängern. „Dazu muss die Anwendung des Naturstoffes Sauerstoff (O2) allerdings über einen längeren Zeitraum - am besten mindestens 16 Stunden, evtl. sogar dauernd - erfolgen. Eine kurzzeitige Anwendung für lediglich ein paar Minuten pro Tag ist zwar im Allgemeinen nicht schädlich, wäre medizinisch gesehen aber sinnlos“, erläutert Dr. Hellmann.

Quelle: äin-red

Dies ist eine Pressemeldung des Bundesverbands der Pneumolgen (BdP). Der Abdruck dieser Pressemeldung oder von Teilen des Artikels ist unter folgender Quellenangabe möglich: www.lungenaerzte-im-netz.de. Bei Veröffentlichung in Online-Medien muss die Quellenangabe auf diese Startseite oder auf eine Unterseite des Patienteninformationsportals der Lungenärzte-im-Netz verlinken.